Praxisumsetzung einer modellhaften Lieferkette für regionales Bio-Gemüse in die Gemeinschaftsverpflegung (WSK-GV-Gemüse)

Kurzinfo

  • Produkte:Gemüse und Salate
  • Wertschöpfungskettenbereich:Erzeugung, Verarbeitung, Handel, Gemeinschaftsverpflegung
  • Bundesland:Hessen

Projektsteckbrief

Das Ziel des Vorhabens besteht darin, regionale Bio-Wertschöpfungsketten für Gemüse von der landwirtschaftlichen Erzeugung in Mittelhessen über die im Aufbau befindliche Vorverarbeitung bis in die regionale Gemeinschaftsverpflegung aufzubauen und dann weiter auszubauen. Zu diesem Zweck wurde beim Antragsteller eine projektgebundene Koordinationsstelle eingerichtet. 

Bis dato kommen in der Regel nur 1 – 2% des Gemüses in der täglichen bundesweiten Gemeinschaftsverpflegung (GV) mit rund 18 Mio. Essen aus der jeweiligen Region und sind aus ökologischer Erzeugung. Eine Ursache dafür ist die vielerorts fehlende Vorverarbeitung zu küchenfertigem Gemüse. Aufgrund von Personalmangel werden diese Produkte für Großküchen und Caterer immer wichtiger.

Als Ergebnis einer modellhaften Projektentwicklung zum Aufbau eines inklusiven Vorverarbeitungsbetriebes für die Belieferung von küchenfertigem bio-regionalen Gemüse an die Gemeinschaftsverpflegung in Mittelhessen haben drei Lebenshilfeeinrichtungen eine entsprechende Betriebszweigerweiterung ihres Inklusionsunternehmens Gastrowelt Mittelhessen gGmbH beschlossen. Der neue Vorverarbeitungsbetrieb soll in der ersten Projektphase täglich bis zu 2,5 t bio-regionales Gemüse für rund 25000 GV-Essen produzieren.

Das Vorhaben muss mit einer Bündelung und dem weiteren Aufbau bio-regionaler Gemüseerzeugung flankiert werden. Unter anderem ist die Gründung einer Erzeugergemeinschaft geplant. Für die Erzeugerseite bedeutet dies die Erschließung eines weiteren bedeutenden Absatzkanals (neben Direktvermarktung, LEH, Großhandel, etc.) über den die Möglichkeit geschaffen wird, auch nicht handelskonforme Ware mit äußeren Qualitätsminderungen sowie Überschussmengen noch gezielter absetzen zu können.

Das Vorhaben soll so auch dazu beitragen, den mittelhessischen Gemüseanbau vielfältiger zu machen. Neben einer vielerorts bereits anzutreffenden Kartoffelschälung fehlt es vor allem an Verarbeitungsanlagen für in der GV benötigtes küchenfertiges Kohl-, Wurzel-, Fruchtgemüse sowie Salate. Ziel ist ein „TOP-10-Gemüsesortiment“ an geputzter und gewaschener Rohware sowie Artikel mit höherer Vorverarbeitungstiefe wie Fresh & Ready Cuts.

Beteiligte Projektpartner sind auf Erzeugerseite der Biolandhof Tollgrün Langgöns sowie die in Gründung befindliche Erzeugergemeinschaft „Alles vom Hof e.V.“: Die Sophie-Scholl-Schule der Lebenshilfe Gießen ist als Testkantine beteiligt. 17 weitere regionale Großküchen und Caterer haben ihr Abnahmeinteresse im Rahmen des Vorlaufprojektes bekundet und sollen so in den Aufbau der Wertschöpfungskette mit eingebunden werden.

Mehr Infos zum Projekt

Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Bio-Wertschöpfungsketten (RIWERT) fördert das Bundesprogramm Ökologischer Landbau den Aufbau und die Weiterentwicklung von tragfähigen Wertschöpfungskettenpartnerschaften für heimische Bio-Produkte.

Mehr Informationen über die Förderrichtlinie

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