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Projekt: Bio-Wertschöpfungsnetzwerk Berlin-Brandenburg

Mit dem Projekt "Bio-Wertschöpfungsnetzwerk Berlin Brandenburg" soll die regionale Wertschöpfung gestärkt werden. Ziel ist es, verschiedene regionale Produkte besser zu vermarkten und die ökologische Landwirtschaft zu fördern. Wertschöpfungskettenmanagerin Deborah Muschick berichtet im Interview mit Oekolandbau.de über die bisherigen Erfolge und Herausforderungen des Projekts.
Kurzinfo
- Produkte: Fleisch- und Fleischerzeugnisse
- Wertschöpfungskettenbereich: Erzeugung, Verarbeitung, Logistik, Handel
- Bundesland: Brandenburg
Projektsteckbrief
Seit Januar 2026 liegt der Schwerpunkt des Projekts auf der Wertschöpfungskette für Fleisch und Fleischerzeugnisse. Das Ökodorf Brodowin baut seine Haltung von Fleischrindern aus und erweitert sein Angebot an frischen und verarbeiteten Bio-Fleischprodukten.
Ein wichtiger Projektpartner ist das Gut Kerkow, das die Schlachtung und Zerlegung der Tiere übernimmt. Zudem wird die Zusammenarbeit mit Betrieben der Lohnverarbeitung ausgebaut, um die Verarbeitung entlang der Wertschöpfungskette besser abzustimmen.
Bei der Verarbeitung setzt Brodowin auf das Nose-to-Tail-Prinzip, um möglichst alle Teile der Tiere zu verwerten. Die Produkte werden über bestehende Vermarktungskanäle wie Lieferservice, Hofladen sowie den Lebensmittel-Fach- und Einzelhandel angeboten.
Das Projekt verbindet damit Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung regionaler Bio-Fleischprodukte und entwickelt die entsprechenden Strukturen kontinuierlich weiter.
Mehr Infos zum Projekt
01.09.2024 - 31.08.2027
Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
Ökodorf Brodowin GmbH & Co. Vertriebs KG
Deborah Muschick, d.muschickbrodowinde
Interview mit Deborah Muschick

Deborah Muschick ist die Wertschöpfungskettenmanagerin im Projekt "Bio-Wertschöpfungsnetzwerk Berlin-Brandenburg".
Sie hat ihren Bachelor an der HNE Eberswalde in "Ökolandbau und Vermarktung" absolviert und sammelte bereits vor und während des Studiums Praxiserfahrung im Bereich der ökologischen Landwirtschaft.
Oekolandbau.de: Welche Ziele sollen erreicht werden?
Deborah Muschick: Wir möchten regionale Wertschöpfungsketten in Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung nachhaltig stärken. Wichtig ist, dass sich Betriebe auf ihre Kernkompetenz – die Herstellung ökologischer Lebensmittel – konzentrieren können, während Vermarktung und Logistik gemeinsam organisiert werden. So fördern wir mehr regionale Bio-Produkte im Handel und schaffen stabile Strukturen, die auch nach Projektende bestehen bleiben.
Oekolandbau.de: Was ist Ihre Aufgabe in dem Projekt?
Deborah Muschick: Ich koordiniere das Netzwerk, bringe Akteurinnen und Akteure zusammen und fördere den Informationsaustausch. Außerdem unterstütze ich Betriebe individuell bei ihren Herausforderungen für die Vermarktung. Außerdem arbeiten wir auch mit anderen Projekten eng zusammen. Zum Beispiel konnten wir vor kurzem den Aufbau einer Wertschöpfungskette für regionale Kichererbsen begleiten. Zudem präsentiere ich die Produkte unserer Partner auf Fachmessen und Veranstaltungen, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen – besonders für kleine Betriebe, die alleine oft nicht die Ressourcen dafür haben. Das heißt, es geht in dem Projekt WertnetBB auch darum, Ressourcen zu bündeln.
Oekolandbau.de: Welche Partner sind mit im Boot? Was tragen diese Betriebe zum Projekt bei?
Deborah Muschick: Das Ökodorf Brodowin ist Projektleiter und stellt seine Vermarktungs- und Logistikstrukturen für alle Netzwerkpartner bereit. Das Ökodorf Brodowin produziert, verarbeitet und vermarktet überwiegend alle Produkte selbst. Mit eigenem Lager und Logistik etwa 45 Kilometer von Berlin. Weitere Partner des Projektes sind Märkisches Landbrot und die Lobetaler Bio-Molkerei, die schon seit langem eng mit Brodowin zusammenarbeiten und ihre Produkte über die gemeinsame Vermarktungsplattform vermarkten und auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel Rohstoffbeschaffung und Verarbeitung zusammen arbeiten.
Oekolandbau.de: Was sind die ersten und nächsten Schritte?
Deborah Muschick: Wir haben eine Projektstruktur aufgebaut und einen Leitfaden erstellt, der Betrieben zeigt, wie sie ihre Produkte über die Vermarktungswege vom Ökodorf Brodowin vermarkten können. Das vereinfacht die Abläufe für alle Beteiligten. Als nächstes wollen wir weitere regionale Betriebe mit ihren Produkten ins Netzwerk aufnehmen, neue Wertschöpfungsketten entwickeln. Im Fokus steht unter anderem auch die Entwicklung von Strukturen, die auch nach Projektende bestehen bleiben und Betriebe dauerhaft unterstützen.

Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Bio-Wertschöpfungsketten (RIWERT) fördert das Bundesprogramm Ökologischer Landbau den Aufbau und die Weiterentwicklung von tragfähigen Wertschöpfungskettenpartnerschaften für heimische Bio-Produkte.
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Letzte Aktualisierung 17.07.2025




