Bio im Alltag


Biohonig schmeckt Mensch und Natur

Honigbienen an Waben. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Honigbienen beim Wabenbau. Foto: Mellifera e.V.

Honig ist das älteste Süßungsmittel überhaupt: Schon lange bevor der klassische Haushaltszucker bei uns Einzug gehalten hat, süßten die Menschen ihre Speisen mit Honig. Aus der Bioküche und Vollwerternährung ist Biohonig nicht wegzudenken, zumal er wie kein anderes Süßungsmittel ein schonend gewonnenes Naturprodukt ist. Als Brotaufstrich oder zum Süßen von Backwaren, Tees oder Süßspeisen ist Honig allseits beliebt.

Wie entsteht Honig?

Bienen sammeln den Nektar von blühenden Pflanzen und machen daraus Honig. Doch zuvor reichern die Bienen den Nektar mit körpereigenen Stoffen wie etwa Säuren und Enzymen an. Damit der Nektar den Winter über haltbar bleibt, dicken die Bienen ihn ein, indem sie immer wieder einen Nektartropfen über den Rüssel abgeben und aufsaugen. Daraus entsteht Honig, den die Bienen in die Wabenzellen im Bienenstock einlagern und dort reifen lassen. Neben Blütennektar kann auch so genannter Honigtau die Grundlage für Honig sein: Diese zuckerhaltigen Tröpfchen hinterlassen Insekten, wenn sie an Nadeln oder Blättern von Bäumen süßen Pflanzensaft saugen. Den Honigtau sammeln die Bienen und bereiten daraus Waldhonig zu. Während der Blütezeit produzieren die fleißigen Insekten mehr Honig als sie selbst zur Aufzucht ihrer Brut brauchen. Von diesem Honig ernten die Imkerinnen und Imker einen Teil für uns.  

Enorme Honigvielfalt

So vielfältig wie die Wild- und Kulturpflanzen, die den Nektar für den Honig liefern, sind die einzelnen Honigsorten. Ob nahezu weiß, goldgelb, bernsteinfarben oder schwarzgrün, jede Honigsorte ist gut an ihrer Farbe erkennbar und hat einen charakteristischen Geschmack (mild, feinherb oder würzig). Manche sind sehr dünnflüssig, andere eher cremig oder gar zähflüssig.

Biohonig gibt es in Hülle und Fülle: regional oder aus dem Ausland stammend, als Vielblütenhonig oder sortenrein wie etwa Akazienhonig, Eukalyptushonig, Manukabaumhonig oder Weißtannenhonig. Entsprechend groß ist in der Regel das Biohonigangebot im Naturkosthandel und vereinzelt auch im normalen Supermarkt. Wer direkt in einer Imkerei Biohonig einkaufen möchte, hat im Internet unter vielen Anbietern die Wahl.

Ökologische Bienenhaltung

Imker vor Bienenstöcken. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Kontrolle muss sein: Vor dem Schwärmen überprüft der Bioimker seine Bienenstöcke. Foto: BLE, Thomas Stephan

Damit keine Schadstoffe in den Honig gelangen, schreiben die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau vor, dass Bioimkerinnen und Bioimker ihre Bienenstöcke an Standorten mit geringer Umweltbelastung aufstellen: In einem Umkreis von drei Kilometern rund um den Bienenstock, also den Hauptflugrouten, sollten größtenteils Wälder oder biologisch oder zumindest extensiv bewirtschaftete Felder und Wiesen vorkommen.

Die EU-Richtlinien für den ökologischen Landbau regeln außerdem den Umgang mit den Bienen: So verbieten sie unter anderem das Beschneiden der Flügel der Königin. Denn mit gekürzten Flügelspitzen ist die Königin nicht mehr fähig zu fliegen und damit den Bienenstock zu verlassen. Auch chemisch-synthetische Mittel, um die Bienen bei der Ernte – dem Sammeln des Honigs – zu beruhigen, sind nicht erlaubt. Weitere Besonderheiten der Biobienenhaltung

Wenig Wasser und reich an Enzymen

Mann arbeitet an Honigwabe. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Honigherstellung ist Handarbeit: Die Deckel der Waben müssen entfernt werden. Foto: BLE, Dominic Menzler

EU-Bioimkereien produzieren ihren Honig genau wie konventionelle Betriebe nach der deutschen Honigverordnung oder den Qualitätsstandards des deutschen Imkerbundes. In den EU-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau finden sich keine eigenen Vorschriften zur Qualität.

In manchen Punkten gehen der deutsche Imkerbund und die Ökoanbauverbände über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus: Während gemäß deutscher Honigverordnung im Honig bis zu 20 Prozent Wasser enthalten sein darf, sind beim deutschen Imkerbund und beispielsweise bei Naturland und Bioland nur 18 Prozent erlaubt. Denn je niedriger der Wassergehalt ist, desto höher ist die Qualität des Honigs. Außerdem ist es bei der Herstellung wichtig, den Honig nicht über 40 Grad Celsius zu erwärmen. Ansonsten könnten die im Honig enthaltenen wertvollen Enzyme kaputtgehen.

Honig aus dem Ausland – nicht garantiert gentechnikfrei

Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist in vielen Teilen der Welt bereits weit verbreitet, vor allem in Südamerika und in Nordamerika. Das hat auch Folgen für den dort produzierten Honig. Denn längst sind auch in manchen Biohonigen, die hier auf den Tisch kommen,  Pollen von gentechnisch verändertem Soja und anderen Kulturpflanzen zu finden. Aus dem Honigetikett geht dies jedoch nicht hervor, Pollen gelten aus Sicht der EU als natürlicher Bestandteil von Honig und müssen deshalb nicht als Zutat aufs Etikett. Wer gentechnikfreien Honig bevorzugt, ist mit heimischem Honig besser bedient.


Letzte Aktualisierung: 13.08.2019