Wenn es um Wildpflanzen in der freien Landschaft geht, unterscheiden Naturschutzfachleute differenzierter zwischen "heimisch" und "gebietsheimisch". Gebietsheimische Pflanzen haben ihren genetischen Ursprung nachweislich in einem öko-geographisch einheitlichen Gebiet. "Sie sind die bis dato am besten an die dortigen Boden- und Klimaverhältnisse angepassten Typen ihrer Art. Und haben sich in Ko-Evolution mit der dortigen Tierwelt entwickelt. Als Futterquelle und Nistplatz sind sie erprobt und bestens geeignet", erklärt Herbert Vinken. "Ob sie allein ökologisch wertvoll sind, ist umstritten – und zu wenig erforscht."
Deutschland in 22 Gebiete aufgeteilt
Für heimische Stauden und Gräser gibt es 22 Ursprungsgebiete. Vom nordwestdeutschen und ostdeutschen Tiefland reichen sie über diverse Mittelgebirgslandschaften, entlang größerer Flüsse bis hin zum Alpenvorland und zu den Alpen.
Bisher vermehren nur einige wenige spezialisierte Gärtnereien Wildpflanzen getrennt nach Herkünften. Sie beziehen ihr Saatgut von zertifizierten Händlern, für die wiederum botanisch versierte Sammlerinnen und Sammler das "Elite"-Saatgut von Hand ernten. Anschließend wird es auf landwirtschaftlichen Betrieben vermehrt. Der Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e.V. überwacht und zertifiziert den Prozess.