Bio-Zierpflanzen für Beet und Balkon

Mit Bio-Zierpflanzen ökologisch gärtnern

Bio-Zierpflanzen schlagen langsam Wurzeln: Mittlerweile gibt es Blumenzwiebeln, Stauden aller Art, Rosen und sogar Sträucher und Schnittblumen aus ökologischem Anbau. Im Frühling kommen vermehrt getopfte Frühlingsblumen in Naturkostläden oder auf die Wochenmärkte. "Wir machen inzwischen das ganze Beet- und Balkonpflanzen-Sortiment in Bio. Wir bieten sowohl Klassiker wie Primeln und Petunien als auch Dahlien in verschiedenen Farben oder Hängebambus an", berichtet Klaus Umbach, der seine Gärtnerei in Heilbronn auf Bioland umgestellt hat. Aber auch in einigen Gartenfachmärkten und im Online-Handel lassen sich Bio-Zierpflanzen erwerben. Zu erkennen sind die Bio-Pflanzen am EU-Bio-Logo und den Siegeln der Anbauverbände: Bioland, Naturland und Demeter. Genau wie bei Lebensmitteln ist der Begriff "Bio" auch bei Stauden, Schnittblumen und Topfpflanzen nach den EU-Rechtsvorschriften für ökologischen Landbau geschützt.

Was ist Bio an Zierpflanzen?

Ökogärtnereien dürfen weder Kunstdünger noch chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verwenden. Um die Moore zu schützen, setzen sie möglichst wenig Torf ein und experimentieren mit verschiedenen Torfersatzstoffen. In den Blumentopf kommt meist ein Mix aus unterschiedlichen Substraten: Das kann eine Mischung aus Kompost, Holzfasern, Tongranulat und Torf sein. Als organische Dünger dienen zum Beispiel Hornspäne, Naturkalk, Gesteinsmehle, aber auch innovative, regionale Dünger wie Schafwollpellets. Bei den langsam wirkenden organischen Düngern müssen sich die Topfpflanzen besonders anstrengen, um an die Nährstoffe im Substrat zu gelangen. Dadurch bilden die Jungpflanzen viele Wurzeln, was sie später im Beet oder Balkonkasten schnell anwachsen lässt. Gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge helfen Nützlinge im Gewächshaus und biologische Präparate. Ansonsten ist wie bei Menschen Vorsorge gefragt. Damit die Bio-Gewächse fit und robust bleiben, bekommen sie regelmäßig Pflanzenstärkungsmittel. Diese stärkenden Cocktails enthalten verschiedene Pflanzensäfte und -öle, aber auch Mikroorganismen und homöopathische Mittel.

Pflanzen nicht künstlich klein halten

Ein weiterer großer Unterschied ist, dass in der Bio-Gärtnerei Stauchmittel tabu sind. Diese chemischen Wachstumsregulatoren dienen im konventionellen Gartenbau dazu, dass die Topfpflanzen nicht in die Länge schießen, sondern schön kompakt wachsen. Den Verzicht auf Chemie müssen Bio-Gärtnerinnen und -gärtner mit einem grünen Daumen ausgleichen: So sorgen beispielsweise eine optimale organische Düngung und eine angepasste Bewässerung sowie Pflanzenstärkungsmittel für ein kompaktes Wachstum der Bio-Zierpflanzen. "In der Bio-Gärtnerei ist es nicht damit getan, einfach etwas wegzulassen. Die Umstellung von konventionell auf Bio ist ein Systemwechsel. Bio-Gärtner müssen ihre Pflanzen immer genau im Blick behalten und mehr Zeit und Arbeit investieren als ihre konventionellen Kollegen. Dafür müssen die Bio-Gärtner nicht mit giftigen Substanzen im Gewächshaus hantieren", bilanziert Andrea Frankenberg von Bioland.

Warum Bio kaufen?

Dank ihrer naturnahen Aufzucht sind Biozierpflanzen robust und frei von Rückständen. Das ist nicht selbstverständlich, wie Greenpeace festgestellt hat: von den 2014 untersuchten Blumen und Zierpflanzen aus Gartencentern, Bau- und Supermärkten waren drei viertel mit bienengefährdenden Pestiziden belastet. "Erfreulicherweise haben sich die Baumärkte inzwischen verpflichtet, keine bienengiftigen Pestizide mehr zu verkaufen. Außerdem verlangen sie von ihren Lieferanten, Zierpflanzen nicht mehr mit bienengiftigen Pestiziden zu produzieren", berichtet Christiane Huxdorff von Greenpeace. Aber andere chemische Pflanzenschutzmittel kommen nach wie vor zum Einsatz.

Dagegen lassen sich mit essbaren Bioblüten sogar Speisen verzieren und würzen. Attraktiv für den Balkon sind die von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Heidelberg empfohlenen Naschkästen. Dazu einfach Blumen mit Erdbeeren oder Kräutern gemeinsam in den Balkonkasten setzen. Oder den Blumenkasten mit Cocktailtomaten oder bunten Chilis aufpeppen.

Bio-Zierpflanzen haben immer Saison

Mittlerweile gibt es Zierpflanzen aus ökologischem Anbau für das ganze Jahr: Nach den Frühlingsblumen entfalten im Mai und Juni Bio-Pfingstrosen, Iris und Rosen ihre Blütenpracht. Im Herbst zieren bunte Bio-Gräser, Astern und Chrysanthemen Balkon und Garten. Christrosen aus ökologischem Anbau runden das Bio-Gartenjahr ab. Natürlich kann man sich auch Bio-Zimmerpflanzen ins Haus holen. Allerdings ist die Auswahl noch überschaubar. Als Pioniere sind Alpenveilchen, Weihnachtssterne und Grünpflanzen wie Grünlilien auf dem Markt.

Wie schnell das Angebot wächst, hängt davon ab, ob die Verbraucherinnen und Verbraucher Bio-Zierpflanzen ebenso gut annehmen wie Bio-Kräuter.


Weitere Infos im Web:

Wer Bio-Pflanzen kaufen will, findet einen Anbieter in seiner Nähe unter:

bio-zierpflanzen.de

Viele der Gärtnereien bieten auch den Versand über das Internet an. Zum Beispiel:

Biopflanzen vieler Art und Gartenzubehör:

Stauden aller Art und Gräser

Naschpflanzen, Kräuter und Duftpflanzen

Pfingstrosen und Blumen

Bäume, Sträucher und Biogojipflanzen

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollten Sie etwas ergänzen wollen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an info@oekolandbau.de)

Letzte Aktualisierung 17.11.2021

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