Landwirtschaft


Ökologischer Zwiebelanbau

Steckzwiebeln und Zwiebelpflanzen
Mit Kulturen über Steckzwiebeln oder als Horstpflanzung kann die Unkrautbekämpfung deutlich vereinfacht werden. Foto: FiBL

Neben der im konventionellen Anbau üblichen Direktsaat werden im Ökolandbau oft auch Zwiebeln gesteckt. Solche Zwiebeln haben eine deutlich kürzere Kulturdauer und die Unkrautbekämpfung ist einfacher. Eine ähnlich kurze Kulturdauer wird mit der Horstpflanzung erreicht. Dafür werden Jungpflanzen mit vier bis sieben Samenkörner angezogen und ausgepflanzt. Die meisten Zwiebeln werden im Frühjahr gesät oder gesteckt.

Frühlingsanbau - Direktsaat

Für den norddeutschen Raum haben sich Rijnsburger Typen bewährt, die tendenziell etwas toleranter gegenüber Falschem Mehltau sind. In Süddeutschland, der Schweiz und  Österreich sollten intermediäre Typen ausgesät werden.

Ökozwiebeln sollten später als konventionelle Zwiebeln gesät werden, sodass genügend Zeit bleibt, um eine Unkrautkur durchzuführen. Die Saattiefe kann bis drei Zentimeter betragen. Damit wird die Keimung gegenüber dem Unkraut verzögert (größerer Erfolg beim Abflammen) und die Zwiebeln sind besser verwurzelt (Vorteil beim Striegeln).

Die Pflanzdichte beträgt standardmäßig 80 bis 90 Pflanzen pro Quadratmeter. Geringere Pflanzdichten haben zwar einen geringeren Krankheitsdruck, aber in guten Zwiebeljahren werden dadurch häufig Übergrößen produziert, die sich schlechter vermarkten lassen.

Frühlingsanbau - gesteckt

Diese Anbauweise bietet im Ökoanbau einige Vorteile: Durch die schnelle Jugendentwicklung kann das Unkraut besser kontrolliert werden. Spätere Pflanzzeitpunkte sind möglich, dadurch kann eine optimale Bodenvorbereitung erfolgen. Nachteilig wirken sich die hohen Pflanzgutkosten sowie die Gefahr der Krankheitsübertragung in den Pflanzzwiebeln aus. Für den Anbau über Steckzwiebeln stehen nur wenige Sorten zur Verfügung, die sich wenig voneinander unterscheiden. Steckzwiebel-Pflanzgut ist oft mit Falschem Mehltau infiziert, beim Kauf sollte deshalb auf eine Heißwasserbehandlung geachtet werden.

Gute Erfahrungen wurden mit einem Anbau in vier Reihen pro 1,5 Meter Spurweite mit einem Pflanzabstand von fünf Zentimeter gemacht.

Herbstanbau

Diese Anbauart hat eine deutlich geringere Bedeutung. Problematisch ist oft die Verunkrautung während des Winters, in dieser Zeit ist das Feld oft nicht rechtzeitig befahrbar.

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Düngung

Zwiebeln haben einen geringen Nährstoffbedarf. Eine Stickstoffdüngung sollte nur in leichten, nährstoffarmen Böden oder bei früher Ernte für den Frischkonsum erfolgen. Zu hohe Stickstoffversorgung verzögert die Abreife und fördert einseitig das Unkraut. Auf eine ausreichende Kalidüngung muss geachtet werden.

Fruchtfolge

Als wenig nährstoffbedürftige Kultur können die Zwiebeln im dritten oder vierten Jahr nach Kleegras stehen. Zwischen Zwiebelgewächsen (Zwiebeln, Porree) sollte eine Anbaupause von vier bis fünf Jahren eingehalten werden; mindestens zwei Jahre zu Kulturen, die stark gegenüber Stengelnematoden anfällig sind, wie Erbsen, Bohnen, Möhren, Sellerie und Rote Bete.

Unkrautregulierung

Die Unkrautregulierung ist bei Zwiebeln die wichtigste Maßnahme. Der Aufwand für das Handjäten muss so gering wie möglich gehalten werden. Mit 200 Stunden pro Hektar muss dennoch oft gerechnet werden. Der Anbau sollte auf Parzellen mit geringem Unkrautdruck erfolgen. Die Saat muss so erfolgen, dass möglichst viele Unkräuter beim Abflammen erfasst werden (tiefe Saat, flach walzen). Abflammen kann man Zwiebeln bis zum Bügelstadium. Sobald die Saatreihen sichtbar sind, können Hackgeräte eingesetzt werden, die mit Reihenschutz ausgerüstet sind. Sobald die Zwiebeln stark genug angewachsen sind, kann der Hackstriegel eingesetzt werden.

Gesteckte Zwiebeln können deutlich später noch abgeflammt werden. Durch das schnelle Auflaufen ist hier die Unkrautregulierung einfacher. Der Striegel kann bei dieser Kulturart nur nach vorgehendem Test verwendet werden.

Pflanzenschutz

Der Falsche Mehltau ist bei Zwiebeln die wichtigste Krankheit. Windoffene Parzellen, mäßige Bestandesdichte und die Sortenwahl sind die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung. Die Bewässerung sollte in den ganz frühen Morgenstunden erfolgen, damit der Bestand schnell abtrocknen kann.

Gefürchtet bei Zwiebeln ist auch die Mehlkrankheit, da diese Krankheit im Boden bis zu neun Jahre überdauern kann. Darum muss bei Zwiebeln eine weite Fruchtfolge (vier Jahre Anbauunterbrechung) eingehalten werden.

Mehr Infos zu Schädlingen und Krankheiten der Zwiebel

Ernte

Die Erntebedingungen sind für die Lagerbarkeit der Zwiebeln entscheidend. Das Laub sollte zur Ernte zu zwei Dritteln umgeknickt sein. Da es nicht immer gelingt, die Zwiebeln vollständig trocken einzubringen, muss eine Nachtrocknung am Lager möglich sein.


Letzte Aktualisierung: 25.07.2017