Flockenblumen-Langhornbiene

Wildbiene des Monats Februar 2024: Flockenblumen-Langhornbiene

Wenn jetzt Sommer w├ĄrÔÇŽ Besonders in der kalten Jahreszeit tr├Âstet die Vorfreude auf l├Ąngere Tage, warme Temperaturen und die Vielfalt der Natur. Vor allem die Welt der Wildbienen vermag es, uns jedes Jahr aufs Neue zu ├╝berraschen. Mit viel Gl├╝ck k├Ânnte dieses Jahr die Flockenblumen-Langhornbiene eine dieser ├ťberraschungen sein.

Die frisch geschl├╝pften Bienen dieser Art fallen durch ihren ziegelroten Buckel auf. Besonders imposant sind die f├╝r Langhornbienen typischen, stark verl├Ąngerten F├╝hler der M├Ąnnchen. Diese haben zudem einen hell-gelben Kopfschild, wie wir ihn auch von Pelzbienen kennen. Ihre wissenschaftliche Artbezeichnung "dentata" bedeutet so viel wie "gez├Ąhnt". Sie verweist auf die kleinen dornenartigen Forts├Ątze der M├Ąnnchen am Hinterleib.

Flockenblumen-Langhornbienen sind echte Sandliebhaber. Vor allem in gro├čen Sandgebieten f├╝hlen sie sich wohl. Dabei verweilen und nisten sie gern in Sand- und Lehmgruben sowie an Hochwasser-D├Ąmmen. Falls vorhanden, nutzen sie auch den l├╝ckigen Bewuchs von trockenwarmen Weinbergen. Die Weibchen nisten zudem auch gern auf Ackerbrachen von Stilllegungsfl├Ąchen. Mittlerweile finden wir diese sehr seltene Biene nur noch im nordostdeutschen Tiefland. Vor allem durch den Verlust ihres Lebensraumes ist die Art in Deutschland mittlerweile als "stark gef├Ąhrdet" eingestuft. Die besten Bedingungen, ihre Nachkommen zu sichern, findet sie in Brandenburg. Hier gilt sie "nur" als "gef├Ąhrdet". Doch es gibt Hoffnung: In den Jahren 2020 und 2021 wurde die Art im Jerichower Land und im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt wieder-entdeckt.

Als echte Sonnenanbeter fliegen Flockenblumen-Langhornbienen von Juli bis August. Die M├Ąnnchen patrouillieren dabei im schnellen Flug auf Bahnen, die entlang ihrer Nektarquellen verlaufen. Hier hoffen sie, paarungsbereite Weibchen anzutreffen. Nach einer erfolgreichen Begattung sind die Arbeiten des Brutgesch├Ąftes f├╝r die M├Ąnnchen erledigt. Die Weibchen investieren hingegen erheblich mehr: F├╝r ihren Nachwuchs graben sie eigenst├Ąndig kleine G├Ąnge in sandige oder lehmige B├Âden. Die kurzen Bodeng├Ąnge enden in den Brutkammern. Diese versieht das Weibchen jeweils mit einem Pollenbrot, bestehend aus einem Pollen-Nektar-Gemisch. Auf das Pollenbrot legt sie ein Ei.

Den Futtervorrat f├╝r ihren Nachwuchs beschafft das Weibchen an einer Handvoll Pflanzenarten. Wie auch ihre nahen Verwandten ist sie eine Nahrungsspezialistin. Ihre deutsche Namensgebung verweist bereits auf ihre Vorliebe. Neben den filigraneren Rispen- und Skabiosen-Flockenblumen besucht sie gern Weg- und Eselsdisteln.

Um der Flockenblumen-Langhornbiene unter die Fl├╝gel zu greifen, bietet es sich daher an, die heimischen Korbbl├╝tler auch im eigenen Garten zu pflanzen. Das Spannende daran: Davon profitieren gleichzeitig zahlreiche andere Wildbienenarten! Allein an der Rispen- Flockenblume und Skabiosen-Flockenblume sammeln 46 unterschiedliche Wildbienenarten Pollen. Darunter sind auch viele spezialisierte Arten.

Die Flockenblumen bevorzugen sonnige Standorte. Dank ihrer langen Wurzeln kommen sie auch mit l├Ąngerer Trockenheit zurecht. Das macht sie somit noch interessanter f├╝r die klimafitten G├Ąrten der Zukunft.

Tipps, wie Sie bienenfreundliche Strukturen gestalten, finden Sie unter www.wir-tun-was-fuer-bienen.de und www.deutschland-summt.de.

Schnelle Fakten

Die Texte und Bilder der Reihe "Wildbiene des Monats" werden von der Stiftung Mensch und Umwelt zur Verf├╝gung gestellt.



Letzte Aktualisierung 31.01.2024

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