Für regionales Bio-Rindfleisch gibt es ein großes Absatzpotenzial in Berlin und im nordwestlichen Brandenburg. Doch gerade für ökologisch wirtschaftende Betriebe fehlt es an regionalen Schlacht- und Zerlegekapazitäten. Zudem sind mobile und teilmobile Schlachtoptionen bisher kaum vorhanden. Meist werden die Bio-Rinder deshalb in entfernten Regionen geschlachtet und veredelt. Die Folge sind lange Transporte und ein hoher logistischer Aufwand. "Gerade kleine und mittlere Rindermastbetriebe kämpfen mit dem Rückgang regionaler Schlachtkapazitäten und einem hohen organisatorischen Aufwand", betont Maria Mundry, Geschäftsführerin beim Kreisbauernverband Ostprignitz-Ruppin.
Genau hier setzt das Projekt "DigiOekoRegio" ("Entwicklung eines integrativen Konzepts für den Aufbau einer digitalen Infrastruktur zur logistischen Optimierung einer ökologischen regionalen Fleischproduktion") an, das als Modellkonzept für die Rindfleischerzeugung in Brandenburg angelegt ist und auch auf andere Regionen übertragbar sein soll. Bei dem von Maria Mundry geleiteten Projekt haben der Landbauernverband Brandenburg mit der Frankenförder Forschungsgesellschaft mbH, der IFTA AG und dem Verein pro agro zusammengearbeitet. Gefördert wurde es durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL). Im Rahmen des Projektes wurde eine digitale Plattform für regionale Akteure der Rindfleischerzeugung in Brandenburg entwickelt. Mithilfe der Plattform www.digioekoregio.com können sich Landwirtinnen und Landwirte sowie Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe nun leichter vernetzen und austauschen. Auf www.digioekoregio.com können sie sich kostenlos mit ihrem eigenen Profil präsentieren und gezielt passende Partner in der Region suchen.
Nach Schätzungen der Projektnehmer umfasst der Rindfleisch-Bedarf in Brandenburg und Berlin rund 57.000 Tonnen. Zur Bewertung der Wertschöpfungskette Rindfleisch haben sie vorab Brandenburg in die drei Modellregionen Nord-West, Ost und Süd in Brandenburg gegliedert und deren Verarbeitungskapazitäten ermittelt. Die Status-quo-Analyse ergab keine flächendeckende Verteilung und besonders in der Modellregion Nord-West eine mangelhafte bis ungenügende Versorgung mit Schlachtstätten. Mithilfe der Plattform wird eine effektivere Logistik und bessere Auslastung der bereits vorhandenen Schlachtkapazitäten angestrebt. Doch der Erfolg der digitalen Lösung sei von der Teilnahme möglichst vieler Betriebe abhängig, so Maria Mundry: "Je mehr Akteure der Wertschöpfungskette Fleischerzeugung sich auf der Plattform registrieren und diese aktiv nutzen, um so erfolgreicher kann der Austausch und Informationsfluss erfolgen".
Zum Abschlussbericht des Projekts “DigiOekoRegio”
Quelle: Pressemitteilung des Bundesprogramm Ökologischer Landbau


