Bundeskongress: Gute Kita- und Schulverpflegung macht gesundes Aufwachsen gerechter

Was Kinder in Kita und Schule essen, ist mehr als eine Frage des Speiseplans: Es geht um Gesundheit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Beim Bundeskongress Kita- und Schulverpflegung in Berlin am 7. Oktober standen deshalb kommunale Strategien und die gemeinsame Verantwortung von Politik, Wissenschaft und Praxis im Mittelpunkt.

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Unter dem Motto “Gemeinsam gut essen” diskutierten auf Einladung des Bundeszentrums Kita- und Schulverpflegung und des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) rund 400 Fachleute und Verantwortliche aus Bund, Ländern und Kommunen über Wege zu einer sozial gerechteren und widerstandsfähigen Gemeinschaftsverpflegung.

Dass zukunftsfähige Kita- und Schulverpflegung die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen braucht, wurde im Fachgespräch von Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, und Mareike Wulf, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, deutlich.

Dazu Bundesminister Alois Rainer: 

Täglich essen rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen. Eine gute und ausgewogene Kita- und Schulverpflegung bietet also viele Chancen: Gutes und gemeinsames Essen stärkt Gesundheit und soziale Teilhabe; Kinder und Jugendliche lernen dabei viel über Ernährung und nicht zuletzt über Heimat, denn zahlreiche Träger und Schulen arbeiten mit Betrieben aus der Region zusammen. Wir unterstützen Länder und Kommunen mit unserem Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung, der Förderung der Vernetzungsstellen und den DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung. So können in Zukunft noch mehr Kinder und Jugendliche in den Genuss eines gesunden, ausgewogenen und möglichst regional verankerten Verpflegungsangebots in der Gemeinschaftsverpflegung kommen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Wulf betonte: 

Gemeinsames Essen verbindet, das gilt auch für Kita und Schule. Gutes und gesundes Essen hilft Kindern, gerne zur Schule zu gehen und unterstützt das Lernen. Deshalb ist die Kita- und Schulverpflegung Teil guter Bildung. Dafür braucht es alle Ebenen: Bund, Länder und Kommunen gemeinsam mit vielen weiteren Akteuren vor Ort – der Bund leistet zum Beispiel mit dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau und dem neu gestarteten Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung einen Beitrag zum Neu- und Umbau von Räumen sowie für die Ausstattung auch von Küchen und Mensen.

Gute Verpflegung darf keine Frage der sozialen Herkunft sein 

“Ernährung im Kindesalter prägt lebenslang – gute Kita- und Schulverpflegung macht gesundes Aufwachsen gerechter”, machte Prof. Dr. Alena Buyx, Lehrstuhl für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der Technische Universität München, in ihrer Keynote deutlich. Ernährung sei eine gesellschaftliche und politische Aufgabe; Ungleichheiten ließen sich nicht allein individuell lösen. Entscheidend sei eine strukturelle Perspektive, die das Recht von Kindern auf gesundes Aufwachsen in den Mittelpunkt stellt und Kita- und Schulverpflegung als zentralen Hebel für Prävention und Gesundheitsförderung nutzt.

Qualität heißt mehr als ein voller Teller 

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), Prof. Dr. Britta Renner, stellte in ihrem Fachimpuls die soziale Dimension des Essens in der Gemeinschaft heraus: Kommunen, die in Kita- und Schulverpflegung investierten, investierten in gesunde Kinder und in den sozialen Zusammenhalt gleichermaßen. “Ein gutes Mittagessen braucht mehr als einen vollen Teller: Es braucht Qualität, Zeit und Gemeinschaft”, so Renner.

Kommunen zeigen: Ein Ziel, viele Wege

Wie eine partizipative, sozial gerechte und resiliente Kita- und Schulverpflegung aussehen kann, zeigten die vielen Praxisbeispiele. Deutlich wurde: Jede Kommune, jede Schule hat individuelle Rahmenbedingungen und Bedarfe; es gibt keine Blaupause. Aber es gibt Wege, die zu den jeweiligen Anforderungen vor Ort passen: Egal ob mit Free-Flow als Ausgabesystem, multifunktionalen Mensakonzepten, Satellitenküchen oder Frischküchen im kommunalen Eigenbetrieb. Das gemeinsame Ziel sind Verpflegungsangebote, die schmecken und allen Kindern offenstehen.

Mehr Informationen unter Gemeinsamgutessen.de  

Quelle: Pressemitteilung der BLE


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