Mit dabei beim Girls' Day ist auch Hof Gasswies in Klettgau, ein Demonstrationsbetrieb in Baden-Württemberg. Dort lebt und arbeitet Biobäuerin Silvia Rutschmann. Sie findet es wichtig, Frauen den Weg in die Landwirtschaft zu ebnen: "Für uns alle ist es essenziell, dass sich künftig viele gut ausgebildete junge Menschen den Herausforderungen einer umwelt- und tiergerechten, sozialen Landwirtschaft, die dem Klimawandel trotzt, annehmen. Wir brauchen junge Landwirtinnen und Landwirte, die den Ökolandbau voranbringen."
Die Zahlen vom Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) zeigen: An den ein- und zweijährigen Fachschulen ist die Zahl der Auszubildenden im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Bei jungen Frauen sind diese Berufe besonders wenig gefragt. Der Frauenanteil bei der Ausbildung in der Landwirtschaft liegt derzeit bei rund 22 Prozent.
Im Girls´ Day sieht sie für Schülerinnen eine gute Möglichkeit, unverbindlich Berufe in der Landwirtschaft kennenzulernen. "Durch den Girls’ Day können Mädchen früh erkennen, dass sie in jedem Bereich erfolgreich sein können – unabhängig vom Geschlecht", so Silvia Rutschmann.
Sie wünscht sich, dass der Frauenanteil in der Branche weiter steigt:
Vielfalt tut nicht nur auf den Äckern und Wiesen gut. Bauernhöfe profitieren davon, wenn in gemischten Teams gearbeitet wird. Die Jungen, Alten, Frauen, Männer, Menschen mit und ohne Handicap, sie alle bereichern die Höfe mit ihren Perspektiven, Kompetenzen, Erfahrungen, Wünschen und Idealen und sie machen Landwirtschaft bunt."
Viele weitere Netzwerk-Betriebe öffnen wie Hof Gasswies am 3. April ihre Türen und Tore für Schülerinnen und leisten damit einen wichtigen Beitrag, Klischees und Vorurteile bei der Studien- und Berufswahl abzubauen. Gleichzeitig nutzen sie die Chance, Interesse an landwirtschaftlichen Berufen zu wecken.
Anmelden und Mitmachen
Schülerinnen, die im Rahmen des Girls´ Day einen Tag Landluft auf einem Ökobetrieb schnuppern möchten, sollten sich möglichst bald anmelden. Die Plätze sind begrenzt. Teilnehmende Höfe finden sich online auf www.oekolandbau.de. Anmelden kann man sich über den Girls´Day Radar. Und für alle Betriebe, die dieses Jahr noch kein Angebot eingestellt haben: Beim Girls’ Day mitmachen lohnt sich – für alle Beteiligten und vor allem für die Zukunft der Landwirtschaft.
Auch unabhängig vom Girls’ Day öffnen die rund 300 Betriebe des Netzwerks Stalltüren und Hoftore. Sie laden zu Hof- und Feldführungen, Seminaren, Märkten, Mitmachaktionen, pädagogischen Angeboten und Hoffesten ein und erklären anschaulich, wie Bio-Produkte erzeugt werden, warum Bio wertvoll ist und was Ökolandbau mit Klimaschutz zu tun hat. Auch längere Praktika sind auf den Höfen möglich. Das Netzwerk macht dabei die Vielfalt des Ökolandbaus deutlich: Kleine Gemischtbetriebe, Gärtnereien, große Ackerbaubetriebe, Weinbaubetriebe und Imkereien sind zum Beispiel ebenso vertreten wie Betriebe, die nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft arbeiten.
Girls' Day – Kurzinfo
Der Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag ist ein bundesweites Projekt zur Berufs- und Studienorientierung von Mädchen. Am alljährlichen Aktionstag lernen Schülerinnen Berufe oder Studienfächer kennen, in denen der Frauenanteil unter 40 Prozent liegt. Angesprochen sind Mädchen ab der Klasse 5.
Projektziel ist die Erweiterung des Berufswahlspektrums von Mädchen. Viele Schülerinnen treffen ihre Berufswahl geschlechtsspezifisch, geprägt von gesellschaftlichen Vorbildern. Der Girls’ Day bietet den Schülerinnen erste Einblicke in ihnen bislang unbekannte Arbeitswelten. Gerade dieser niedrigschwellige, direkte Kontakt zu Unternehmen und Betrieben, der Austausch mit Frauen, die bereits in den Berufen arbeiten und die eigene praktische Erfahrung sind die großen Pluspunkte des Aktionstags. Die Schülerinnen haben so die Chance, ihre Berufs- und Studienwahl nicht nur nach herkömmlichen, tradierten Zuschreibungen zu wählen, sondern verschiedene Optionen zu erproben und ihre Wahl letztendlich entsprechend ihrer individuellen Interessen und Kompetenzen zu treffen – frei von Geschlechterklischees.
Alle Informationen zum Mädchen-Zukunftstag unter girls-day.de
Quelle: Pressemitteilung Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL)



