Bei der Preisverleihung im BMLEH sagte Bundesminister Rainer: "Ohne Frauen geht in der Land- und Forstwirtschaft nichts. Deshalb freue ich mich besonders, die Professor Niklas-Medaille in diesem Jahr erstmals ausschließlich an Frauen zu verleihen. Unsere Preisträgerinnen engagieren sich mit Leidenschaft und Mut für unsere Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft. Ihre Lebensgeschichten zeigen: Es ist wirklich an der Zeit, die Leistungen von Frauen noch sichtbarer zu machen. Sie sind Vorbilder und machen deutlich, wie sich zukunftsfähige ländliche Räume mit Innovationen, gesellschaftlicher Verantwortung und einem starken Heimatgefühl verbinden lassen. Ich danke den vier Preisträgerinnen von Herzen für ihren Einsatz und gratuliere ihnen zu dieser Auszeichnung."
Die Preisträgerinnen
- Elfriede Kett pflanzte als sogenannte Kulturfrau in der unmittelbaren Nachkriegszeit unzählige Setzlinge. Sie trug damit wesentlich dazu bei, die stark geschädigten bayrischen Wälder wieder aufzuforsten. Auch heute noch, mit 91 Jahren, setzt sich Elfriede Kett für den Wald ein: Gemeinsam mit ihrer Familie baut sie den eigenen Bestand zu einem resilienten Mischwald um. Mit ihrem lebenslangen Einsatz für die Wälder ihrer Heimat zeigt sie, wie entscheidend die Arbeit von Frauen im Forstbereich ist. Sie kann damit nicht nur jungen Frauen ein Vorbild sein. Elfriede Kett konnte aus persönlichen Gründen nicht an der Preisverleihung teilnehmen.
- Lilian Guzmán Pfeiffer begegnet den aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft mit innovativen Ideen, fundiertem Fachwissen und Mut. Seit 2017 leitet sie als Vorstandsvorsitzende der brandenburgischen Agrargenossenschaft Groß Machnow einen rund 3.000 Hektar großen Betrieb, der sowohl konventionell als auch ökologisch bewirtschaftet wird. Dort erprobt sie gemeinsam mit Forschenden praxistaugliche Ansätze zum Humusaufbau und versorgt mithilfe einer hofeigenen Biogasanlage sowie Photovoltaikanlagen ihren Betrieb und die Region mit Strom. Zudem bringt Lilian Guzmán Pfeiffer mit Hofführungen, Feldtagen und Bildungsangeboten Menschen den Alltag von Landwirtinnen und Landwirten nahe. Damit zeigt sie nicht nur Wege für eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf, sondern stärkt auch die Wertschätzung des Sektors in der Gesellschaft.
- Magdalena Zelder engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich in zahlreichen Verbänden und Vereinen. Dabei setzt sie sich insbesondere für Frauen sowohl innerhalb wie außerhalb der Landwirtschaft ein. Und auch die junge Generation liegt ihr am Herzen: Unter anderem für Kinder und Jugendliche macht sie Landwirtschaft auf ihrem Hof in Wittlich in Rheinland-Pfalz erlebbar. So sorgt sie für mehr Wertschätzung gegenüber Landwirtinnen und Landwirten. Ihr herausragendes Engagement vereint sie mit der Leitung ihres landwirtschaftlichen Betriebes und dem Familienalltag. Damit ermutigt Magdalena Zelder nicht nur Landwirtinnen, die Landwirtschaft und ihre Betriebe und allen voran ihre Heimat aktiv mitzugestalten. Besonders inspirierend ist ihr offener Umgang mit Zukunftsängsten und Hoffnungen, die mit den Anforderungen des persönlichen Lebens und des Arbeitslebens einhergehen – besonders bei längerer Erkrankung.
- Prof. Dr. Claudia Neu kennt das Thema Heimat wie kaum eine andere. Sie ist international anerkannte Expertin für Fragen der ländlichen Räume und Professorin an den Universitäten in Göttingen und Kassel. Besonders bewegt sie der soziale Zusammenhalt: Demokratie, Ehrenamt, Daseinsvorsorge und soziale Gemeinschaften sind ihre Themen. Bis 2025 beriet sie als Vorsitzende des Sachverständigenrats Ländliche Entwicklung das BMLEH und brachte dort zukunftsweisende Themen auf die Agenda. Sie zeigte als Co-Autorin der BMLEH-Studie "Frauen.Leben.Landwirtschaft" auf, wie sehr die Rolle von Frauen für die Landwirtschaft und den sozialen Zusammenhalt vielfach unterschätzt wird. Mit ihrer Arbeit ebnet Claudia Neu den Weg für eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituationen insbesondere von Frauen in ländlichen Räumen.
Quelle: Pressemitteilung des BMLEH



