In Hessen beginnt heute das Schuljahr 2026/27. Für viele Kinder und Familien verändert sich damit auch der Schulalltag: Seit August 2026 gilt der bundesweite Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung zunächst für Kinder der ersten Klassenstufe. Bis zum Schuljahr 2029/30 wird der Anspruch schrittweise auf alle vier Grundschuljahrgänge ausgeweitet.
Mit der wachsenden Zahl ganztägig betreuter Kinder steigt auch der Bedarf an einer verlässlichen Mittagsverpflegung. Kommunen, Schulträger und Schulen müssen daher nicht nur ausreichend Betreuungsplätze schaffen, sondern auch klären, wo, wie und unter welchen Qualitätsanforderungen die Kinder essen.
Verlässliche Betreuung braucht verlässliche Verpflegung
Ein gutes Mittagessen ist mehr als eine organisatorische Zusatzleistung. Es strukturiert den Schultag, entlastet Familien und kann dazu beitragen, dass alle Kinder unabhängig vom Elternhaus Zugang zu einer verlässlichen Mahlzeit haben. Gleichzeitig beeinflussen die Qualität des Essens, die Atmosphäre in der Mensa und die Beteiligung der Kinder, wie gut das Ganztagsangebot angenommen wird.
“Man muss sich klar machen: Eine gute Schulverpflegung ist eine dauerhafte Managementaufgabe”, sagt Wiebke Kottenkamp, Referatsleitung beim Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung, im Gespräch mit der Initiative BioBitte. Neben der Beschaffung gehe es darum, Leistungen zu sichern, regelmäßig zu prüfen und mit allen Beteiligten im Austausch zu bleiben.
Für Kommunen und Schulträger bedeutet das: Zuständigkeiten müssen geklärt, Küchen- und Ausgabestrukturen geprüft und verbindliche Qualitätsanforderungen festgelegt werden. Der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen bietet dabei eine fachliche Orientierung für eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Schulverpflegung.
Bio als Baustein einer nachhaltigen Schulverpflegung
Der Ausbau des Ganztags bietet die Chance, Schulverpflegung nicht nur mengenmäßig zu erweitern, sondern auch qualitativ weiterzuentwickeln. Bio-Lebensmittel stehen für gesetzlich definierte Standards und Transparenz. In der öffentlichen Beschaffung können sie dazu beitragen, Nachhaltigkeitsziele konkret in die Praxis zu übersetzen.
Dabei muss nicht die gesamte Verpflegung von einem Tag auf den anderen umgestellt werden. Ein Einstieg ist beispielsweise über einzelne Warengruppen, gut verfügbare Grundprodukte oder ausgewählte Menükomponenten möglich. Entscheidend ist, Bio frühzeitig in Speiseplanung, Kalkulation, Ausschreibungen und Verträge einzubeziehen.
Unterstützung für Kommunen und Schulträger
Die Initiative BioBitte unterstützt Kommunen, Verwaltungen, Vergabestellen und Küchenleitungen dabei, den Anteil ökologisch erzeugter Lebensmittel in öffentlichen Küchen schrittweise zu erhöhen. Dafür stellt BioBitte Informationen, Praxisbeispiele und Fachmaterialien bereit und bietet Veranstaltungen sowie Austausch- und Vernetzungsformate rund um Bio in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung an.
Quelle: BioBitte-Pressemitteilung


