Marktschwärmerei

In der Marktschwärmerei total regional einkaufen

Eine Marktschwärmerei kombiniert den modernen Online-Verkauf mit der persönlichen Atmosphäre eines Bauernmarktes. Die Verbraucherinnen und Verbraucher bestellen per Internet Lebensmittel von regionalen Erzeugerbetrieben und holen diese einmal pro Woche an einem festen Treffpunkt ab. Das kann der Raum einer Bibliothek, eine Firmenhalle oder einfach der Hinterhof eines Hauses sein. Dort stehen die Erzeugerbetriebe mit ihren vorbestellten Waren zur Warenausgabe und zum Plausch bereit. Meist gibt es das ganze Jahr über Fruchtsäfte, Brot, Eier, Öle und Fleisch oder Wurst. Nur das Obst und Gemüseangebot variiert stark nach Saison. Im Sommer und Herbst herrscht eine bunte Vielfalt. Im Winter dominieren Rote Beete, Kohl und Co. Denn anders als auf dem Wochenmarkt sind in einer Schwärmerei importierte Früchte oder überhaupt Handelsware tabu. Alles stammt aus der Region.

Bundesweit für regionale Lebensmittel schwärmen

Zwischen Flensburg und Freiburg gibt es 59 aktive Schwärmereien. Über 50 weitere sind im Aufbau. Sie alle firmieren unter dem Dach der deutschen Marktschwärmer. Das gemeinwohlorientierte Start-up Unternehmen will mit einer Internetplattform Verbraucherinnen und Verbrauchern den Zugang zu regionalen Lebensmitteln erleichtern und gleichzeitig den persönlichen Kontakt zwischen Kundinnen und Kunden und Erzeugerinnen und Erzeugern herstellen. Die Idee zu den selbst organisierten Miniwochenmärkten stammt aus Frankreich und nennt sich dort La Ruche qui dit Oui! ("Der Bienenkorb, der Ja sagt").  Die deutschen Marktschwärmer sind mit internationalen Namen "Food Assembly" gestartet, haben sich dann aber passend zum heimischen Konzept umgetauft.

Eine Schwärmerei gründen

Die Gastgebenden sind meistens engagierte Verbraucherinnen und Verbraucher: Besonders schwer ist es, in teuren Großstädten einen passenden Ort für den Warenaustausch zu finden. Der Raum darf nicht viel kosten und muss leicht erreichbar sein. Dann gilt es, interessierte Erzeugerinnen und Erzeuger von Lebensmitteln aus der Region aufzuspüren: Gerade kleinere Betriebe, für die sich weder ein eigener Onlineshop noch Abokisten lohnen, sind interessiert.

Bei der Auswahl der Betriebe gilt: Bio ist erwünscht und Regionalität ein Muss. Viele der kleineren Erzeugerinnen und Erzeuger arbeiten zwar ökologisch, können sich aber die Gebühren für die Zertifizierung nicht leisten. Auf jeden Fall müssen die Gastgebenden überprüfen, ob die Betriebe nachhaltig wirtschaften und ihre Tiere artgerecht halten. Sind die Lebensmittelbetriebe gefunden, gilt es Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Die meiste Werbung läuft über die sozialen Netzwerke

Bequem bestellen, aber selbst abholen

Die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen die gewünschten Produkte etwas zwei Tage vorher online bestellen. Schließlich muss der Gastgebende seine Erzeugerinnen und Erzeuger rechtzeitig informieren, was sie mitbringen sollen. Ansonsten haben die Verbraucherinnen und Verbraucher keinerlei Verpflichtungen: Die Registrierung ist kostenlos und sie bestellen nur was und wann sie wollen. Anders als bei der Abokiste brauchen sie sich nicht abzumelden.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass bei den Schwämereien keinerlei Lebensmittel in der Tonne landen. Schließlich liefern die Erzeugerinnen und Erzeuger nur die bereits vorbestellte Ware. Viele Gründe sprechen also dafür, einmal eine Marktschwärmerei in der Nachbarschaft auszuprobieren oder selbst mit Gleichgesinnten eine aufzumachen. Am besten brummen übrigens Marktschwärmereien, die besondere Spezialitäten anbieten. So gibt es in Kiel Muscheln, in Berlin frischen Fisch aus der Uckermark und in Chemnitz Straußensteak und Eierlikör.


Letzte Aktualisierung 06.05.2020

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