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Ursachen der Kleemüdigkeit mit der Diffenzialdiagnose eingrenzen

Ziel des Projektes TriSick war es, den Ursachen der Leguminosen- oder auch Kleemüdigkeit Futterleguminosen wie Rotklee und Luzerne nachzugehen. Hierzu wurde die Methode der Differenzialdiagnose für Rotklee und Luzerne weiterentwickelt. Damit können Landwirtinnen und Landwirte die Ursachen der Kleemüdigkeit selbst eingrenzen.
Empfehlungen für die Praxis
Material
- Eimer, Spaten, Pflanzschaufel, Pinzette- Küchenpapier
- 16 Pflanztöpfe
- Ungebeiztes, ungeimpftes Saatgut von Luzerne oder Rotklee
- Aluschalen
- 10 g Aktivkohle-Pulver (aus der Apotheke)
- Mehrnährstoffdünger aus Gartenfachmarkt o.ä.
Vorbereitung
Von der als kleemüde vermuteten Fläche werden circa 10 Liter Boden genommen. Diese werden gleichmäßig zerkleinert und gesiebt und in vier gleiche Teile aufgeteilt. Bis zum Versuchsbeginn sollte die Erde dunkel und kühl gelagert werden. Es empfiehlt sich, Samen von Rotklee oder Luzerne etwa fünf Tage zwischen zwei Lagen Küchenpapier vorzukeimen. Sie sollten nicht zu nass sein, aber auch nicht austrocknen.
Varianten
- Unbehandelte Kontrolle
- Sterilisiert: Dazu einen Teil des Bodens in Aluschalen füllen und im Backofen bei 70 °C für 24 Stunden sterilisieren, danach zwölf Stunden abkühlen lassen
- Wöchentlich gedüngt
- Mit Aktivkohle gemischt
Die Differenzialdiagnose gibt Landwirtinnen und Landwirten die Möglichkeit, bei Verdacht auf Kleemüdigkeit ihre Flächen selbst zu untersuchen. Irene Jacob, Öko-BeratungsGesellschaft mbH, Hohenkammer
Informationen zum Projekt
Das Phänomen der Leguminosenmüdigkeit tritt nicht nur in Körnerleguminosen – und hier vor allem bei der Körnererbse – auf, sondern auch beim Anbau von Futterleguminosen. Eine erste Eingrenzung der Ursachen der sogenannten Kleemüdigkeit können Landwirtinnen und Landwirte bei Rotklee und Luzerne mit der Differenzialdiagnose selbst vornehmen. Die Methode wurde für Körnerleguminosen entwickelt und im Projekt "TriSick" erfolgreich auf Rotklee und Luzerne übertragen.
Als mögliche Ursachen kommen folgende Faktoren in Betracht:
- Bodenbürtige Schädlinge und Krankheitserreger
- Ungleichgewichte in der Nährstoffversorgung
- Giftstoffe
Ablauf
Je ein Viertel des Bodens wird im Backofen sterilisiert (Variante 2) beziehungsweise mit der Aktivkohle (Variante 3) vermengt. Die Hälfte des Bodensbleibt vorerst unbehandelt (Variante 1 und Variante 4). Dann werden je vier entsprechend den Varianten beschriftete Pflanztöpfe mit der behandelten oder unbehandelten Erde befüllt (insgesamt 16 Töpfe). Anschließend sollte eine gleichmäßige Bodenfeuchte in allen Töpfen hergestellt werden. Dann werden jeweils fünf Samen ausgesät oder vorgekeimte Samen vorsichtig mit einer Pinzette in die Töpfe pikiert. Dabei sollten die Wurzeln nicht zu lang sein, um ein Abbrechen zu vermeiden.
Die Töpfe sollten vor zu starken Witterungseinflüssen geschützt stehen. Von Frühjahr bis Herbst kann der Versuch draußen stattfinden. Findet der Versuch drinnen statt, ist ein heller Ort mit einer Temperatur zwischen 16 und 20 °C optimal. Alle Varianten sollten gleichmäßig feucht gehalten werden, wobei ein Viertel der Töpfe wöchentlich mit handelsüblichem Pflanzendünger gedüngt wird (Variante 4) (siehe Abb. 1)
Sichtbare Ergebnisse
Nach ein paar Wochen sind bereits Unterschiede sichtbar. Abbildung 2 ist acht Wochen nach Versuchsbeginn aufgenommen worden: Sowohl bei Rotklee als auch bei Luzerne zeigten sich zu diesem Zeitpunkt deutliche Unterschiede im Wachstum (von links): Kontrolle, sterilisiert, gedüngt, Aktivkohle.
Zeigt die sterilisierte Variante das beste Wachstum, deutet das darauf hin, dass bodenbürtige Schaderreger wie Pilze oder Nematoden für die Kleemüdigkeit verantwortlich sein könnten. Fördert die Düngung das Wachstum, liegt ein Nährstoffmangel vor. Wenn die Pflanzen im mit Aktivkohle versetzten Boden am besten wachsen, könnten Giftstoffe eine Rolle spielen.
Praxistipp
Für den Versuch sollten etwa zwölf Wochen eingeplant werden. Um eine Entscheidung für die Anbausaison zu treffen, ob auf einem bestimmten Schlag Rotklee, Luzerne oder eine andere Leguminose angebaut werden kann oder Anbaupausen ausgedehnt werden sollten, ist eine rechtzeitige Planung und Versuchsanlage sinnvoll.

- Prof. Dr. Christine Struck, Annika Kühnl, Universität Rostock, Phytomedizin,
Rostock - Dr. Jürgen Müller, Kristin Steinfurth, Universität Rostock, Grünland und
Futterbauwissenschaften, Rostock - Prof. Dr. Christel Baum, Felix Beske, Universität Rostock, Bodenkunde,
Rostock - Irene Jacob, Timo Seibert, Öko-Beratungs Gesellschaft mbH, Hohenkammer
Öko-BeratungsGesellschaft mbH
Eichethof 1,
85411 Hohenkammer
Irene Jacob
Telefon: Tel. +49 (0) 151 659 80 530
E-Mail: i.jacobnaturland-beratungde
Projektlaufzeit: 04/2021 – 12/2024
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Letzte Aktualisierung 15.08.2025
