Bio-Leitlinien für Hobbygärten

Bio-Leitlinien für Hobbygärten

Viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner möchten biologisch gärtnern, wissen aber nicht genau wie. Denn anders als bei den Profis gibt es in Privat- und Gemeinschaftsgärten ja keine genauen Vorschriften. Daher haben Gartenfachleute jetzt Bio-Garten-Leitlinien entwickelt. Damit können auch Laien gezielt grüner gärtnern.

Um das ökologische Bewusstsein von städtischen Gärtnerinnen und Gärtnern ist es laut einer Befragung im Bildungsprojekt "Kleine Gärten - große Wirkungen" gut bestellt. Demnach ist das biologische Gärtnern in Hamburg, Frankfurt, Freiburg und Potsdam bereits fest verwurzelt: Rund die Hälfte der 560 dort befragten Gärtnerinnen und Gärtnern aus Kleingartenvereinen und Garteninitiativen gab an, bereits biologisch zu gärtnern. Ein Drittel der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sowie die Hälfte der Gemeinschafts-Gärtnerinnen und -Gärtner finden es erstrebenswert, auf das biologische Gärtnern umzustellen. Fehlende Kenntnisse hielten jedoch bisher manche davon ab. Daher hat das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gemeinsam mit Gartenfachleuten der Öko-Anbauverbände erstmals Bio-Garten-Leitlinien entwickelt.

Den Bio-Boden fruchtbar machen

  • Nie monoton: Die Kulturpflanzen wechseln sich in einer vielseitigen Fruchtfolge nacheinander ab und ergänzen sich in einem bunten Miteinander (Mischkultur).
  • Schonend arbeiten: Den Boden mit Handgrubber und Grabgabel zum optimalen Zeitpunkt (nicht zu feucht) lockern. Das fördert das Bodenleben, den Humusgehalt und die Bodenstruktur.
  • Eine ganzjährige Bodenbedeckung schützt vor Bodenabtrag (Erosion): Das Mulchen (Abdecken der Bodenoberfläche) mit Stroh, Grasschnitt, Laub oder ähnlichem sorgt für Nährstoffe und ein ausgeglichenes Bodenklima.
  • Torf ist tabu: Stattdessen Komposterde oder andere torffreie Kultursubstrate verwenden. Das schont Moorlandschaften und schützt das Klima.

Organisch düngen muss sein

  • Stickstoff pflanzen: Um den Boden zu verbessern, säen Bio-Gärtnerinnen und Bio-Gärtner stickstoffsammelnde Leguminosen (zum Beispielen Bohnen, Lupinen, Klee) und Gründüngungspflanzen (zum Beispiel Phacelia, Buchweizen). Darüber freuen sich auch die Bienen. Als winterharte Gründünger bieten sich Feldsalat und Winterroggen an.
  • Selbst Dünger herstellen: Kompost aus Garten- und Küchenabfällen eignet sich optimal zur organischen Düngung. Er enthält alle wichtigen Pflanzennährstoffe, belebt den Boden und verbessert die Bodenstruktur.
  • Nur keine Mineraldünger: Die Pflanzen im Bio-Garten werden nach Bedarf mit organischem Dünger versorgt. Dazu gehören Kompost, Mist, Hornspäne, Schafwolldünger und Kleedünger.

Bio-Pflanzen und Bio-Saatgut verwenden

  • Keine Hybriden: Bio-Gärtnerinnen und -Gärtner wählen bevorzugt widerstandsfähige und samenfeste Pflanzensorten, die auf natürliche Weise vermehrt werden können. Zu finden sind sie in Saatgutbibliotheken.
  • Bio von Anfang an:Saatgut und Pflanzen stammen möglichst aus biologischem Anbau.
  • Vielfalt gefragt: Im Bio-Garten wächst eine große Vielfalt an Pflanzenarten mit einem hohen Anteil an heimischen (Wild-)Pflanzen. Alte Obst- und Gemüsearten sowie -sorten gehören auch dazu.
  • Gewusst wo: Die Pflanzen wachsen auf Standorten, die ihre Bedürfnisse nach Bodenart, Licht und Feuchtigkeit erfüllen.
  • Heimische Pflanzen haben Vorfahrt: Invasive Arten wie das drüsige Springkraut müssen draußen bleiben, damit sie sich nicht ausbreiten und die heimische Pflanzen- und Tierwelt verdrängen. Mehr Informationen zu invasiven Arten.

Pflanzen schützen und Krankheiten vorbeugen

  • Widerstandskraft stärken: Eine optimale Standortwahl, vielfältige Fruchtfolgen und Mischkulturen sowie robuste Sorten beugen Krankheiten vor. Zudem unterstützen ein geeigneter Saat- und Pflanztermin, eine angepasste Düngung und pflanzenstärkende Mittel die Widerstandskraft der Pflanzen.
  • Tolerant sein: Schädlinge und unerwünschte Wildkräuter im Zaum halten, aber nicht ausrotten. Wildkräuter am besten mechanisch regulieren, zum Beispiel mit einer Hacke.
  • Im Notfall nur Biologische Pflanzenschutzmittel: Bei sehr starkem Befall durch Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten helfen Biologische Pflanzenschutzmittel weiter. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel haben im Bio-Garten nichts zu suchen.

Nützlinge fördern

  • Viele und offene Blüten bevorzugt: Im Bio-Garten wachsen viele verschiedene, möglichst heimische Pflanzenarten, die wichtig für die Tierwelt sind. Pflanzen mit ungefüllten Blüten liefern Nektar für bestäubende Wildbienen und andere Insekten. Tipps zum bienenfreundlichen Biogärtnern.
  • Nisthilfen und Winterquartiere schaffen: Nützlinge halten Schädlinge in Schach, wenn sie Nahrung, Rückzugsgebiete und Überwinterungsmöglichkeiten finden. Zahlreiche Biotope wie Hecken, Blumenwiesen oder Trockenmauern und Nisthilfen stehen für die Tiere bereit.
  • Natürliche Unordnung tut gut: Der Pflegeschnitt von Gehölzen und Hecken wird auf das Nötigste beschränkt. Pflanzenstängel mit Samenständen, Himbeerruten und Co. bleiben für überwinternde Insekten und nahrungssuchende Vögel mindestens bis zum folgenden Frühjahr stehen.

Ressourcen schonen und natürlich bauen

  • Wasser sparen: Bio-Gärtnerinnen und Bio-Gärtner bewirtschaften und gestalten ihren Garten möglichst ressourcenschonend. Sie bewässern ihren Garten vorwiegend mit gesammeltem Regenwasser.
  • Naturnah bauen: Sie verwenden natürliche und schadstofffreie Baumaterialien (zum Beispiel unbehandeltes Holz, Natursteine) aus der Region und recyceln Materialien, soweit wie möglich.

Letzte Aktualisierung 03.09.2020

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