Der ökologische Landbau erbringt die vielfältigen, zuvor beschriebenen Leistungen für die Umwelt und damit für das Gemeinwohl. Diese Umweltwirkungen bleiben jedoch oft unbezahlt, denn am Markt zählt meist nur der Preis eines Produkts, nicht aber sein ökologischer Fußabdruck. Die wahren Kosten von Lebensmitteln sind oft deutlich höher als der Ladenpreis – besonders im konventionellen Bereich, wo negative Umweltfolgen später von der Allgemeinheit getragen werden müssen.
Um diese Schieflage zu korrigieren, braucht es Konzepte, die nachhaltige Leistungen sichtbar machen und fair entlohnen. Verschiedene Modelle zur Honorierung von Umweltleistungen werden bereits erprobt – etwa leistungsdifferenzierte Ansätze, bei denen konkrete Maßnahmen oder messbare Ergebnisse finanziell honoriert werden. Der UGÖ-Bericht zeigt, wie solche differenzierten Systeme funktionieren können und welche Herausforderungen damit verbunden sind.
Auch marktorientierte Ansätze gewinnen an Bedeutung: Beim Carbon Farming etwa erhalten Betriebe finanzielle Anreize für den Aufbau von Humus und die Bindung von Kohlenstoff. Und im Projekt Fairpachten werden ökologische Kriterien direkt in Pachtverträge aufgenommen – so können auch Verpachtende einen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz leisten.
Zunehmend engagieren sich auch Verbände und Handelsunternehmen: So unterstützt etwa Naturland mit dem Förderprogramm ArtenvielfaltMaßnahmen zur Biodiversitätsförderung auf Höfen – finanziert unter anderem durch den Verkauf zertifizierter Produkte mit einem Zusatznutzen für die Umwelt.
Langfristig stellt sich die Frage, wie wir als Gesellschaft mit natürlichen Ressourcen umgehen wollen. Das Dossier "Honorierung von Gemeinwohlleistungen" beleuchtet die aktuellen Diskussionen. Und nicht zuletzt macht Dr. Jürn Sanders vom FiBL-Institut im Interview mit oekolandbau.de deutlich, dass es echte politische Weichenstellungen braucht – und zwar bald.