Die Edelpilzproduktion in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend etabliert und ist zu einem interessanten Zweig innerhalb der Landwirtschaft beziehungsweise dem Gartenbau geworden – sowohl für bestehende landwirtschaftliche Betriebe als auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. Treiber in dieser Entwicklung sind vor allem Ernährungstrends, die verstärkt gesundheitliche Aspekte, Klima und Nachhaltigkeit sowie eine fleischarme oder sogar gänzlich fleischlose Ernährung fokussieren.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt allerdings, dass nach wie vor Champignons die Spitzenreiter der deutschen Pilzbranche sind. Nach vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) belief sich die deutsche Ernte an Champignons auf rund 78.000 Tonnen im Wirtschaftsjahr 2023/24, was etwa 36 Prozent des eigenen Bedarfs (2022/23: 43 Prozent) decken. Der Pro-Kopf-Verbrauch erreichte im Jahr 2023/24 mit 2,3 Kilogramm pro Person erstmals wieder ein so hohes Niveau wie Anfang der 2000er-Jahre.
Der Markt für Champignons wird allerdings von wenigen großen Betrieben mit entsprechendem Know-how und Kapital dominiert. In Deutschland gibt es aktuell knapp 20 Betriebe, die Champignons erzeugen. Davon produzieren die fünf größten mehr als 90 Prozent der Gesamtmenge. Der Einstieg in den Champignonanbau ist daher schwierig und für Einsteigerinnen und Einsteiger nicht unbedingt zu empfehlen.