Karlsruher Ernährungsgipfel setzt Impulse: Ernährung gemeinsam gestalten

Wie gelingt eine nachhaltige und zukunftsfähige Ernährung vor Ort? Welche Chancen bieten regionale Wertschöpfungsketten, innovative Vermarktungswege und eine moderne Gemeinschaftsverpflegung? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der zweite Karlsruher Ernährungsgipfel am 12. Mai – und brachte zukunftsweisende Impulse.

Ernährung ist inzwischen zentrales kommunales Zukunftsthema

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung kamen zusammen, um Ideen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam an Lösungen für die Ernährung von morgen zu arbeiten. Veranstalter waren die Stadt Karlsruhe, Umwelt- und Arbeitsschutz, zusammen mit dem Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) und der Initiative KA-Wert.

Die große Resonanz auf die Veranstaltung machte deutlich: Ernährung ist längst zu einem zentralen kommunalen Zukunftsthema geworden. Denn kaum ein anderer Bereich verbindet so viele gesellschaftliche Herausforderungen miteinander – von regionaler Wirtschaftsentwicklung über Bildung und soziale Teilhabe bis hin zu Klima- und Umweltschutz sowie Gesundheitsförderung. Entsprechend vielfältig waren die Perspektiven und Erfahrungen, die beim Ernährungsgipfel aufeinandertrafen. 

Themen, die bewegen: Quartiersküchen, Hülsenfrüchte und Direktvermarktung

Neben inspirierenden Impulsen aus anderen Städten und einer spannenden Podiumsdiskussion stand vor allem eines im Mittelpunkt: der Dialog. An sechs Thementischen diskutierten die Teilnehmenden engagiert über aktuelle Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze. Besonders intensiv wurde über den Einsatz von Hülsenfrüchten in der Gemeinschaftsverpflegung, die Direktvermarktung regionaler Produkte sowie Quartiersküchen, in denen Menschen zusammen kochen, gemeinsam essen und Neues rund um gutes und nachhaltiges Essen lernen, gesprochen.

Die Gespräche zeigten eindrucksvoll, welches Potenzial auf kommunaler Ebene vorhanden ist:

  • Quartiersküchen können, als offene Treffpunkte im Viertel, weit mehr sein als Orte der Verpflegung: Sie stärken regionale Wirtschaftskreisläufe, fördern Begegnungen und ermöglichen eine nachhaltige Versorgung vor Ort.
  • Hülsenfrüchte wurden als zukunftsweisender Bestandteil einer modernen Gemeinschaftsverpflegung diskutiert – gesund, klimafreundlich und vielseitig einsetzbar.
  • Beim Thema Direktvermarktung stand die Frage im Fokus, wie landwirtschaftliche Betriebe noch besser dabei unterstützt werden können, ihre Produkte erfolgreich an Verbraucherinnen und Verbraucher, Großküchen sowie öffentliche Einrichtungen zu vermarkten.

Langfristig tragfähige Lösungen für das Ernährungssystem

Ein Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch alle Diskussionen: Die Gestaltung des Ernährungssystems gelingt nur gemeinsam. Ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte müssen zusammengedacht werden, um langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln. Kommunen übernehmen dabei eine Schlüsselrolle – als Vernetzer, Impulsgeber und Gestalter nachhaltiger Veränderungen.

Besonders positiv hervorgehoben wurde die offene und konstruktive Atmosphäre der Veranstaltung. Der große Bedarf an Austausch und Vernetzung spiegelte sich in den engagierten Gesprächen wider, die vielerorts auch nach dem offiziellen Programm fortgesetzt wurden. Beim gemeinsamen Ausklang in der städtischen Karlskantine entstanden neue Kontakte, konkrete Projektideen und viel Motivation für zukünftige Kooperationen.

Der Karlsruher Ernährungsgipfel macht deutlich, welchen Beitrag Kommunen zur Gestaltung nachhaltiger Ernährungssysteme leisten können. Das Format bringt Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, schafft Raum für Innovationen und fördert die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze. Für Städte und Gemeinden, die sich stärker mit nachhaltiger Ernährung, regionalen Wertschöpfungsketten oder der Gemeinschaftsverpflegung beschäftigen möchten, bietet ein solcher Austausch wertvolle Orientierung und praxisnahe Impulse.

Gleichzeitig eröffnet er die Möglichkeit, voneinander zu lernen und erfolgreiche Ansätze schneller in die eigene Arbeit zu übertragen.

Die Botschaft des Ernährungsgipfels ist klar: Die Zukunft unserer Ernährung ist kommunal und entsteht nicht im Alleingang. Sie lebt vom Dialog, vom Austausch guter Ideen und vom gemeinsamen Engagement vieler Akteure. Genau dafür bietet der Karlsruher Ernährungsgipfel eine starke Plattform – und setzt wichtige Impulse für eine nachhaltige Ernährungskultur vor Ort.

Und so ganz nebenbei zeigt es, wie viel Kreativität und Umsetzungswillen zusammenkommt, wenn sich alle Stakeholder eines Themas gemeinsam und in Präsenz mit den Akteuren der jeweiligen Stadtverwaltungen vernetzen. Ein klares Votum der Teilnehmerinnen und Teilnehmern für mehr Präsenz-Veranstaltungen!


Letzte Aktualisierung 17.08.2026

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