Außer-Haus-Verpflegung

Bio-Produkte in der Außer-Haus-Verpflegung

Wie können Küchen der Außer-Haus-Verpflegung Bio-Produkte erfolgreich einführen oder erreichte Bio-Anteile steigern? Dazu gibt es nicht die eine Antwort – aber viele Lösungen, die sich in der Praxis bewährt haben. Jede Küche, die sich auf diesen Weg begibt, hat heute reichhaltige Möglichkeiten, sich zu informieren und von Best-Practice-Beispielen inspirieren zu lassen sowie Fördermöglichkeiten zu nutzen. In diesem Beitrag erhalten Sie einen kompakten Überblick über die Wege zu einer nachhaltigen AHV – mit vielen Links zu weiterführenden Informationen. 

Interaktives Lernmodul zum Einstieg in die Bio-AHV

Sie möchten Bio in Ihrer Küche umsetzen, wissen aber nicht genau, worauf zu achten ist? Unser interaktives Lerntool macht Ihnen den Einstieg leicht! Erkunden Sie spielerisch die wichtigsten Schritte der Bio-Außer-Haus-Verpflegung (AHV) – von Einkauf und Warenannahme über Lagerung und Zubereitung bis hin zur Bio-Kennzeichnung auf Speisekarten sowie der möglichen Auszeichnung mit dem Bio-AHV-Logo.

Zum Lerntool

Wie kann ich Speiseabfälle in der AHV vermeiden?

In der Außer-Haus-Verpflegung landen in Deutschland jedes Jahr rundzwei Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfalleimer. Das ist weder gut für den Geldbeutel noch für die Umwelt noch ethisch sinnvoll. Eine nachhaltige Außer-Haus-Verpflegung beginnt deshalb mit dem Blick auf die Lebensmittelabfälle in der Küche und auf den Tellern. Abfall-Messungen in Kindertagesstätten und Schulmensen zeigen, dass dort zwischen 20 und über 30 Prozent der Lebensmittel im Abfalleimer landen.

Wenn nur ein Teil dieser Abfälle vermieden wird, erhöht das die finanziellen Spielräume der Küchen, um mehr Qualität auf die Teller zu bringen. Für die Messung von Speiseabfällen in der AHV gibt es inzwischen verschiedene, in der Praxis erprobte Instrumente.

Wo kann ich Bio-Lebensmittel für die AHV einkaufen?

Wenn Großküchen Bio-Produkte einführen, steht meist die Frage im Raum: Wo sollen die Bio-Produkte beschafft werden? Dazu gibt es keine einfache Antwort.  Die Bezugsquellen für Bio-Produkte sind so vielfältig wie die verschiedenen Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung.

Ein Fahrplan und praxisbewährte Tipps helfen, wie Sie dabei vorgehen können. Hier im Oekolandbau-Portal finden Sie zudem ein Verzeichnis mit alphabetisch sortierten Bezugsquellen für Bio-Produkte in der AHV, die (auch) Großküchen beliefern.

Wie kann ich Bio-Produkte in den Speiseplan integrieren?

Die Speiseplanung in der Außer-Haus-Verpflegung muss ganz unterschiedlichen Anforderungen genügen. Die Auswahl und Zubereitung der Speisen und Zutaten

  • sollte den Tischgästen gut schmecken,
  • wissenschaftlich basierten, ernährungsphysiologischen Anforderungen entsprechen,
  • für die Küchen wirtschaftlich und organisatorisch machbar sein. 

Unser Menüpunkt "Speiseplanung" gibt dazu einen kompakten Überblick und praktische Tipps zu speziellen Produktgruppen:

Wo finde ich Rezepte für eine nachhaltige AHV?
Hier im Oekolandbau-Portal finden Sie eine Auswahl an Listen und Datenbanken für attraktive und bewährte Rezepte, die gut zu einer nachhaltigen Außer-Haus-Verpflegung passen.
Wenn Sie dazu weitere Ideen oder Vorschläge haben, können Sie uns gerne schreiben an info@oekolandbau.de.

Wie kann ich die Kosten bei der Einführung von Bio-Produkten möglichst geringhalten?

Neben der Beschaffung von Bio-Produkten steht für die Küchen häufig die Frage nach der Wirtschaftlichkeit im Vordergrund: Ist Bio nicht grundsätzlich teurer? Wie können AHV-Küchen Bio-Lebensmittel einführen und gleichzeitig die Kosten im Rahmen ihrer Budgets bleiben? Hier die wichtigsten Tipps zur Kostenreduktion:

  • Speiseabfälle vermeiden
  • Fleischmengen – und -häufigkeiten reduzieren
  • Rezepturen überarbeiten und mehr pflanzliche und saisonale Produkte verwenden
  • Produkte bzw. Produktgruppen Schritt für Schritt aber durchgängig im ganzen Speiseplan auf Bio umstellen
  • Speiseauswahl reduzieren und dabei Qualität erhöhen.

Wie sich Bio-Produkte wirtschaftlich einsetzen lassen, vertiefen praxisnahe Informationen aus der Initiative BioBitte. Konkrete Kalkulationsbeispiele machen deutlich, wie sich die Umstellung auf Bio auf den Wareneinsatz auswirkt. 

Die hier genannten Preise stellen zwar immer nur eine Momentaufnahme dar und ersetzen nicht eigene Recherchen und Preisvergleiche. Aber sie zeigen das Prinzip: Die geschickt gewählte und schrittweise Einführung von Bio-Lebensmitteln kann ein wichtiger Ansatz sein, um etwaige Mehrkosten beim Einkauf im Griff zu behalten.

Wie gelingt Klimaschutz in der Großküche?

Unsere Agrar- und Ernährungssysteme haben einen Anteil von rund 30 Prozent an den globalen Emissionen menschengemachter Treibhausgase (THG). Ohne eine Reduktion der Klimagase aus diesem Bereich lassen sich globale Klimaziele nicht erreichen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, mit welchen Maßnahmen auch die AHV ihren CO2-Fußabdruck spürbar verringern kann. Die wichtigsten Hebel dafür sind pflanzenbetonte Speisepläne und ein maßvoller Einsatz tierischer Lebensmittel. Das ist nicht nur gut für das Klima, sondern fördert auch die Gesundheit des Menschen.

Quiz zum Klimaschutz bei der Speiseplanung – Testen Sie Ihr Wissen! 

Wie funktioniert die Bio-Zertifizierung in der AHV?

Wenn Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung Bio-Produkte einsetzen und ausloben, müssen sie eine erfolgreiche Bio-Zertifizierung vorweisen. Die rechtlichen Grundlagen dazu liefert die Bio-AHV-Verordnung. 

Häufig sehen Küchen in der Bio-Zertifizierung ein Hemmnis für die Einführung von Bio-Produkten. Doch die Praxis zeigt: Eine Bio-Zertifizierung in der AHV ist leichter machbar, als viele befürchten. Sie gibt den Küchen zudem die Möglichkeit, ihr Engagement gegenüber den Gästen transparent und glaubhaft zu kommunizieren. Einen umfassenden Überblick zu Bio-Zertifizierung mit konkreten Tipps gibt ein detaillierter Leitfaden, den interessierte Küchen herunterladen können.

Wie gelingt die Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden und Gästen?

Eine gute Kommunikation nach innen und außen kann ein wichtiger Erfolgsfaktor sein, um Bio-Produkte erfolgreich einzuführen und Bio-Anteile zu verstetigen. Welche Potenziale hat dabei das "Nudging" und wo liegen die Grenzen dieser Methode? Und ist das nicht auch eine sanfte Form der Bevormundung? Das klärt die Oekolandbau-Redaktion in einem Interview mit Prof. Nina Langen von der TU Berlin.

Wenn Küchenleitungen ihren Tischgästen und ihrem Team die Vorteile von Produkten aus ökologischem Landbau schmackhaft machen möchten – um welche Mehrwerte geht es da eigentlich? Das zeigen wir in einem kompakten Überblick mit vielen Links zu weiterführenden Informationen.

Wie bringen Kommunen bei Ausschreibungen mehr Bio auf den Teller?

Das Vergaberecht bietet Kommunen und anderen Trägern von Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung viele Möglichkeiten, bei Ausschreibungen den Einsatz von Bio-Lebensmitteln in der Verpflegung außer Haus voranzubringen. 

Die Kommunen können dabei so großen Schrittemachen, wie es  ihren Möglichkeiten entspricht. Alternativ dazu gibt es auch Beispiele, bei denen Kommunen die Verpflegung in eigenen Produktionsküchen organisieren.

Die Maßnahme "Bio Komm' Mit" bietet eine Unterstützung für Kommunen, die sich mit dem Thema Bio befassen oder zukünftig befassen möchten. Kommunen in der ganzen Bundesrepublik werden für die Förderung des Ökolandbaus sowie der Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln motiviert und bei der Umsetzung unterstützt. Durch öffentliche Aktionen wird das Thema Bio auch für Bürgerinnen und Bürger vor Ort sichtbar gemacht.
Mehr Informationen

Der kostenlose Newsletter der Ökolandbau-Redaktion informiert regelmäßig über neue Trends und liefert praxisnahe Tipps auch zur Bio-AHV. Zur Anmeldung

Welche erfolgreichen Beispiele zur Bio-AHV gibt es?

Mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung ist möglich und machbar. Das zeigen immer mehr Beispiele. So vielfältig wie die Einrichtungen der AHV und ihre Ausgangssituationen sind, so bunt sind auch die Lösungen für einen erfolgreichen Einsatz von Bio-Lebensmitteln. Solche erfolgreichen Beispiele aus allen Lebensbereichen der Gemeinschaftsverpflegung sind zwar keine Kopiervorlage, aber sie können Küchen Anregung geben, für sich eigene Lösungen zu finden.

Text: Andreas Greiner

Mitmachen bei großer Umfrage zur Bedeutung von Bio in der AHV

Anfang 2026 startete eine große Umfrage zum deutschen Bio-AHV-Markt im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie der Agrarressorts der Bundesländer. Ziel ist es, die Bedeutung von Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) zu erfassen – also den Bio-Anteil und die Gesamtausgaben für Bio-Lebensmittel in Kantinen, Restaurants und anderen Verpflegungseinrichtungen in Deutschland. Die Daten sollen zusammen mit einem Produktpreis-Monitoring jährlich erhoben werden.

Eingeladen mitzumachen sind Betriebe aus allen Verpflegungsbereichen der Gemeinschafts- und Individualgastronomie sowie des Großhandels und sonstigen Lieferbetrieben, die Bio einsetzen oder verkaufen. Zur Umfrage

Umfrage der EU-Kommission zur Gemeinschaftsverpflegung

Die Europäische Kommission will aktuelle Praktiken und Erfahrungen von zentralen, regionalen und lokalen Verwaltungsbehörden im Zusammenhang mit ökologischen Lebensmitteln in der öffentlichen Verpflegung sowie Bildungsaktivitäten zur ökologischen Produktion erfassen. Dafür sucht sie öffentliche Stellen, die die Gemeinschaftsverpflegung organisieren und finanzieren, die an ihrer Umfrage teilnehmen. Zur Umfrage


Nachrichten rund um Bio in der AHV:

11.02.2026

25 Jahre Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL): Forschung, Vernetzung, Wertschöpfung

Die heimische, ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft stärken und weiterentwickeln – das ist das oberste Ziel des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL), dessen Geschäftsstelle im Jahr 2001 in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ihre Arbeit aufnahm. Seitdem wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) bisher über 1.500 Forschungsprojekte umgesetzt, rund 5.000 Veranstaltungen zum Wissenstransfer gefördert und jedes Jahr rund 450.000 Verbraucherinnen und Verbraucher auf Bio-Betrieben begrüßt.

mehr lesen
Mehr Hülsenfrüchte in der Großküche
10.02.2026

Mehr Hülsenfrüchte in der Großküche

Am 10. Februar ist der internationale Tag der Hülsenfrüchte. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat ihn ins Leben gerufen, um die Rolle der Hülsenfrüchte für eine nachhaltige Ernährung, Gesundheit und Klimaschutz zu betonen. Im neuen LeguNet-Video steht die Frage im Mittelpunkt, wie man heimische Hülsenfrüchte ganz einfach in die Speisepläne von Großküchen bringt.

mehr lesen
Umfrage zur Gemeinschafts­verpflegung in Bayern – jetzt mitmachen!
03.02.2026

Umfrage zur Gemeinschafts­verpflegung in Bayern – jetzt mitmachen!

Wie viele Gerichte werden pro Tag in der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung ausgegeben? Wie und wo wurden die Lebensmittel produziert? Wie groß ist der Anteil regionaler und ökologisch erzeugter Produkte? Mit diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Gemeinschaftsverpflegung beschäftigt sich ein Forschungsprojekt in Bayern, an dem das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Ernährung und der Hochschule Fulda arbeitet. Ziel ist es, aktuelle und belastbare Daten für den Markt der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung zu gewinnen und daraus Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis abzuleiten.

mehr lesen

Letzte Aktualisierung 02.02.2026

Bio kann jeder

Logo Bio kann jeder

Die Kampagne für eine ausgewogene Außer-Haus-Verpflegung von Kindern und Jugendlichen

Zur Kampagne "Bio kann jeder"

Die Initiative BioBitte.

Ziel der Initiative ist es, den Bioanteil in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung auf 20 Prozent und mehr zu steigern.

Zur Initiative BioBitte.

Nach oben
Nach oben