Mehr Lebensmittel retten

Jährlich landen EU-weit circa 88 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Dabei gibt es viele Wege, Lebensmittel zu retten: Verbraucherinnen und Verbraucher können überschüssige Lebensmittel zum Beispiel bei Fairteilern von Foodsharing oder mit Hilfe einer App in Bäckereien und Restaurant abholen. Außerdem bieten Restecafés und Online-Shops gerettete Lebensmittel an, darunter auch viele Bio-Produkte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • EU-weit landen jährlich rund 88 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
  • Mit weggeworfenen Lebensmitteln werden unter anderem Wasser, Boden und Arbeitskraft verschwendet; weltweit verursacht Lebensmittelverschwendung rund acht Prozent der Treibhausgasemissionen.
  • Foodsharing rettet Überschüsse: Ehrenamtlich kann man genießbare Lebensmittel bei Betrieben abholen und gibt sie über soziale Einrichtungen oder Fairteiler weiter.
  • Über Apps wie "Too Good To Go" können übrig gebliebene Speisen und Lebensmittel von Restaurants, Bäckereien und Supermärkten vergünstigt abgeholt werden; auch Bio-Handelsketten beteiligen sich.
  • Online-Anbieter und Foodsharing-Cafés bieten gerettete Lebensmittel an – von einzelnen Produkten bis zu größeren Lebensmittelpaketen.

Vom Acker bis zur Gabel – überall entlang der Wertschöpfungskette verschwenden wir Nahrungsmittel. Allein in deutschen Haushalten landen laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat pro Kopf und Jahr 75 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Mit den Nahrungsmitteln werden auch viele Ressourcen vergeudet wie Wasser, Boden oder Arbeitskraft. Wer beispielsweise ein Kilo Weißbrot wegwirft, verschwendet 1.600 Liter Wasser und verbraucht unnötig CO2. Die globale Lebensmittelverschwendung ist für acht Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Juristisch umstritten ist es, Lebensmittel direkt aus den Mülltonnen der Supermärkte zu holen. Dieses sogenannte Containern bleibt aber nur straffrei, wenn die Behälter öffentlich zugänglich und offen sind. „Auf jeden Fall macht sich strafbar, wer Schlösser knackt. Dies gilt auch, wenn er dabei idealistische Ziele verfolgt“ , heißt es im Juraforum (Ist containern strafbar? Wissenswertes zur Rechtslage). Zum Glück gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, Lebensmittel vor der Mülltonne zu bewahren.



Ehrenamtlich Essen verteilen mit Foodsharing

Die Initiative foodsharing engagiert sich seit 2012 gegen Lebensmittelverschwendung: Ehrenamtliche Foodsaverinnen und Foodsaver holen überflüssige, aber noch genießbare Lebensmittel von Betrieben ab und bringen sie zu sozialen Einrichtungen oder zu Fairteilern. Das kann ein Kühlschrank oder ein Regal sein, die zumindest zeitweise öffentlich zugänglich sein müssen. 

Hier können Interessierte vorbeischauen und sich etwas nehmen oder hinbringen. Zum Beispiel vor dem Urlaub Milchprodukte oder Gemüse abgeben.

In manchen Städten gibt es auch Foodsharing-Cafés (Foodsharing Café Netzwerk | Die Webseite aller foodsharing Cafés für Vernetzung und Austausch), wie zum Beispiel die Raupe immer Satt in Stuttgart. Hier lassen sich gerettete Lebensmittel gleich verspeisen.

Too good to go für den Alltag

Im Vergleich zu foodsharing geht es bei der App "Too good to go" eher um kleine Mengen. Ein Restaurant hat abends ein paar Gerichte übrig und bietet sie zu günstigen Preisen an. Auch Bäckereien, Cafés und Supermärkte können damit Brötchen, Kuchen, Milchprodukte und mehr vor der Tonne bewahren. Die Kundinnen und Kunden holen ihre Portionen und Gerichte selbst ab und zahlen circa die Hälfte des Originalpreises. Natürlich können die Kundinnen und Kunden die Lebensmittelpakete nicht auswählen, sondern erhalten, das was übrig ist. Daher nennen sie sich Überraschungstüten.

Zusätzlich ist es mit der Too Good To Go App möglich, sich Pakete mit überschüssigen Lebensmitteln von Produzenten oder Großhändlern direkt nach Hause liefern zu lassen. Europaweit machen mittlerweile 175.000 Betriebe mit. Darunter auch der Biomarkt-Verbund, eine Gemeinschaft von unabhängigen, inhabergeführten Biomärkten und allen Denns-Biomärkten.

Lebensmittel bei der Produktion retten

Das Startup SIRPLUS rettet überschüssige Lebensmittel direkt bei Produzenten, Großhandel und Logistikern. Über 600 Partnerbetriebe machen mit. Das Startup bietet verpackte und nicht gekühlte Lebensmittel im Online-Shop günstig an. Im Sortiment dominieren vegetarische und vegane Lebensmittel. Es gibt aber auch Haushaltswaren und Drogerieartikel. Die Produkte lassen sich einzeln oder im Abonnement bestellen. Bei der Siriplus-Box bekommt man monatlich für knapp 30 oder 35 Euro Pakete mit veganen Lebensmitteln versandkostenfrei nach Hause geliefert.

Ausschließlich vegane und biologische Produkte bietet Veggie Special an. Denn auch bei Bio-Produkten gibt es manchmal Überschüsse. Allerdings lassen sich die Produkte hier aus logistischen Gründen und nur als Verpackungseinheiten („Trays“) online bestellen. Ein Tray können beispielsweise sechs Tofuverpackungen oder 18 Tüten Chips sein.


Letzte Aktualisierung 28.09.2026

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