Ziel ist es, die Berliner Ernährungswirtschaft sichtbarer zu machen, Akteurinnen und Akteure besser zu vernetzen und Innovationen für ein nachhaltiges Ernährungssystem zu fördern. Berlin verfügt über eine dynamische Ernährungswirtschaft mit rund 15.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von etwa 3,5 Milliarden Euro. Zahlreiche Start-ups, Handwerksbetriebe, Gastronomiebetriebe und Forschungseinrichtungen arbeiten an pflanzenbasierten Lebensmitteln, Fermentationstechnologien oder regionalen Wertschöpfungsketten. Bislang fehlte jedoch eine gemeinsame Struktur, die vorhandene Angebote bündelt und Kooperationen erleichtert.
Dezentral & Digital: beides zusammen bringt Struktur
FOOD MADE IN BERLIN schließt diese Lücke. Statt eines einzelnen Innovationszentrums entsteht ein dezentraler Standortverbund aus bestehenden Einrichtungen wie dem CIC Berlin, den Zickenhöfen und der Markthalle Neun. Ergänzt wird dieser durch eine digitale Informationsplattform sowie Workshops zu Themen wie Gründung, Produktentwicklung, Finanzierung und Marktzugang. So werden vorhandene Ressourcen besser genutzt und Unternehmen gezielt unterstützt.
Das Vorhaben ist Teil der Berliner Ernährungsstrategie und verbindet wirtschaftliche Entwicklung mit Nachhaltigkeit, Gesundheitsförderung und regionaler Wertschöpfung. Wirtschaft, Netzwerke, Wissenschaft und Verwaltung arbeiten dabei eng zusammen.
Erste Veranstaltungsformate werden durch Fördermittel aus dem C40-Projekt Plantiful ermöglicht. C40 ist ein internationales Netzwerk aus weltweit rund 100 Mitgliedsstädten, deren politische Führung gemeinsam daran arbeitet, den Klimawandel zu bekämpfen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und Städte resilienter sowie nachhaltiger zu gestalten. Berlin ist Gründungsmitglied und seit 2006 dabei.
Das aktuelle “Plantiful – Technical Assistance Programme on Food-Business Engagement” unterstützt Städte dabei, die Zusammenarbeit mit Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft zu stärken und klimafreundliche sowie gesunde Ernährungsangebote auszubauen.
Für Biostädte und andere Kommunen ist der Berliner Ansatz besonders interessant, weil er sich leicht übertragen lässt. Nicht jede Kommune benötigt einen eigenen Food Campus. Vielmehr können bestehende Orte, Netzwerke und Unterstützungsangebote unter einem gemeinsamen Dach sichtbar gemacht und miteinander verbunden werden. Kommunen können dabei als Vernetzer auftreten, Kooperationen fördern und den Austausch zwischen Unternehmen, Wirtschaftsförderung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stärken.
FOOD MADE IN BERLIN zeigt, dass die Weiterentwicklung des Ernährungssystems auch eine starke Ernährungswirtschaft braucht. Werden Innovation, regionale Wertschöpfung und nachhaltige Unternehmensentwicklung gemeinsam gedacht, entstehen neue Impulse – für die lokale Wirtschaft ebenso wie für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem.
Quelle: Bio Komm' mit



