Verarbeitung


Kann Bio- von konventionell erzeugter Milch unterschieden werden?

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Mit geeigneten Testverfahren kann Bio- und konventionelle Milch unterschieden werden. Foto: Thomas Stephan, BLE

Die Möglichkeit, Biomilch von konventionell erzeugter Milch zu unterscheiden, stößt bei  Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmern auf ein zunehmendes Interesse. Der Abverkauf von Biomilch hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, sowie mittlerweile auch die Verfügbarkeit am Markt.

Es gibt einige Studien, die sich mit der Untersuchung der Milchqualität zwischen konventioneller und Biomilch beschäftigt haben.

Vorüberlegungen

Die Zusammensetzung der Milch wird wesentlich von der Fütterung der Kühe bestimmt. Es muss bedacht werden, dass die unterschiedliche Haltung insgesamt zu nachweisbaren Unterschieden führt und es muss dabei die jahreszeitliche Variation der Futterzusammensetzung in beiden Haltungsformen berücksichtigt werden.

Studien

Mit dem Ziel die Möglichkeiten zur Unterscheidung ökologischer und konventioneller Milch zu erproben, hat das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel - MRI im Jahr 2009 eine Studie durchgeführt. Während einer 18-monatigen Probenahme wurden rund 250 ökologisch und konventionell erzeugte Vollmilchproben aus dem Einzelhandel untersucht. Dabei wurden instrumentelle Verfahren wie die Analyse von Fettsäuren oder stabilen Isotopen eingesetzt.

Auch am Fachgebiet biologisch-dynamische Landwirtschaft in Kassel hat man sich diesem Thema bereits gewidmet und das Fettsäuremuster von vier verschiedenen Betriebsstilen im Sommer und Winter untersucht.

Ergebnisse

Die Untersuchungen des MRI wurden mit pasteurisierten Vollmilchproben aus dem Handel und von Erzeugern aus der Region Kiel durchgeführt, wobei die konventionelle und ökologische Erzeugung der Milch gleichmäßig berücksichtigt wurde. Biomilch zeigte durchgehend höhere alpha-Linolensäuregehalte, da in der ökologischen Produktion ganzjährig ein höherer Anteil an Weidefutter beziehungsweise Gras verfüttert wird. Im Gegensatz dazu spiegelte sich die eher maissilagelastige Fütterung in der konventionellen Produktion im ganzjährig höheren Gehalt an schwerem Kohlenstoff wider.

Die Studie aus Kassel untersuchte je zwei bio-dynamisch und zwei konventionell wirtschaftende Betriebe, mit wiederum je einmal eher traditionellerer (Weidehaltung, Heu) und einmal eher modernerer (Silage und Kraftfutter) Haltung. Auch diese Studie kam zu dem Schluss, dass bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben die ernährungsphysiologisch wertvollen konjugierten Linolsäuren, Omega 3 Fettsäuren und Verzweigtkettigten Fettsäuren besonders hoch konzentriert waren. Zwar ließ sich das Fettsäuremuster von intensiver geführten biologisch-dynamischen Betrieben und extensiver geführten konventionellen Betrieben nicht mehr viel unterscheiden, allerdings ist trotzdem noch eine deutliche Unterscheidbarkeit zu intensiver konventioneller Milchhaltung zu finden.


Letzte Aktualisierung: 19.10.2017