Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte sind das eine, sie müssen sich aber auch wirtschaftlich rechnen. Interessante Ansätze für die Verbindung beider Aspekte hat Henrik in seiner Arbeit thematisiert. Besonders das Thema Substrate und deren Herkunft beschäftigt ihn. "Ein Ansatz, der ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, könnte die Verwendung von Abfallstoffen aus der Landwirtschaft als Pilzsubstrat sein", erläutert er. Ein interessantes Beispiel hierfür sei ein deutsches Unternehmen, das Biertreber aus der Bierproduktion verwendet, um damit Pilze zu produzieren. "So schafft man einen Mehrwert und erhöht die Wertschöpfung", erklärt Henrik.
Henrik sieht genau in all diesen individuellen betrieblichen Lösungen das Potenzial, mit vergleichsweise niedriger Technisierung dennoch wirtschaftlich erfolgreich eine Pilzzucht zu betreiben. "Man muss nicht immer große Investitionen tätigen. Oft reicht es, mit klugen, kreativen Lösungen anzufangen", resümiert er. Es gehe eben nicht nur darum, sich teure Maschinen anzuschaffen, sondern mit einfachen Mitteln und Erfindergeist theoretische Ideen praktisch umzusetzen.
Dennoch sollte das kein Grund sein, die Betriebe alleine zu lassen in ihrer Forschungsarbeit. Vielmehr bräuchte es Unterstützung aus der Wissenschaft, um die Innovationen auf das nächste Level zu heben. Dazu gehört für ihn auch, die Ausbildung im Bereich Pilzzucht zu professionalisieren. "Es gibt viel Literatur und Foren im Internet, wo unglaublich viel Wissen existiert. Es wäre aber sicherlich hilfreich, wenn es staatliche Ausbildungsangebote dazu gäbe und nicht nur private Lehrgänge oder Workshops. Ich glaube einfach, dass das vielen Leute nutzen würde."
Auch eine professionelle Beratung wie in anderen landwirtschaftlichen Teilbereichen sieht er als notwendig an – egal ob für landwirtschaftliche Betriebe, die auf Pilzzucht umsteigen wollen oder für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die den Einstieg planen. "Jemanden zu haben, der einen umfänglich beraten kann zu rechtlichen Dingen, wie und wo man Förderungen beantragen kann oder einfach generell, was es für die Pilzzucht alles braucht, ist unglaublich wertvoll. Viele etablierte Betriebe haben sich das Wissen über viele Jahre selbst aneignen müssen. Aber nicht jeder hat die Kapazitäten das zu tun. Umso wichtiger sind daher eine professionelle Ausbildung und Beratung, die unterstützend in diesem Prozess sein können“, betont Henrik abschließend.
Wie Henrik seine Zukunft nach seinem abgeschlossenen Bachelor-Studium gestalten möchte, hat er uns in einem weiteren Interview erzählt: