Bio im Alltag


Profitipps für fruchtbare Böden

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Egal ob Stauden, Obst, Gemüse, Wein oder Kräuter: Wer säen und ernten will, braucht fruchtbare Erde. Kein Wunder also, dass die Biolandwirtinnen und Biolandwirte sowie die Gärtnereien des Netzwerks der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau besonders auf den Boden achten und versuchen, durch natürliche Dünger und eine vielseitige Fruchtfolge die Fruchtbarkeit zu erhöhen. Hier verraten sechs Biopflanzenprofis, was Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner ihrem Boden Gutes tun können.

Blumen statt Kies

Kies- und Schotterflächen im Vorgarten sehen oft nicht nur öde aus, sondern sorgen durch ihr Gewicht und das darunterliegende Vlies auch für eine Verödung des Bodenlebens. Eine ökologische Alternative sind hingegen Stauden. Die krautartigen, mehrjährigen Pflanzen sind sowohl attraktiv, als auch pflegeleicht. Nach winterlicher Ruhepause treiben sie jährlich neu aus und bilden somit einen festen Bestandteil des Gartens. Mit den verschiedensten Farben, Formen und Strukturen bieten sie eine unglaubliche Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten. Und nicht zuletzt: Der Regenwurm fühlt sich wohl und spendet permanent kostenlosen Humus.

Ein Tipp der Staudengärtnerei Gaißmayer, Illertissen, Bayern

Rosen lieben Regenwürmer

Bei der Kultur von anspruchsvollen, vielblühenden Rosen ist ein intaktes Bodenleben wichtig. Bodenbewohner wie Regenwürmer sorgen für eine optimale Nährstoffversorgung. Eine Mulchdecke liefert Futter für diese Bodenorganismen und hält zudem den Boden unkrautfrei. Wer mit Rinde mulcht, sollte vorher organischen Volldünger ausbringen, damit die Bodenorganismen ausreichend Nährstoffe zum Arbeiten finden. Zum Düngen eignet sich zum Beispiel Pferdemist, den die Regenwürmer flink zersetzen.

Ein Tipp der Rosenschule Ruf in Bad Nauheim-Steinfurth, Hessen

Genießen statt Jäten

Das Jäten von ungeliebten Gewächsen ist nicht nur anstrengend, sondern stört auch das Bodengleichgewicht. Deswegen hilft es, die vermeintlichen Störenfriede im gepflegten Garten mit anderen Augen zu sehen – nämlich als willkommene kulinarische Abwechslung im Speiseplan. Melde, Giersch, Vogelmiere, Löwenzahn, Franzosenkraut, Gänsedistel, Spitzwegerich oder Gänseblümchen sind eine Bereicherung für die Küche und können Salate sowie andere Gerichte geschmacklich verfeinern. Wer die Beikräuter regelmäßig als frische Triebe erntet, hält die Pflanzen klein und der Boden bleibt mit Grünmasse bedeckt, was ihm wiederum gut tut.

Ein Tipp des Bio Hof Brinkmann in Lage, Nordrhein-Westfalen

Kompost-Beet mit Blumen

Kompost ist die beste Möglichkeit, um die Humusschicht im Garten zu erhalten und die Fruchtbarkeit des Bodens zu verbessern. Statt den Komposthaufen in der hintersten Gartenecke zu verstecken, kann er zum leuchtenden Blickfang werden, indem er mit Stauden bepflanzt wird. Dazu eignet sich ein Kompost mit einem hohen Holzanteil. Neben Ästen, Zweigen und unbehandelten Holzresten, können auch Holzkisten (zum Beispiel vom Gemüse) kompostiert werden. Einfach das Holz kleinmachen, dicht übereinander stapeln und dazwischen etwas Erde oder Gartenabfälle geben.

Anschließend benötigt der Kompost noch eine "Haut" zum Beispiel Grasschnitt, Laub oder Erde, die dafür sorgt, dass er dunkel und feucht bleibt. Darauf können bunte Stauden oder Sommerblumen gepflanzt werden. Etwa anderthalb Jahre braucht es, bis sich das Holz in Erde verwandelt hat. Der zusätzliche Vorteil: Das im Holz gebundene Kohlendioxid wird auf diese Weise in den Boden zurückgeführt.

Ein Tipp vom Gut Wulfsdorf in Ahrensburg, Schleswig-Holstein

Blick in den Boden

Die genaue Kenntnis des Gartenbodens, seine Art und seine Qualität sind von entscheidender Bedeutung, denn Pflanzen und Boden stehen in einem lebendigen Austausch. Mit der Spatenprobe kann ein umfassender Einblick in das Bodengefüge erhalten werden. Dafür den Spaten etwa 30 Zentimeter tief in den Boden stechen. Dieser sollte zuvor von der Grasnarbe befreit worden sein. Im Querschnitt lässt sich das Bodenprofil gut erkennen. Ist der Boden dicht oder wie gewünscht locker? Der Regenwurm ist ein Gradmesser für die Lebendigkeit und Fruchtbarkeit des Bodens. Zudem produziert er Dünger, der zu den besten der Welt zählt.

Ein Tipp der Gärtnerei Berg in Binzen, Baden-Württemberg

"Grün düngen" statt fräsen

Ist der (Schulgarten-) Boden zu hart zum Pflanzen und Säen, dann greifen viele Menschen zu einer Fräse, um ihn klein und fein zu bekommen. Doch beim nächsten starken Regen fällt der so gelockerte Boden, wie ein zu schnell aus dem Ofen geholter Käsekuchen, in sich zusammen. Und das behagt den Sämlingen und Jungpflanzen gar nicht. Wer das vermeiden will, sollte vorher Gründüngung wie zum Beispiel eine Mischung von Pfahlwurzlern (beispielsweise Ölrettich) oder Feinwurzlern (zum Beispiel Phazelia) aussäen. Diese schaffen Lockerung und eine dauerhaft stabile Bodenstruktur für alle Nachkulturen.

Ein Tipp des Rosenhofs Taubertal in Creglingen, Baden-Württemberg

Letzte Aktualisierung: 25.08.2017