Crowdbutching

Beim Crowdbutching Kühe und Co. teilen

Crowdbutching kombiniert Crowdfunding – eine Beteiligung an einem Unternehmen – und Butching – englisch für Schlachtung. Dabei beteiligen sich Verbraucherinnen und Verbraucher statt an einem jungen Unternehmen an einem Tier. Meistens geht es dabei um Kühe oder Schweine. Aber auch Hühner sind im Angebot sowie Specials wie Gänse im Winter oder sogar Wasserbüffel.

Das Prinzip: Ein Betrieb bietet ein bestimmtes Tier auf einer Internetplattform oder seiner eigenen Webseite an. Zu erkennen ist das Tier an der Nummer auf seiner Ohrmarke. Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen dann Anteile an diesem Tier. Zum Beispiel Fleischpakete mit vier oder mehr Kilogramm. Erst wenn das komplette Fleisch in Form von Paketen verkauft ist, wird das Tier geschlachtet – vorher nicht! Von der Bestellung bis zur Lieferung dauert es mindestens zwei Wochen.

Totalverkauf von Kopf bis Schwanz

Beim Crowdbutching wird kein Fleisch unnötig im Voraus produziert und am Ende gar weggeworfen. Außerdem verwerten die meist kleinen Schlachtereien noch das ganze Tier. Die Häute gehen an Gerbereien. Innereien landen im Hundefutter. Übrig gebliebene Knochen lassen sich zu Leim verarbeiten…

Zu den Pionieren in Deutschland gehören MeinBiorind.de in Sachsen-Anhalt und die bayerische Crowdbutchting.com GmbH. Deren Gründer Berend te Voortwis stammt aus einer Bauernfamilie, die noch einmal jährlich gemeinsam eine Kuh geschlachtet und das Fleisch dann übers Jahr hinweg verwertet hat. Für die gelungene Umsetzung der gemeinschaftlichen Tiernutzung auf ihren Websites www.kaufnekuh.de und www.kaufeinschwein.de hat das Start-up 2018 den Förderpreis "Zu gut für die Tonne" bekommen. Bei den Plattformen für Schweine und Kühe lässt sich zwischen Bio und konventionell gehaltenen Tieren wählen. Die Hühnerteile gibt es ausschließlich in Bioqualität www.kaufeinnhuhn.de.

Das digitale Dorf

Die Hamburger Plattform besserfleisch.de bietet Rind- und Schweinefleisch sowie Gänse von zwölf Biohöfen in Norddeutschland an. "Wir sind ein digitales Dorf. Früher haben sich die Menschen im Dorf ein Tier geteilt, heute machen wir das im Netz", erläutert May-Britt Wilkens. Die Firmengründerin möchte artgerechte Tierhaltung mit Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher verknüpfen. Sie selbst hatte es als Kundin satt, im Supermarkt vor einheitlich eingeschweißten Fleischpaketen ohne genaue Herkunftsangaben des Tieres zu stehen. "Hier geht es schließlich nicht um eine Möhre, ich entscheide mit meinem Kauf, was für ein Leben ein Tier vor der Schlachtung führen darf."

Damit die Kundschaft bei der Stange bleibt, verkauft besserfleisch.de nur hochwertiges Rindfleisch von Ochsen und Färsen (Jungrinder). Gute Biohöfe sind keine Mangelware. Es fehlen eher kleine Biometzgereien, die die Tiere ohne Stress schlachten.

Ein gutes Stück Galloway vom Biohof

Natürlich können auch Direktvermarkter über einen angeschlossenen Online-Shop ihre Tiere teilen. Das macht ein Biohof in Brandenburg unter dem Namen "Das Gute Fleisch".

Auf dessen Weiden grasen ganzjährig Galloway-Rinder, bis sich genügend Käuferinnen und Käufer für sie gefunden haben. "Wir möchten unter keinen Umständen, dass ein Tier nur wegen einiger Teile zum Schlachter geführt wird. Hoffentlich überdenken immer mehr Verbraucher ihr Konsumverhalten", wünscht sich Geschäftsführer Torsten Siebert. Damit sich der Lieferaufwand auch lohnt, gibt es keine einzelnen Steaks, sondern nur Fleischpakete.

Dabei verpackt das Start-up möglichst plastikarm: Ein 8,3 Kilogramm schweres Fleischpaket verbraucht 280 Gramm Kunststoffverpackung und 600 Gramm Pappe. "Natürlich hören sich 300 Gramm Kunststoffverpackungen für 8,3 Kilogramm Fleisch viel an, jedoch fällt im stationären Handel bei der gleichen Menge Fleisch fast dreimal mehr Verpackungsmüll an", versichert Siebert.


Portaltipp

Crowdbutching und Schweineleasing – Biofleisch online kaufen

Film zum Förderpreis Crowdbutching

(Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Biohöfe oder Online-Plattformen mit Crowdbutching können sich gerne melden unter info@oekolandbau.de.)

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