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Bioland Bayern zeichnet drei Vorreiterbetriebe des Ökolandbaus aus

Der Bioland Landesverband Bayern hat im Rahmen der Bioland-Woche im Kloster Plankstetten den "Goldenen Regenwurm" 2026 verliehen. Ausgezeichnet wurden der Arche-Hof Birk im Allgäu, die Bioland-Wanderschäferei Michler in der Rhön sowie das Riedenburger Brauhaus im Altmühltal.

Mit dem Preis würdigt Bioland Bayern Betriebe und Partnerunternehmen, die sich in herausragender Weise um die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus verdient machen. 

Arche-Hof Birk: Ökologische Konsequenz und regionale Verantwortung

Barbara und Wolfgang Birk stehen seit 2007 für eine konsequente Bio-Landwirtschaft im Allgäu. Ihr Betrieb ist Arche-Hof und Demonstrationsbetrieb. Als Arche-Hof widmet sich der Betrieb dem Erhalt alter und gefährdeter Nutztierrassen – mit klarem regionalem Schwerpunkt. Neben dem Allgäuer Braunvieh finden sich auf dem Hof unter anderem Bergschafe und Augsburger Hühner. 

Rund 50 Milchkühe werden auf dem Hof gehalten. Die Kühe bekommen nur hofeigenes Gras und Heu. Kraftfutter wird nicht eingesetzt. "Der Arche-Gedanke ist keine Marketingidee für euch, sondern Auftrag", betonte Karin Agerer, Kreissprecherin des Biolandverbands im Oberallgäu, in ihrer Laudatio. "Ihr legt Wert auf Bewusstheit, Langlebigkeit, geschlossene Kreisläufe und alte, für das Allgäu typische Rassen."

Der Hof bewirtschaftet rund 60 Hektar Grünland sowie Streuwiesen im Nieder- und Hochmoor. Als Demonstrationsbetrieb ist Öffentlichkeitsarbeit fester Bestandteil des Alltags. "Bei Führungen Landwirtschaft erlebbar zu machen, ist die Hauptantriebsfeder für euch beide", betonte Agerer. 

Für Wolfgang Birk entscheidend ist es, den Hof "ökologisch in einem genauso guten Zustand an die nächste Generation weiterzugeben".

Riedenburger Brauhaus: Mut zum Neuanfang und Partnerschaft auf Augenhöhe

Eine Brauerei, fest verwurzelt im Altmühltal, geprägt von regionaler Verantwortung und tiefem Respekt vor der Natur – so beschrieben die Laudatorinnen und Laudatoren das Riedenburger Brauhaus. Doch für den heutigen Erfolg sei vor allem eines entscheidend gewesen: der Mut, neue Wege einzuschlagen: Bereits Mitte der 1990er-Jahre stellten Martha und Michael Krieger ihre Brauerei als erste in Bayern vollständig auf ökologische Brauweise um. "Das war mutig", betonte Bioland-Landesvorsitzender Oliver Alletsee. Bioland habe diesen Weg von Anfang an begleitet: "Die Entwicklung des Verbandes war immer eng mit der Entwicklung der Brauerei verbunden."

Für die umliegenden Bioland-Landwirte sei das Riedenburger Brauhaus ein Glücksfall gewesen – als verlässlicher Partner vor Ort, der aus Überzeugung biologisch wirtschaftet, langfristige Kooperationen aufbaut und Freude am Experimentieren zeigt. Gemeinsam mit Bioland-Bäuerinnen und -Bauern wurden alte Getreidesorten wie Emmer und Einkorn wiederentdeckt, regionale Wertschöpfungsketten gestärkt und etabliert. "Dazu braucht es Vertrauen auf beiden Seiten", betonte Lucia Gruber vom Landesvorstand.

Heute setzt die Brauerei mit einem umfassenden Neubau auf 100 Prozent regenerative Energie. "Energieeffizienz und Ressourcenschonung sind die konsequente Weiterentwicklung dessen, wofür Bioland seit Jahrzehnten steht", so Maximilian Krieger. Der Preis gehöre "allen, die diesen Weg mitgegangen sind". Auch Martha Krieger unterstrich die Bedeutung der Partnerschaft: Das Riedenburger Brauhaus wäre heute nicht auf diesem erfolgreichen Pfad, "wenn Bioland nicht begleitend zur Seite gestanden wäre. Zusammen sind wir gewachsen und haben in Politik und Gesellschaft vieles bewegt." Ihr Dank galt besonders den Bioland-Landwirtinnen und -Landwirten, "die Tag für Tag dafür sorgen, dass unsere Äcker fruchtbar bleiben und unser Brauwasser sauber".

Wanderschäferei Michler: Herdenschutz mit Verantwortung und Weitblick

Mit Christiane Geiger und Dieter Michler ehrte Bioland Bayern ein Schäfer-Ehepaar, das in der Rhön eine der wenigen hauptberuflichen Bioland-Wanderschäfereien betreibt. 

Rund 900 Mutterschafe beweiden ökologisch wertvolle Flächen, unter anderem im Biosphärenreservat Rhön. Sie wurden für ihre herausragende ökologische Wanderschäferei, ihr Engagement im Herdenschutz und ihren unermüdlichen Einsatz für Natur- und Artenschutz ausgezeichnet.

Besondere Herausforderungen bringt das Leben im Wolfsgebiet mit sich. Seit neun Jahren ist die Region Wolfsgebiet. Heute lebt dort ein Rudel von rund zwölf Tieren – das größte in Bayern. Das Schäferpaar setzte früh auf konsequenten Herdenschutz und arbeitet seit 2012 mit speziell ausgebildeten Herdenschutzhunden. "Mit den Herdenschutzhunden kann man eine klare Trennlinie zwischen dem Wolf und dem Lamm ziehen. So kann das gelingen", sagt Christiane Geiger. Dieser Weg stieß nicht überall auf Zustimmung. Dennoch bleiben die beiden bei ihrer Linie. "Wir möchten einfach weitermachen mit unserem Beruf, unsere Existenz nicht aufs Spiel setzen und auch für die Branche etwas erreichen. Zeigen, wie es gehen kann." Laudator Josef Schmidt, Mitglied im Landesvorstand würdigte dieses Engagement ausdrücklich: "Ihr lebt vor, dass Herdenschutz möglich ist."

Christiane Geiger bringt ihre Erfahrungen zudem in den Bioland-Bundesfachausschuss „Schafe und Ziegen“, in die Arbeitsgruppe „Wolf“ sowie in das EU-Projekt „LIFEstockProtect“ ein. Ihr Engagement wirkt damit weit über den eigenen Betrieb hinaus. 

Die Ehrung erhält zusätzliche Aktualität: Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums ausgerufen. Damit wird die zentrale Rolle von Hirten und Weidelandschaften für Biodiversität, Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft gewürdigt. Christiane Geiger und Dieter Michler zeigen schon heute, was das bedeutet.

Biokönigin Annalena Dworschak betonte bei der Preisverleihung, dass der "Goldene Regenwurm"  Menschen auszeichne, die verstanden hätten, dass ökologische Landwirtschaft keine kurzfristige Entscheidung sondern eine Lebensaufgabe sei – eine Aufgabe, die Geduld, Durchhaltevermögen und Mut verlange.

Der "Goldene Regenwurm" wird traditionell im Rahmen der Bioland-Woche im Kloster Plankstetten verliehen. Seit 2024 werden neben landwirtschaftlichen Betrieben auch verarbeitende Partnerunternehmen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in Bayern verdient gemacht haben.

Quelle: Bioland-Pressemitteilung 


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