Rund 20 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, um sich mit den rechtlichen und praktischen Grundlagen vertraut zu machen – und erhielten zugleich wertvolle Impulse für den Betriebsalltag. Das Seminar fand im Rahmen von „Bio verarbeiten – Praxis-Workshops zur Stärkung der ökologischen Lebensmittelverarbeitung“ statt.
Fachlicher Input von Expertinnen und Experten
Den Einstieg bildete ein Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, vorgestellt von Dr. Alexander Beck und Melissa Buchholz vom Büro Lebensmittelkunde & Qualität GmbH. Sie erläuterten unter anderem:
- welche Zutaten und Verarbeitungsmethoden im Bio-Bereich zugelassen sind
- wie Bio-Produkte korrekt gekennzeichnet werden müssen
- und welche Maßnahmen bei Verdachtsfällen, etwa auf Pestizid-Rückstände, zu treffen sind
Praxisbezug und Erfahrungsberichte
Ein besonderer Mehrwert des Workshops waren die praxisnahen Einblicke der Gastreferenten.
Dr. Norbert Fuchsbauer von HiPP GmbH & Co. Vertrieb KG berichtete über Herausforderungen in der Bio-Verarbeitung. Im Fokus standen dabei vor allem der Umgang mit Verdacht auf Pestizidrückständen. Er erläuterte rechtliche Grundlagen, mögliche Vorgehensweisen im Krisenfall und betonte die Bedeutung einer transparenten Zusammenarbeit mit Kontrollstellen und Behörden.
René Vogt vom Labor Friedle GmbH ergänzte mit einem fundierten Einblick in die Welt der Rückstandsanalysen. Er zeigte auf, wie Laborergebnisse korrekt eingeordnet werden. Die Diskussion verdeutlichte, dass der Umgang mit potenziellen Belastungen aus der Umwelt eine wachsende Herausforderung für die Bio-Verarbeitung darstellt. Denn Rückstandsbefunde allein sind kein Nachweis dafür, dass die Öko-Verordnung verletzt wurde. Im Gegenteil werden viele Analysen sensibler und reagieren auf Stoffe in der Umwelt, die nicht durch die aktuelle Bewirtschaftung eingebracht wurden.
Arbeiten in Kleingruppen – Theorie trifft Praxis
Im zweiten Teil des Workshops wurden die Teilnehmenden in Kleingruppen aufgeteilt. Dort bearbeiteten sie praxisnahe Fallbeispiele, etwa zu folgenden Fragen:
- Handelt es sich bei der vorliegenden Rezeptur um ein Bio-Produkt?
- Wie muss ein Bio-Produkt gekennzeichnet sein?
- Was ist zu tun, wenn ein Verdacht auf Rückstände besteht?
Diese interaktive Herangehensweise half dabei, das zuvor vermittelte Wissen anzuwenden und zu festigen. Die enge Betreuung sowie der Austausch im kleinen Rahmen wurden von den Teilnehmenden durchweg positiv bewertet.
Weitere Termine für die Ernährungswirtschaft im Rahmen von "Bio verarbeiten":
- 06.11.2025, 92318 Neumarkt in der Oberpfalz: Praxis-Workshop: Rohstoffbeschaffung in der Bio-Lebensmittelwirtschaft
- 19.11.2025, Online: Workshop: Partnerschaftliche Beziehungen – Resilienz in der Bio-Verarbeitung


