Florfliegen

Florfliegen: Wunderschöne Nützlinge

Die Florfliege ist ein Nützling, der eher unauffällig und kaum bekannt ist. Denn Florfliegen sind nicht besonders groß, sie haben keine auffallende Färbung und sind zudem überwiegend abends und nachts aktiv. Trotzdem lohnt es sich, die Florfliegen auch einmal näher zu betrachten. Erst dann zeigt sich, wie nützlich, interessant und wirklich wunderschön sie sind. 

Die Familie der Florfliegen verdankt ihren Namen ihren Flügeln. Die haben eine besondere Struktur, die an einen Flor erinnert, ein altes Wort für ein sehr zartes, halbdurchsichtiges Gewebe. Über 2.000 unterschiedliche Arten von Florfliegen gibt es, die fast auf der ganzen Welt zu finden sind, außer in Australien. Rund 70 davon sind in Europa heimisch. 

Wie erkenne ich eine Florfliege?

Die europäischen Florfliegen können eine Flügelspannbreite von sechs Millimetern bis zu 35 Millimetern haben. Die Facettenaugen der erwachsenen Florfliegen schimmern bronzefarben, was ihnen auch den Namen Goldauge verliehen hat. Die Tiere haben eine grüne bis bräunliche Farbe, zwei Flügel und, wie alle Insekten, sechs Beine. Die werden bis zu 15 Millimeter lang. Die Flügel sind in der Regel durchsichtig schimmernd und mit feinen grünen Adern durchzogen.

Blattlauslöwen auf Raubzug

Die Larven der Florfliegen haben eine langgestreckte Körperform mit seitlich abstehenden, kleinen Borsten und natürlich noch keine Flügel. Sie ernähren sich hauptsächlich räuberisch, das heißt, dass sie andere kleine Insekten aussaugen. Mitunter werden sie auch "Blattlauslöwen" genannt, da sie hunderte Blattläuse während ihres Larvenstadiums fressen. Aber die Larven sind nicht wählerisch, auch Spinnmilben, Thripsen, Schmierläuse, Raupen und andere Kleininsekten stehen auf dem Speisezettel. Sind die Florfliegenlarven ungefähr eine bis drei Wochen alt und etwa einen halben bis einen Zentimeter groß, verpuppen sie sich. Aus diesem Kokon schlüpfen schließlich erwachsene Florfliegen mit Flügeln. Einige Arten der erwachsenen Florfliegen ernähren sich so wie ihre Larven von anderen kleinen Tieren, die meisten leben jedoch ausschließlich von Pollen, Nektar und Honigtau. Und damit sind sie auch wieder kleine Helferinnen bei der Bestäubung von Pflanzen.

Nützlich für den Menschen

Weil die Larven der Florfliege besonders gerne Blattläuse fressen, werden die Larven sogar extra in großen Mengen gezüchtet und in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Besonders in der ökologischen Landwirtschaft sind Nützlinge wie die Florfliege oder auch der Marienkäfer wichtig, denn hier werden keine synthetischen Gifte verwendet, um die Blattläuse abzutöten. Auch im eigenen Garten richten Blattläuse, wenn sie zu viele werden, oft Schaden an. Und genauso wie in der Landwirtschaft können dann Larven der Florfliege helfen. Sie können zum Beispiel im Fachhandel gekauft und direkt an den befallenen Pflanzen ausgesetzt werden. Es ist aber auch möglich, die Florfliegen in den eigenen Garten zu locken. Katzenminze ist so ein Lockmittel: Sie sendet ganz bestimmte Duftstoffe aus, die die Florfliegen anlocken. Diese legen ihre Eier in die Nähe von Blattlauskolonien und daraus schlüpfen die Larven, die die Blattläuse fressen. Wer die Florfliegen unterstützen will, bietet ihnen einen Überwinterungsplatz an. Hier können Holzspäne oder Kiefernzapfen in einem trockenen Platz, idealerweise einem Insektenhaus, angeboten werden, in denen die Florfliegen einen sicheren Ort zum Überwintern finden.


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