In einem Praxisversuch auf einer Photovoltaik-Anlage in Schleswig-Holstein analysierte das Forschungsteam das Raumnutzungs- und Aktivitätsverhalten der Tiere sowie die Eigenschaften des Grünlands. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise dafür, wie landwirtschaftliche Nutzung und erneuerbare Energieerzeugung auf derselben Fläche kombiniert werden können.
Für die Studie wurden über zwei Weideperioden hinweg jeweils zehn Schafe mit GPS-Halsbändern ausgestattet und kontinuierlich beobachtet – einmal Tiere, die bereits Erfahrung mit Beweidung unter Solarmodulen hatten, und einmal unerfahrene Tiere. Die Schafe konnten dabei frei zwischen einem Bereich mit und einem Bereich ohne Solarmodulen wechseln. Die beiden Bereiche waren gleich groß und miteinander verbunden, um Aufenthaltspräferenzen identifizieren zu können. "Wir sehen deutlich, dass die Schafe die Module aktiv nutzen, insbesondere bei höheren Temperaturen", sagt Erstautorin Caroline Siede aus der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. Vor allem tagsüber suchten die Tiere häufiger die beschatteten Bereiche auf, während sie nachts überwiegend offene Flächen bevorzugten. Gleichzeitig war die Futtermenge in beiden Bereichen ausreichend, um den Nährstoffbedarf der Schafe zu decken.
Auch die Futterqualität unterschied sich nur moderat zwischen den Flächen: Unter den Solarmodulen wies das Gras höhere Rohproteingehalte auf, während auf den unbeschatteten Flächen mehr wasserlösliche Kohlenhydrate enthalten waren. Insgesamt, so das Fazit der Forschenden, eigneten sich beide Bereiche gut für die extensive Beweidung.
"Solarweiden bieten nicht nur eine Möglichkeit zur nachhaltigen Flächennutzung, sondern können auch zum Tierwohl beitragen, etwa durch Hitzeschutz", erklärt Siede.
Für belastbare Aussagen zu langfristigen Effekten seien jedoch weitere Studien nötig.
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Quelle: Pressemitteilung Universität Göttingen



