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Wasserschutz: Was leistet der Ökolandbau?

Hitze, Trockenheit und Starkregen: Extreme Wetterereignisse treten immer häufiger auf und stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Während in manchen Regionen Wasser fehlt, kämpfen andere mit Überschwemmungen. Welche Rolle der Ökolandbau für einen nachhaltigeren Umgang mit Wasser spielen kann, erfahren Sie im Folgenden.
Grundwasser ist Teil des globalen Wasserkreislaufs und entsteht überwiegend aus Niederschlagswasser, das in den Untergrund versickert. Die Bodenschichten filtern das Wasser auf dem Weg nach unten und reichern es je nach Beschaffenheit mit Mineralien wie Calcium und Magnesium an. Die in den Tiefen schlummernden Wasserreserven bilden eine wichtige Grundlage für die Wasserversorgung:
- Etwa 70 Prozent des Trinkwassers in Deutschland stammen aus Grundwasservorkommen.
- Jährlich werden in Deutschland etwa 5,3 Milliarden Kubikmeter Wasser für die öffentliche Wasserversorgung und etwa 12,6 Milliarden Kubikmeter durch die private Wassergewinnung für Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Energiegewinnung entnommen.
- Global gesehen ist Grundwasser die Quelle von etwa der Hälfte des weltweit durch Privathaushalte genutzten Wassers. Die Bewässerung in der Landwirtschaft hängt zu etwa 40 Prozent vom Grundwasser ab.
Ein Kubikmeter sind 1.000 Liter Wasser. Das entspricht ungefähr acht vollen Badewannen.
Damit ist Grundwasser eine lebensnotwendige Ressource, die sich über die Zeit immer wieder neu bildet. Doch die menschengemachte Klimakrise bringt den Wasserkreislauf gewaltig durcheinander: 2024 war das bisher wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Laut dem Umweltbundesamt (UBA) ist der Grundwasserbestand in den Dürrejahren 2018 bis 2020 sowie 2022 deutlich gesunken. In Bayern beispielsweise ist die jährliche Grundwasserneubildung seit über 20 Jahren nicht mehr ausreichend, um die Grundwasservorkommen aufzufüllen.
Gleichzeitig nimmt der Wasserverbrauch in den immer heißeren Sommermonaten zu. Nach Berechnungen wird in Nordrhein-Westfalen der Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft bis ins Jahr 2100 um das 20-Fache steigen.
Intensive Landwirtschaft bedroht die Grundwasserqualität
Darüber hinaus leidet die Qualität des Grundwassers durch Stoffeinträge, allen voran Nitrat und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft.
- Knapp 16 Prozent der Messstellen in Deutschland wiesen im Jahr 2024 einen Nitratgehalt über dem Schwellenwert von 50 mg pro Liter im Grundwasser auf.
- Etwa 26 Prozent der Messstellen, in deren Einzugsgebiet besonders viele landwirtschaftliche Flächen liegen, überschreiten den Schwellenwert.
- Ausgehend von den in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gibt es zahlreiche Abbauprodukte, die in signifikanten Mengen im Grundwasser landen können. An 72 Prozent der Grundwassermessstellen in Deutschland wurden solche Stoffe nachgewiesen.
- Im Untersuchungszeitraum 2017 bis 2021 fand das UBA an 76 Prozent der Grundwassermessstellen Trifluoressigsäure (TFA). TFA ist ein Abbauprodukt verschiedener PFAS-haltiger Pestizide, kann aber auch andere Eintragsursachen haben. TFA erweist sich als sehr problematisch, da es sich in der Umwelt nicht abbaut und in der Trinkwasseraufbereitung technisch kaum entfernen lässt.
Wie kann das Grundwasser geschützt werden?
Um diesen negativen Einfluss der Landwirtschaft auf das Grundwasser zu reduzieren, kann die ökologische Bewirtschaftung eine Lösung sein: Das Verbot chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel verhindert einen Eintrag dieser Stoffe, während die flächengebundene Tierhaltung, die im Ökolandbau verpflichtend ist, die Nitratwerte auf ein niedriges Niveau senkt.
Film ab: Was bedeutet flächengebundene Tierhaltung?
Was der Ökolandbau in Sachen Grundwasserschutz insgesamt leistet, zeigt die Bio-Wasseruhr der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser plakativ: 2025 wurden durch die ökologisch bewirtschafteten Flächen knapp 2,7 Milliarden Kubikmeter Wasser vor Verschmutzung geschützt.
Auf dem Wassergut Canitz in der Nähe von Leipzig wird die wasserschonende Wirkung des Ökolandbaus besonders deutlich: Durch die Einführung des ökologischen Landbaus im Jahr 1991 hat sich die Nitratkonzentration auf den Flächen des Betriebs auf etwa 18 mg/l halbiert. Zur Einordnung: an 19 Prozent der Messstellen in Sachsen lag der Nitratwert im Jahr 2023 über dem Grenzwert von 50 mg/l.
Grundwasserschutz durch Ökolandbau
Was tut die Bundesregierung, um das Grundwasser zu schützen?
Innerhalb der Bundesregierung wurde die Notwendigkeit erkannt, die Wasserwirtschaft in Deutschland an die Herausforderungen anzupassen, um eine langfristige und nachhaltige Wasserversorgung zu gewährleisten und die lebensnotwendige Ressource Wasser zu schützen.

Die Nationale Wasserstrategie, vorgelegt vom Bundesministerium für Umwelt, soll systematisch für einen bewussten Umgang mit der Ressource Wasser sorgen. Ziele sind unter anderem, die Wasserreserven Deutschlands zu sichern, gegen Wasserknappheit vorzusorgen, sowie den Zustand der Gewässer und die Wasserqualität zu sichern. Insgesamt umfasst die Strategie 78 konkrete Maßnahmenvorschläge.
Zentrale Ziele der Nationalen Wasserstrategie
- Auch in 30 Jahren und darüber hinaus gibt es überall und jederzeit hochwertiges und bezahlbares Trinkwasser.
- Gewässer und unser Grundwasser werden sauberer.
- Der naturnahe Wasserhaushalt wird gestärkt und wiederhergestellt.
- Die Abwasserentsorgung wird nach dem Verursacherprinzip organisiert.
- Wasserversorgungs-Infrastruktur und Wassernutzung werden an die Folgen der Klimakrise angepasst.
“Unsere Wasserpolitik ist Vorsorgepolitik. Wir wollen Schäden durch Hochwasser und Starkregen so weit wie möglich vermeiden und uns gleichzeitig für Zeiten von Wasserknappheit rüsten.” Bundesumweltminister Carsten Schneider
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Letzte Aktualisierung 06.03.2026








