Im Ökodorf Brodowin informierte sich die Politik unter anderem über die regionalen Handelsstrukturen und die Besonderheiten der hofeigenen Wertschöpfungsketten. Beim Besuch der zugehörigen Packstelle in Eberswalde erhielten sie Einblicke in die Wertschöpfungskette des größten Demeter-Betriebs Deutschlands. Ludolf von Maltzan, Geschäftsführer des Ökodorfs Brodowin, sprach dabei auch die wachsenden Herausforderungen des heimischen Ökolandbaus an. Er nannte unter anderem den Preisdruck für Bio-Lebensmittel durch die unmittelbare Konkurrenz der Biofachgeschäfte zu Discountern, die ebenfalls Bio-Produkte anbieten. Dies zeige sich beispielsweise am Ladenpreis für Bio-Milch, der sich trotz steigender Kosten für die Bio-Betriebe, nicht erhöht habe. "Da entwickeln sich Engpässe für die Branche", so von Maltzan. Bundesminister Alois Rainer versprach: "Wenn Land und Bund zusammenstehen, dann können wir unsere Landwirtschaft gemeinsam stark machen und unseren Landwirtinnen und Landwirten eine Perspektive geben, die trägt."
Auch beim Termin in Tennental ging es um die Wertschöpfung und Wertschätzung der Landwirtschaft. Tennental ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe. 150 Menschen mit Assistenzbedarf nutzen die Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben und arbeiten hier unter anderem in der Landwirtschaft, die nach Demeter-Richtlinien betrieben wird. Matthias Hacker vom Vorstand der Tennentaler Gemeinschaften e.V. betonte bei der Begrüßung, wie wichtig es dem Verein sei, mit der Politik in den Dialog zu treten – auch wenn die Idee über die Zukunft der Landwirtschaft möglicherweise verschieden sei. Beim anschließenden Rundgang über den landwirtschaftlichen Betrieb und zu den Werkstätten, boten sich reichlich Gelegenheiten für Gespräche. Einzelne Mitarbeitende der Werkstätten erklärten den Gästen ihre Arbeit und gaben damit authentische Einblicke in die verschiedenen Betriebszweige. Bei der abschließenden Frage von einem der Mitarbeitenden "Was hat Ihnen in Tennental am besten gefallen?" zeigte sich Alois Rainer sichtlich beeindruckt und antwortete darauf schließlich: "Die Menschen, die hier arbeiten."
Zu den Besuchen im Ökodorf Brodowin und in Tennental haben das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und die Tennentaler Gemeinschaften Instagram Posts veröffentlicht.
- Die Posts des BMLEH: Besuch im Ökodorf Brodowin, Besuch in Tennental
- Post der Tennentaler Gemeinschaften
Mehr zum Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau:
Gut 36.000 Betriebe in Deutschland wirtschaften nach ökologischen Richtlinien. Aus dieser Vielfalt hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zuletzt rund 300 Betriebe, die Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau, ausgewählt. Diese Betriebe gewähren allen Interessierten Einblicke in die Öko-Landwirtschaft. Sie zeigen, wie sie arbeiten, erklären die Herausforderungen und stellen ihre Bio-Produkte vor.
Das Netzwerk ist eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).
Weitere Infos unter www.demonstrationsbetriebe.de
Quelle: Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL)
