Kleegras kompostieren

Kleegras kompostieren

Alternativ zum Cut & Carry-Verfahren kann der Kleegrasschnitt auch auf dem eigenen Betrieb kompostiert werden. Die Kompostierung von Kleegras bietet sich überall dort an, wo weitere wirtschaftseigene Abfälle wie Gemüsereste, Holzhäcksel, Laub oder Druschausputz anfallen, die mit kompostiert werden können.

Im Öko-Gartenbau, wo meist verhältnismäßig große Mengen Kompost auf kleiner Fläche angewendet werden, liegen bereits gute Erfahrungen mit der Kompostdüngung vor. Im Ackerbau gibt es bislang jedoch nur wenige Betriebe mit eigener Kompostierung. Das liegt hauptsächlich an den personellen Engpässen auf solchen Betrieben. Denn für die Arbeiten an der Kompostmiete (Aufsetzen, Mischen, usw.) muss entsprechend Arbeitszeit eingeplant werden. Hinzu kommen aber auch andere Hemmnisse: So sind für die Bearbeitung von größeren Mengen Kompost nicht unerhebliche Investitionen in entsprechende Maschinen sowie in Aufbereitungs- und Lagerplätze erforderlich. Diese müssen bei der Rentabilität der Kompostdüngung berücksichtigt werden.

Vor und Nachteile von Kleegras-Kompost gegenüber Cut & Carry

Vorteile

  • Zeitlich flexibler bei Schnitt und Düngeranwendung
  • Weniger Unkrautsamen durch Kompostierung

Nachteile

  • Durch die Kompostierung kommt es zu Stickstoffverlusten
  • Kompostierung erfordert Arbeitszeit und Investitionen (Maschinen und Kompostplatz)

Wie sieht der optimale Kleegras-Kompost aus?

Um einen guten Kleegraskompost fachgerecht zu erzeugen, hat die Landwirtschaftskammer NRW gemeinsam mit der Universität Bonn einen Leitfaden erstellt. Darin wird ausführlich erklärt, wie man eine Kleegras-Kompostmiete anlegt, aufsetzt und überwacht. Es wird auch ausführlich auf mögliche Probleme bei der Kompostierung eingegangen sowie auf die Anwendung in Ackerbau, Grünland und Gartenbau.

Für den im Leitfaden beschriebene Kleegras-Kompost werden Materialien mit engen (Kleegras, 12:1) und weiten (Holzhackschnitzel 65:1, Stroh 150: 1) C/N-Verhältnis verwendet. Der frische beziehungsweise angewelkte Kleegrasschnitt verbessert zu Prozessbeginn die Entwicklung der aeroben Mikroflora.

Kleegras-Kompost: Materialien und Anteile

  • Kleegrasschnitt            50-60 %
  • Stroh oder Heu minderer Qualität    5-10 %
  • Holzhackschnitzel            20-30 %
  • Gemüseabfälle            5-15 %
  • Mittelkompost                10 %

Quelle: Leitfaden zur Herstellung von betriebseigenen Kleegras-Kompost und Anwendung im Acker- und Gemüsebau

Empfohlen wird die Anlage eines befestigten Kompostmieten-Platzes. Dieser sollte maximal 2,5 Meter breit sein, die Höhe der Kompostmiete sollte maximal 1,4 Meter betragen. Die Länge richtete sich nach dem anfallenden Kleegras-Material. Bei Mietenmaßen von 2,5 mal 1,4 Meter kommt man für einen Hektar Kleegrasschnitt (1. Schnitt, etwa 16 t/ha FM) auf eine Mietenlänge von knapp 60 Metern.

Ein fester Wasser- und Stromanschluss in der Nähe der Miete ist sinnvoll, damit beim Wenden bewässert werden kann und bei Bedarf ein Mietenwender ohne Schlepperantrieb eingesetzt werden kann.

Nach dem Aufsetzen muss die Miete regelmäßig gemischt werden. Nach sechs bis acht Wochen ist die Hauptrotte und die Hygienisierungsphase abgeschlossen. Der nun vorliegende Frischkompost kann auf dem Acker ausgebracht werden, sodass der Mietenplatz für einen weiteren Kleegrasschnitt frei wird. Will man den Kompost für die Herstellung von Kulturerden (Gartenbau) verwenden, muss man ihm eine längere Reifezeit von drei bis sechs Monaten gewähren. Der dabei entstehende Reifekompost hat eine höhere Pflanzenverträglichkeit und eine geringere Geruchsbelastung als Frischkompost.

Anwendung

Im Ackerbau dient Kleegras-Kompost nicht nur als Nährstofflieferant, er trägt auch wesentlich zum Erhalt einer positiven Humusbilanz bei. Das gilt ganz besonders für humuszehrende Wirtschaftsweisen und intensive Fruchtfolgen mit Abfuhr von Ernterückständen.

Der Kompost sollte vor Kulturbeginn flach in den Boden eingearbeitet werden. Wichtig ist, auf eine bedarfsgerechte Dosierung zu achten. Auch bei der Düngung mit Kleegras-Kompost müssen die gesetzlich zulässigen Stickstoff- und Phosphorfrachten eingehalten werden.

Der Stickstoffgesamtgehalt (Nges) von Kompost-Frischmasse liegt zwischen 0,6 und 1,2 Prozent. Im ersten Anwendungsjahr sowie in den beiden darauffolgenden Jahren sind davon aber nur maximal fünf Prozent anrechenbar. Bei regelmäßigen Kompostgaben sind ab dem vierten bis zum 12. Jahr Stickstoff-Ausnutzungsraten von jährlich fünf bis acht Prozent der jeweils letzten Düngergabe möglich.

Neben der direkten jährlichen Kompostdüngung zu den Kulturen, kann die Kompostmenge auch mit einem Mal für drei Jahre ausgebracht werden. Im Ökolandbau dürfen alle drei Jahre maximal 20 Tonnen Trockenmasse auf den Hektar. Dabei sind auch die Sperrzeiten zu berücksichtigen. Nach aktueller Düngeverordnung darf Kompost nicht zwischen dem 1.12. und dem 15.1. ausgebracht werden.

Im Gemüsebau dient die Düngung mit Kleegras-Kompost in erster Linie der Verbesserung der Bodenstruktur, der Wasserhaltefähigkeit und der Grundnährstoffversorgung und weniger der Stickstoffversorgung der Gemüsekulturen.


Letzte Aktualisierung 03.02.2021

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