Solawi als zukunftsträchtige Betriebsform im Gemüsebau

Die Solidarische Landwirtschaft steht für eine zukunftsfähige, gemeinschaftsgetragene Form der Lebensmittelproduktion. Doch auch sie ist mit Herausforderungen konfrontiert: Mitgliederschwund, steigender Preisdruck und die Frage, wie sich Strukturen weiterentwickeln lassen, ohne den Gemeinschaftsgedanken zu verlieren. Antworten darauf suchten Vertreterinnen und Vertreter von neun bayerischen Bioland-Solawi-Betrieben beim Vernetzungstreffen Anfang Februar im Schloss Blumenthal.

Zwei Menschen auf einem Gemüsefeld bei der Ernte. Klick führt zu Großansicht.

Foto: Sonja Herpich, Bioland e.V.

Den Auftakt bildete eine Betriebsbesichtigung der dort ansässigen Solawi. Der Biohof Schloss Blumenthal versorgt mit seinen 110 Gemüseanteilen Menschen aus der Region und setzt dabei auf eine enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Verbraucherinnen sowie Verbrauchern.

Die anschließenden Diskussionen verdeutlichten die Spannungsfelder, in denen Solawi-Betriebe agieren: Sie sind mehr als reine Lebensmittelversorger – sie stehen für gemeinschaftliches Wirtschaften. Gleichzeitig müssen sie sich mit klassischen landwirtschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen.

Mitgliederbindung und neue Konzepte für die Abholung

Ein zentrales Thema war die Frage, wie neue Mitglieder gewonnen werden können. Neben klassischen Wegen wie Betriebsführungen oder Probemitgliedschaften rückt zunehmend auch Social Media in den Fokus, als effektive Möglichkeit zur direkten Ansprache potenzieller Interessentinnen und Interessenten. Das Wichtigste bleibt aber die persönliche Empfehlung.

Auch bezüglich der Art der Gemüseabholung wurden neue Ideen ausgetauscht. Anstatt fertig gepackter Kisten können Mitglieder ihre Ernteanteile selbst zusammenstellen – sei es nach Gewicht oder nach einem "Portionen-Prinzip". Dies verringert nicht nur den logistischen Aufwand, sondern stärkt auch das Bewusstsein für den eigenen Konsum und die saisonale Verfügbarkeit. Selbsternte-Konzepte oder Kooperationen mit der Gastronomie zur Verwertung von Überschüssen wurden ebenfalls als zukunftsweisende Ansätze diskutiert.

Neben den konkreten Herausforderungen wurde auch die Rolle der Solawi-Betriebe innerhalb der Bioland-Gemeinschaft reflektiert und die Bedeutung der kleinen, dezentralen Strukturen für ein zukunftsfähige ökologische Landwirtschaft betont.

Das Vernetzungstreffen machte deutlich: Die Solawi-Idee lebt von Innovation und Gemeinschaft. Entscheidend ist, Mitglieder aktiv einzubinden, neue Organisationsstrukturen zu erproben und frische Impulse zu setzen. Besonders das Spannungsfeld zwischen Gemeinschaftsprojekt und wirtschaftlichem Betrieb bleibt eine Herausforderung.

Quelle: Pressemitteilung Bioland e. V.


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