Anbau von Körnerleguminosen in der ökologischen Landwirtschaft

Körnerleguminosen wie Ackerbohne, Erbse oder Soja bringen nicht nur Stickstoff in die Fruchtfolge, sie lassen sich auch gut vermarkten. Besonders ökologisch erzeugte Ware ist gefragt.

Leguminosen sind für Fruchtfolgen in der ökologische Landwirtschaft unverzichtbar. Denn durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien in den Wurzeln sind sie in der Lage, Luftstickstoff zu binden und diesen für die Pflanze nutzbar zu machen. In der Regel binden sie mehr als sie für den eigenen Bedarf benötigen, sodass mit dem Stickstoffüberschuss nachfolgende nicht-legume Kulturen mitversorgt werden können.

Leguminosen können jedoch noch mehr: Sie durchwurzeln den Boden intensiv und tief. Damit verbessern sie die Bodenstruktur und helfen dabei, in den Unterboden verlagerte Nährstoffe zu nutzen.

Häufig werden im Ökolandbau mehrjährige Feinleguminosen wie Rotklee oder Luzerne angebaut in der Regel als Gemenge mit Gras (Kleegras). Kleegras ist wegen seines hohen Futterwerts vor allem auf viehhaltenden Betrieben beliebt, wird aber auch auf Marktfruchtbetrieben angebaut.

Körnerleguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen und zum Teil auch Lupinen und Sojabohnen sind auf viehhaltenden sowie Marktfruchtbetrieben Bestandteil der Fruchtfolge. Die Nachfrage nach diesen Eiweißkomponenten als Futtermittel und für die menschliche Ernährung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Deshalb gibt es gute Möglichkeiten zur Vermarktung. Viehhaltende Betriebe verwerten Körnerleguminosen überwiegend als Futtermittel für die eigenen Tiere.

Was gilt es beim Anbau zu beachten?

Körnerleguminosen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von Feinleguminosen, was bei der Fruchtfolgeplanung berücksichtigt werden muss. Das Unkrautmanagement ist für den Anbauerfolg von großer Bedeutung.



Edamame - eine Sojakultur der besonderen Art

Als Edamame bezeichnet man grün geerntete Sojabohnen. Sie werden häufig gekocht als Snack serviert. Bislang kommt die meiste Ware aus Asien. Die Nachfrage nach regionaler Edamame wächst jedoch und bietet Öko-Betrieben eine neue Einkommensalternative. Was gilt es beim Anbau zu beachten?

Erfahren Sie mehr über Edamame

Entwicklung der Anbaufläche von Körnerleguminosen

Entsprechend der Nachfrage hat auch der Anbau der Körnerleguminosen in Deutschland in den letzten Jahren stark zugenommen (siehe Infografik). Vor allem im konventionellen Bereich kam es zu enormen Steigerungen. Lange Zeit spielte der Anbau von Eiweißpflanzen hier kaum eine Rolle, sodass hier auf einem sehr niedrigen Anbauniveau gestartet wurde. Im Bio-Bereich sind Körnerleguminosen dagegen immer schon fester Bestandteil der Fruchtfolgen gewesen. Doch auch hier wurde der Anbau ausgedehnt.

Der Öko-Anteil bei den Körnerleguminosen in Deutschland:

  • Ackerbohne: 45 Prozent
  • Soja: 33 Prozent
  • Lupine: 48 Prozent
  • Futtererbsen: 13 Prozent

LeguNet-Podcast

Der Podcast über Soja, Erbse, Ackerbohne, Lupine & Co.

Das Leguminosennetzwerk kümmert sich darum, dass wieder mehr Hülsenfrüchte (Körnerleguminosen) in Deutschland angebaut und auf dem Teller und im Trog landen. Denn die eiweißreichen Hülsenfrüchte sind für Tiere, Menschen und sogar für den Boden überaus gesund.

Zu den Episoden auf der FiBL Collaboration-Plattform


Letzte Aktualisierung 22.09.2025

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