Wertschöpfungskette für mehr Bio-Roggen in der menschlichen Ernährung

Das RIWERT-Projekt “Bio-Roggenhebel” zielt auf den Auf- und Ausbau überregionaler Wertschöpfungsketten für Produkte aus Bio-Roggen. Dafür soll der Anbau von Bio-Roggen gefördert und der Roggenkonsum in der menschlichen Ernährung ausgeweitet werden.

Kurzinfo

  • Produkte: Bio-Backwaren, Bio-Snacks, Bio-Spezialitäten aus Roggen
  • Wertschöpfungskettenbereich: Verarbeitung, Vermarktung und Handel
  • Bundesland: bundesweit

Projektsteckbrief

In diesem Projekt wird das Ziel verfolgt, die Bedeutung von Roggen in der Landwirtschaft zu stärken und ihn wieder in den Fokus zu rücken. Gleichzeitig soll die Nachfrage nach Roggen für die menschliche Ernährung merklich erhöht werden, indem Produkte entwickelt werden, welche den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten entsprechen. 

Dazu werden im Laufe des Vorhabens gemeinsam mit den Kooperationspartnern und weiteren Akteuren regionale und überregionale Wertschöpfungsketten für Bio-Roggen aufgebaut. Im Projektverlauf werden verschiedene Bio-Produkte wie Snacks, Brot und Spezialitäten aus Roggen entwickelt und der Anbau heller, leicht verdaulicher Roggensorten mit guten Backeigenschaften forciert. Die projektgebunden eingestellte Koordinationsstelle koordiniert dabei alle notwendigen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Wertschöpfungskettenaufbau und wird durch fachliche und methodische Beratung des erfahrenen Beraterteams von Bio2030 unterstützt. 

Begleitend zum Wertschöpfungskettenaufbau werden die Vorteile des Roggenanbaus im Hinblick auf den Grundwasserschutz und seine hohe Trockentoleranz sowie die gesundheitlichen Vorteile des Roggenkonsums in der menschlichen Ernährung sichtbar gemacht. Im Zuge der Ausweitung der Wertschöpfungskette werden im Laufe des Projektes moderne Marketinginstrumente für Handel und Verbraucher entwickelt. 

Mehr Infos zum Projekt

Interview mit Melissa Buchholz und Michaela Reuß

Oekolandbau.de: Um was geht es bei dem Projekt?

Roggen ist uns allen ein bekanntes Getreide, denn wer hat hierzulande noch nicht ein traditionelles Brot gekostet? Leider verliert die Brotkultur an Bedeutung, denn immer mehr Brote aus der ganzen Welt finden häufiger den Weg ins Regal. Im Rahmen dieses Projekts soll sich das ändern, indem einige Eigenschaften des Roggens unter die Lupe genommen werden. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem Verwendungsmöglichkeiten sowie seine Bedeutung für Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung. Aufgrund des stetig abnehmenden Roggen-Konsums in Deutschland arbeiten alle am Projekt beteiligten Unternehmen daran den Roggen wieder attraktiver für die Ernährung des Menschen zu gestalten. Dabei spielen Innovationen in verschiedenen Bereichen eine große Rolle, auch Nachhaltigkeit und Klimawandel sind Themen, die für einen zukunftsfähigen Roggen berücksichtigt werden sollen. 

Melissa Buchholz und Michaela Reuß verantworten gemeinsam das Projekt "Bio-Roggenhebel"

Melissa Buchholz hat eine Ausbildung als Drogistin, ein Studium in Oecotrophologie (B.Sc.) und langjährige Erfahrung im Projektmanagement. Als Projektkoordinatorin vereint sie ihre Beratungserfahrung aus der Ausbildung mit dem fundierten Fachwissen ihres Studiums. Ihre Erfahrung im Projektmanagement ermöglicht es ihr, Projekte strukturiert, effizient und zielorientiert zu steuern.

Michaela Reuß hat eine Ausbildung als Hauswirtschaftliche Betriebsleitung, ein Studium in Oecotrophologie (B.Sc.) und moleculare nutrition (M.Sc.) und langjährige Erfahrung in der Produktentwicklung und Qualitätsmanagement. Als Projektkoordinatorin verbindet sie ihre Ausbildung mit einem fundierten wissenschaftlichen Hintergrund aus ihren beiden Studiengängen. Durch ihre Berufserfahrung in der Produktentwicklung bringt sie wertvolle Praxiserfahrung in die Planung und Umsetzung von Projekten ein.

Oekolandbau.de: Welche Ziele sollen erreicht werden?

Unser Hauptziel ist die Bedeutung von Roggen wieder in den Fokus zu rücken und den Konsum von Roggen in der Humanernährung zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen haben wir vier Teilziele formuliert. Dabei wird der Aufbau regionaler und überregionaler Wertschöpfungsketten für Bio-Roggen, die Sichtbarmachung der Vorteile für Wasserschutz und Gesundheit sowie die Entwicklung moderner Marketinginstrumente für Handel und Verbraucher in den Fokus gerückt. Die Steigerung des Anbaus heller Roggen-Sorten wird dabei ebenfalls mitgedacht. 

Oekolandbau.de: Was ist Ihre Aufgabe in dem Projekt?

Die Koordinationsstelle ist beim Büro für Lebensmittelkunde und Qualität (GmbH) angesiedelt und ist gleichmäßig auf zwei Personen aufgeteilt: Melissa Buchholz und Michaela Reuß. Als strategische Drehscheibe des Projekts übernehmen wir eine zentrale Rolle bei der Planung, Vernetzung und erfolgreichen Umsetzung aller Aktivitäten. Wir gewährleisten den kontinuierlichen Informationsfluss zwischen den Projektpartnern, schaffen Synergien entlang der Wertschöpfungskette und sorgen für eine zielgerichtete Zusammenarbeit aller Beteiligten. Durch unser aktives Management, unsere kommunikative Stärke und unseren vorausschauenden Blick tragen wir entscheidend dazu bei, die Projektziele effizient und nachhaltig zu erreichen.

Oekolandbau.de: Welche Partner sind mit im Boot? Was tragen diese zum Projekt bei?

Die verschiedenen Stärken dieser Projektpartner aus dem Backhandwerk, der Backwarenindustrie, dem Handel mit Getreide & Saatgut und der Verarbeitung des Kornes. Somit sitzen verschiedene Bereiche der Wertschöpfungskette des Roggens an einem Tisch, um den Bio-Roggen in aller Munde zu befördern. Außerdem können wir noch auf die drei Berater – Conrad Thimm, Gustav Alvermann und Stefan Rother - des Zusammenschlusses Bio2030 als Unterstützung vertrauen.

Oekolandbau.de: Was waren die ersten und wichtigsten Schritte?

Zu Beginn führten wir Gespräche mit allen Projektpartnern und Beratern, um die nächsten Meilensteine zu definieren. Anschließend veranstalteten wir eine dreiteilige Veranstaltungsreihe „Wir Roggen – biologisch!“, bei dem wir unser Netzwerk für dieses Projekt erweitern konnten. Erste Vorbereitungsschritte für die Öko-Feldtage konnten wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Beratern organisieren. Anfang September fand unsere interne Präsenzveranstaltung zum offiziellen Auftakt unseres Vorhabens statt. Dort wurden sowohl strukturelle als auch inhaltliche Themen intensiv besprochen und bearbeitet woraus sich neue Aufgaben und weitere Schritte ergaben vor allem für zukünftige regelmäßige Treffen in themenbezogenen Arbeitsgruppen. 

Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Bio-Wertschöpfungsketten (RIWERT) fördert das Bundesprogramm Ökologischer Landbau den Aufbau und die Weiterentwicklung von tragfähigen Wertschöpfungskettenpartnerschaften für heimische Bio-Produkte.

Mehr Informationen über die Förderrichtlinie


Nach oben
Nach oben