Die Assoziation ökologischer Lebensmittelherstellerinnen und -hersteller (AöL) sieht darin ein Warnsignal und fordert politische Maßnahmen, um kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zu stärken und damit Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Die AöL hatte die Erstellung des Gutachtens 2023 mit initialisiert und seither unterstützt. Das Gutachten analysiert Ursachen, Folgen und mögliche Maßnahmen für Resilienz und Nachhaltigkeit. "Einmal mehr zeigt sich, wie systemrelevant kleine und mittelständische Betriebe in der Lebensmittelverarbeitung sind", so Matthias Beuger, Geschäftsleitung nationale Netzwerke bei der AöL, "ohne funktionierende handwerkliche Strukturen fehlt im Krisenfall die Fähigkeit, Menschen dezentral mit Lebensmitteln zu versorgen. Und auch im Alltag brauchen wir Vielfalt und Know-How, um nachhaltige Ernährungssysteme zu sichern."
Das Gutachten zum Strukturwandel in der Lebensmittelverarbeitung untersucht auf Basis von zwölf Monaten Forschung die enormen Veränderungen in Marktstruktur, Beschäftigung und Ausbildung im Ernährungshandwerk. Was nach Modernisierung klingt, bedeutet in Wahrheit den schleichenden Verlust von regionaler Wertschöpfung, Arbeitsplätzen und handwerklicher Kompetenz. Mit dem Rückgang von KMU geht nicht nur wirtschaftliche Stabilität verloren, sondern auch Wissen und Identität.
Die AöL fordert daher, den Strukturwandel politisch zu gestalten. "Politische Instrumente müssen sich an Gemeinwohl und Resilienz orientieren. Es braucht Leitplanken, die KMU stärken, statt Marktanteile weiter in industrielle Strukturen zu lenken", so Anne Baumann, geschäftsführende Vorständin der AöL. Netzwerke sollen gefestigt und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Industrie und Handwerk geschaffen werden.
Das vollständige Gutachten der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft wird Ende des Jahres veröffentlicht.
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Quelle: Pressemitteilung der AöL
