Landwirtschaft


Bodenpflege

Bodenprobe mit Wurzeln, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Durch die gute Durchwurzelung entwickelt sich im Boden eine stabile Krümelstruktur. Foto: G. Hasinger, srva

Im intensiven Gemüsebau wird der Boden stark belastet. Regelmäßige intensive Bodenbearbeitung baut Humus ab und verschlechtert die Bodenstruktur. Mit verschiedenen Maßnahmen erhält der Biogemüsegärtner seinen gesunden Boden.

Kleegrasanbau

"Die Wiese ist die Mutter des Ackers" sagten bereits die alten Bio-Pioniere. Die Fruchtfolgefläche sollte idealerweise alle fünf Jahre durch ein oder mehrere Kleegrasjahre unterbrochen werden. Dabei gilt: Je länger die "Wiese" steht, umso mehr bringt es dem Boden. Die organische Substanz, die durch den Kleegrasanbau in den Boden gelangt, baut den Humusgehalt wieder auf und trägt wesentlich zur Bildung von stabilen Bodenkrümeln bei.

Kompostgaben

Regelmäßige Kompostgaben sind eine weitere wichtige Maßnahme, um den Boden mit organischer Substanz zu versorgen. Dabei kann zum Beispiel Grünabfallkompost alle vier Jahre mit bis zu 20 Tonnen Trockenmasse pro Hektar ausgebracht werden. Um die Bodenstruktur zu schonen, muss auf eine breite Bereifung des Kompoststreuers und des Zugfahrzeuges geachtet werden. Der Boden sollte nur befahren werden, wenn er gut tragfähig ist, das heißt auf gut abgetrocknetem Boden im Sommer oder auf leicht gefrorenem Boden im Winter.

Vergleich von Humusleistung und -verbrauch von Gemüsekulturen, Gründüngungen und Kompostgaben
Kultur/ MaßnahmeHumuseinheiten (HE*)
*) 1 Humuseinheit entspricht 1 t Humus mit 50 kg N und 580 kg C Quelle: Leithold, Günter und Kurt-Jürgen Hülsbergen (1998)
Kartoffeln, Lauch, Spargel, Kürbis-2.75
Chicorée, Karotten, Kohlrüben, Tomaten-2.05
Kohlrabi, Kopfsalat, Rote Rüben Spinat-1.05
1. Hauptnutzungsjahr Kleegras+2.1
Gründüngung Landsberger Gemenge+0.5
Abfrierende Gründüngung+0.2
Kompost 8.3 t TS pro Jahr+2.0
Stallmist 30 t+0.3

Schonende Bodenbearbeitung

Bei der Bodenbearbeitung gilt: Nur so oft wie nötig, mit so bodenschonenden Geräten wie möglich. Besonders bei zapfwellenangetriebenen Geräten, wie Kreiselegge und Bodenfräse ist Zurückhaltung geboten. Aber ohne diese Geräte ist ein guter Bodenschluss beim Pflanzen kaum gewährleistet. Ein möglicher Ablauf für Gemüsekultur: Grundbodenbearbeitung - Kreiselegge - ein- bis mehrmaliger Einsatz eines Striegels zur Unkrautregulierung.

Im Freiland werden vor allem im Erdbeer- und Einlegegurkenanbau zunehmend biologisch abbaubare Mulchfolien zur Beikrautunterdrückung eingesetzt. Dabei handelt es sich um Biokunststoffe, die meistens einen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen enthalten (zum Beispiel Maisstärke), aber derzeit auch noch einen Anteil Erdöl aufweisen. In den Richtlinien der Anbauverbände wird die Fläche, die abgedeckt werden darf, begrenzt. Für die Verlegung sind Folienverlegemaschinen von verschiedenen Herstellern auf dem Markt. Zu beachten ist, dass sich die Folie bei starker Sonneneinstrahlung und mangelnder Bewässerung stark aufheizen kann, und es dadurch zu Verbrennungen an den Pflanzen kommen kann, vor allem bei Neupflanzungen droht diese Gefahr.


Letzte Aktualisierung: 24.07.2017