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Natur- und Biodiversitätspädagogik: Einstieg und Wege

Naturpädagoginnen und Naturpädagogen bringen vor allem Kindern die Natur mit allen Sinnen nahe. Das Arbeitsfeld ist genauso groß wie die Anzahl der Aus- und Fortbildungen rund um Natur- und Waldpädagogik. Das neue Bildungsangebot Biodiversitäts-Pädagogik setzt verstärkt auf die Zusammenhänge von Mensch und Natur. Die Artenvielfalt sichert unser Essen und Überleben.
Naturpädagogik ist ein Teil der Naturbildung. Zur Naturbildung gehört alles, was die Kenntnis der Natur sowie Empathie und Erfahrung mit der Natur gezielt verbessert. Naturbildung betrifft Kinder, Jugendliche und Erwachsene und sollte:
- Naturerfahrungen ermöglichen und die kindliche Entwicklung fördern,
- Begeisterung für die Natur wecken,
- Naturwissen vermitteln,
- die gesellschaftliche Debatte über Natur und Naturschutz verbessern.
Bei der Naturpädagogik steht die kindliche Entwicklung im Vordergrund, nicht die Vermittlung von Naturwissen. Sie stellt vielmehr eine Beziehung zwischen Kindern und Natur her, durch die sich das Naturwissen – und wichtiger noch: die Faszination für und der Respekt vor der Tier- und Pflanzenwelt - sozusagen von allein einstellt,
erläutert Ivo Bozic, Leiter der Naturbildung bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Natur wird zum Erfahrungs- und Lernraum für Kinder.
Entsprechend ermöglichen Naturpädagoginnen und Naturpädagogen echte Naturerfahrungen. Gemeinsam mit Kindern, Familien, aber auch Erwachsenen entdecken und erleben sie die Natur. Das geht mit Methoden aller Art: am Bach Gewässertierchen erforschen, Mandalas aus Blättern legen, mit verbundenen Augen Baumrinden tasten, in Rollenspielen Beutetiere und Raubtiere nachahmen und vieles mehr. Das heißt: Naturpädagoginnen und Naturpädagogen brauchen auch didaktische Kenntnisse und müssen Gruppen anleiten können. Wer will, kann sich auch spezialisieren:
Während Naturpädagogik breit gefächert und alltagsnah ist, vermittelt die Waldpädagogik ökologisches Wissen speziell zum Wald. Die Wildnispädagogik lädt dazu ein, sich selbst als Teil der Natur zu erfahren und eine tiefe, persönliche Beziehung zur natürlichen Welt aufzubauen,
beschreibt der Dresdener Diplom- und Naturpädagoge Michael Lohr die Unterschiede.
Naturpädagogik fördert:
- die motorische Entwicklung (klettern, bauen, rennen),
- die Fantasie (vorgegebene Spiel-Szenarien und Spielzeuge fehlen),
- das Sprachvermögen (Erlebnisse in der Natur regen zum Sprechen an),
- die soziale Kompetenz (beim Spielen Rollen aushandeln und ausleben),
- die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit (Ruhe, keine digitalen Ablenkungen),
- die Mensch-Naturbeziehung (kennen und schätzen lernen).
Ausbildung und Weiterbildung zur Naturpädagogik
Für Natur- und Waldpädagogik gibt es eine Fülle an Fort- und Weiterbildungen. Das Angebot reicht vom 1,5 stündigen Einstiegs-Webinar Naturpädagogik mit Kindern über eine Fortbildung an mehreren Wochenenden zum Naturpädagogischen Kindergruppenleitenden-Lehrgang vom NABU (drei Wochenenden) bis zum Studium Naturpädagogik (ein Jahr Fernstudium à sieben Wochenstunden). Pädagogische Fachkräfte können sich auch zur Fachkraft Natur- und Waldbildung weiterbilden.
Bei dem großen Angebot ist es schwer, das Passende zu finden. Als erste Anlaufstelle können die regionalen Naturschutzverbände dienen. Die Fort- und Weiterbildungsdatenbank der Deutschen Wildtierstiftung liefert einen guten Überblick über seriöse Fort- und Weiterbildungsangebote rund um Naturpädagogik und Naturvermittlung.
Neue Weiterbildung Biodiversitäts-Pädagogik
Um die Bedeutung der Biodiversität zu vermitteln, hat Christiane Denzel das Fachseminar Biodiversitäts-Pädagogik (PDF-Dokument) entwickelt, zertifizieren und patentieren lassen. In acht Wochenendmodulen lernen die Teilnehmenden unter dem Motto "Erhalten, was uns erhält", Jung und Alt für mehr Artenvielfalt in Feld, Wald und Flur zu begeistern. Dabei geht es um Grundlagen zur Bestimmung und Lebensweise von Flora und Fauna, aber auch um didaktische Methoden. Nach Prüfung und Facharbeit erhalten die Absolventinnen und Absolventen ein Zertifikat. Damit können sie in Schulen unterrichten, Führungen machen, Gemeinden zur Biodiversität beraten und vieles mehr. Bisher gibt es das Seminar in Bad Waldsee und bei Freiburg. Schleswig-Holstein will folgen.
Die Biodiversitäts-Pädagogin Rita Schwär gibt ihr Wissen bereits weiter. Die ehemalige Milchviehbäuerin bietet im Schwarzwald Führungen, Projekttage und Infostände zu den Themen Bestäubung und Mikrokosmos Kuhkacke an. Der Bedarf sei da. Nachahmende erwünscht.
Text: Jutta Schneider-Rapp
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Letzte Aktualisierung 13.05.2026



