Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Der Sinnesparcours

Aktionen zur Sinneswahrnehmung machen Kindern sehr viel Spaß, wecken ihre Neugier und vermitteln ihnen neue Eindrücke zu Lebensmitteln, wobei der Schwerpunkt hier auf Gemüse und Obst liegt. Solche Sinnesspiele helfen den Kindern, Qualitäts- und Geschmacksunterschiede zu erkennen und Vorurteile gegenüber bestimmten Lebensmitteln zu überwinden. Die Kinder schulen ihre Fähigkeit zu riechen, zu fühlen und zu schmecken. Außerdem erfahren sie, dass am genussvollen Essen alle Sinne beteiligt sind.
Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau sind dazu bestens geeignet. Die für den ökologischen Landbau typischen Maßnahmen wie geeignete Sortenwahl, organische Düngung, vielfältige Fruchtfolgen etc. sind günstige Voraussetzungen für eine hohe Geschmacksintensität der Produkte. Auch die Vielfalt an alten Apfelsorten - zu beziehen über Wochenmärkte, Naturkostläden, Hofläden und Supermärkte mit Bio-Sortiment - ist im ökologischen Anbau wesentlich größer als bei herkömmlicher Produktion.
Unterrichtsskizze
Vorbereitung
Besorgen Sie - wenn möglich - verschiedene saisonale Obst- und Gemüsearten aus ökologischem Anbau. Sie finden diese auf Wochenmärkten und in Hofläden, Bioläden und Supermärkten mit Biosortiment.
Ein Schwerpunkt des Sinnesparcours sind verschiedene Bioapfelsorten. Weitere Nahrungsmittel (frische oder verarbeitete) sind in der Projektbeschreibung aufgeführt. Die Auswahl hängt von der Jahreszeit, den Vorlieben und den Möglichkeiten der Beschaffung ab. Auch aus dem Schulgarten können natürlich Obst, Gemüse oder Kräuter verwendet werden.
Projektdurchführung
Bauen Sie gemeinsam mit den Kindern den Sinnesparcours mit fünf Stationen auf. Teilen Sie dafür die Klasse in fünf Forschergruppen. Jeweils eine Gruppe ist für eine Sinneswahrnehmung zuständig. Die Kinder werden während der Vorbereitung zu "Expertinnen und Experten" an ihrem Stand.
Wenn alles fertiggestellt ist, besuchen die Kinder in den Forschergruppen reihum die fünf Stationen. Sie experimentieren und beantworten Fragen. Jeweils zwei "Expertinnen und Experten" helfen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern dabei. Die "Expertinnen und Experten" müssen sich natürlich abwechseln, damit jeder den Sinnesparcours durchlaufen kann. Je nachdem wie viel Zeit zur Verfügung steht, können die Schülerinnen und Schüler ein oder mehrere Experimente zu den fünf Sinnen durchführen. Dem Lernniveau der Klasse entsprechend können Sie einzelne Experimente aus den Experimentkarten A 1 bis A 13 auswählen. Kopieren Sie die Karten zu den Experimenten, die durchgeführt werden sollen und legen Sie sie an den jeweiligen Stationen aus.
Sicherung
Als Projektabschluss spielen die Schülerinnen und Schüler das "10-Fragen-Spiel". Hierfür denkt sich jedes Kind ein Gemüse aus, die Mitschülerinnen und Mitschüler erraten dies durch zehn Fragen zu den Eigenschaften des Gemüses.
Die Unterrichtseinheit "Der Sinnesparcours" können Sie hier als Word-Datei und als PDF-Datei herunterladen.
Zeitaufwand für die Unterrichtsdurchführung
In Abhängigkeit von den gewählten Experimenten etwa drei Unterrichtseinheiten (bei 45-Minuten-Takt).
Materialbedarf
- Fünf Gruppentische mit Stühlen
- Material für die Durchführung der Experimente:
| Experiment | Materialien und Hilfsmittel |
|---|---|
| Riechen - Obst und Gemüse |
|
| Riechen – Kräuter |
|
| Riechen Duft-Memo-Spiel |
|
| Schmecken - Apfeltest |
|
| Schmecken - die vier Geschmacksrichtungen |
|
| Schmecken - Nase zu! |
|
| Sehen - Apfel-Memo-Spiel |
|
| Sehen - Innenleben |
|
| Sehen - Zitronen-Phantasie |
|
| Fühlen - Tastkisten |
|
| Fühlen - Tastspiel für die ganze Klasse |
|
| Hören - Lebensmittel-Geräusche |
|
| Hören - Zitronen-Phantasie |
|
Hinweis
Achten Sie beim Apfeltest darauf, dass Sie neben den bekannten, neuen Sorten auch alte Sorten anbieten, zum Beispiel: Cox Orange, Berlepsch, Goldparmäne, Gravensteiner oder Klarapfel. Zudem sollten sie den Zeitpunkt des Experiments berücksichtigen, im Sommer können Sie aus der Vielzahl der frühen Sorten wählen, ab Herbst sollten sie zu Lageräpfeln greifen. Die frühen Sorten schmecken direkt nach der Ernte gut, Lageräpfel entfalten ihr volles Aroma erst nach und nach und werden nach einiger Zeit mürbe.
Alte Apfelsorten können Sie zum Beispiel auf Märkten, in Bioläden oder direkt beim Obsthof kaufen. Eine nicht zu 100 Prozent regionale Alternative ist das Bestellen von Äpfeln: einige Höfe in Obstbauregionen wie dem Alten Land bei Hamburg versenden Probierkisten mit verschiedenen Apfelsorten.
Empfohlene Fächer
Sachunterricht, fächerübergreifende Ausweitung möglich
Lehrplanbezug
Aufgrund der Vielzahl der länderspezifischen Lehrpläne für die Grundschule werden in diesem Material exemplarisch die Pläne von Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Bayern zugrunde gelegt:
- Hamburg: Kompetenzbereich Orientierung in unserer Welt (Naturphänomene); Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung (Naturphänomene untersuchen); Kompetenzbereich Urteilsbildung (Mit der Natur verantwortlich umgehen)
- Mecklenburg-Vorpommern: Themenfeld: Sich selbst wahrnehmen; Themenfeld: Naturphänomene erschließen
- Nordrhein-Westfalen: Bereich: Natur und Leben
- Bayern: Themenbereich: Ich und meine Erfahrungen
Dieses Unterrichtsprojekt ist so konzipiert, dass die Schülerinnen und Schüler bereits über Lesefähigkeiten und der Fähigkeit, in einem vorgegebenen Rahmen eigenständig zu arbeiten, verfügen sollten.
Für die Umsetzung der Einheit in der Sekundarstufe I bietet sich die Anknüpfung an den Themenkomplex "Gesundheits- und umweltbewusstes Leben" in gesundheits- und haushaltsbezogenen Fächern, wie Biologie, Verbraucherbildung oder Arbeitslehre an.
Kompetenzziele
Die Schülerinnen und Schüler ...
- benennen und unterscheiden Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs.
- erfahren und erproben Leistungen und Aufgaben ihrer Sinne.
- verbalisieren ihre Sinneseindrücke und -erlebnisse.
- bereiten einfache Versuche vor und führen diese durch.
- übernehmen bei der Betreuung der Mitschülerinnen/Mitschüler an den Versuchsstationen Verantwortung für sich, die Mitschülerinnen/Mitschüler und das Material.