Rosen in Bio-Qualität

Rosen in Bio-Qualität

"Unsere Rosen kann man essen", scherzt Sabine Ruf gerne. Dabei ist es gar kein Scherz. Der Bioland-Hof Ruf im Rosendorf Steinfurth verkauft die Königin der Blumen nämlich nicht nur an Rosenliebhaberinnen und Liebhaber. Auch Gourmets kommen auf ihre Kosten: Sie können im Hofladen eigens zubereiteten Rosenessig, Rosenmarmelade, Rosenöl und vieles mehr rund um das Thema Rosen kaufen: alles aus Rosenblättern in Bio-Qualität. Das bedeutet beispielsweise den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel, den Anbau von Gründüngungspflanzen in der Fruchtfolge und die Förderung von tierischen Nützlingen und sinnvollen Pflanzengemeinschaften. In der Natur vorkommende Bakterien (zum Beispiel Bacillus thuringiensis) sowie die schädlingsabwehrenden Stoffe einiger Pflanzen machen es möglich, gezielt gegen tierische Schädlinge vorzugehen. Um Pilzkrankheiten an Rosen im Keim zu ersticken, wählen Bio-Gärtnereien geeignete Standorte und robuste Rosensorten. Gegen Rosenrost, Sternrußtau und Mehltau setzen sie vorbeugende biologische Rosenpflegemittel ein, wie etwa Schachtelhalmextrakt und Gesteinsmehle.

Drei Jahre bis zum Verkauf

Bio-Rosen dürfen sich nur so nennen, wenn sie aus einer zertifizierten Bio-Gärtnerei stammen. Solche Betriebe haben sich verpflichtet, innerhalb der Vorgaben der EU-Rechtsvorschriften für ökologischen Landbau oder der noch enger gefassten Richtlinien der Anbauverbände, wie Bioland, Naturland und Demeter, zu produzieren.

Für Kundinnen und Kunden und Gärtnerinnen und Gärtner gleichermaßen gilt das Sprichwort "Geduld bringt Rosen": Insgesamt drei Jahre benötigen Rosenbauern zur Kultur ihrer Zöglinge. Der Kernpunkt dabei ist das Veredeln der Pflanzen im zweiten Kulturjahr. Bevorzugt werden Sorten, die eine gewisse Widerstandskraft haben. Es hat sich herausgestellt, dass die Bio-Blumen viel kräftiger und robuster sind, wenn weniger Hilfsmittel, wie chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel, verwendet werden.

Nur alle zehn Jahre wachsen die Rosen auf demselben Acker. Der Bio-Betrieb braucht deshalb die zehnfache Menge Land, die zwischenzeitlich vor allem mit Leguminosen wie Klee und Luzerne bepflanzt wird. So bekommt der Boden Nährstoffe wie Stickstoff zurück, die von den Rosen "verbraucht" wurden.

Bio-Rosen – ein Nischenmarkt

Da die Produktionskosten viel höher sind als im konventionellen Anbau, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher für Bio-Rosen tiefer in die Tasche greifen. Einige Bio-Betriebe haben sich jedoch erfolgreich in dieser Nische etabliert (siehe Links unten) und versenden ihre Rosen auch im Topf oder wurzelnackt (ohne Erde und Topf).

Dagegen machen sich Bio-Rosen bei Schnittblumen noch rar. Wer sich an einem Rosenstrauß aus fernen Ländern erfreuen will, sollte zu Fairtrade-Rosen greifen. Die gibt es - im Unterschied zu Bio-Rosen - häufig zu kaufen. Die Siegelkriterien von Fairtrade umfassen soziale Standards wie angemessene Löhne, Arbeits- und Gesundheitsschutz und soziale Projekte wie etwa Bildungsarbeit. Außerdem gelten ein Verbot für hochgiftige Pflanzenschutzmittel und der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen. Vom Anspruch des Bio-Siegels sind die Fairtrade-Blumen allerdings weit entfernt.


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Letzte Aktualisierung 18.11.2021

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