Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides)

Ackerfuchsschwanz

Alopecurus myosuroides, syn. A. agrestis, Familie: Süßgräser (Poaceae)

Ackerfuchsschwanz erkennen

Ackerfuchsschwanz Keimblatt – frühe Erkennung im Feld

Im frühen Entwicklungsstadium lässt sich der Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides) besonders gut am Keimblatt erkennen. Es ist sehr schmal, zart und unbehaart und wirkt oft korkenzieherartig gedreht. Auffällig ist zudem die rötliche Färbung am Blattgrund, die ihn von vielen anderen Ungräsern unterscheidet. Später bilden sich lange, gezähnte Blatthäutchen (Ligula), während die für andere Gräser typischen Blattöhrchen fehlen. Wer den Ackerfuchsschwanz bereits im Keimblattstadium sicher erkennt, kann frühzeitig regulierende Maßnahmen einleiten.

Ackerfuchsschwanz im ausgewachsenen Stadium erkennen

Die ausgewachsene Pflanze erreicht 15 bis 80 cm Höhe und bildet horstartige Bestände. Typisch sind die stark gerieften, rauen Halme mit mehreren Knoten sowie die schmalen, unbehaarten Blätter ohne Öhrchen. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist das lange, fransige Blatthäutchen, das deutlich erkennbar hervortritt. Die Ährenrispe ist dicht, zylindrisch und 3 bis 12 cm lang. Jedes Ährchen enthält meist nur eine Blüte, deren Hüllspelzen im unteren Bereich verwachsen sind. Besonders markant ist die geknickte, raue Granne, die weit über das Ährchen hinausragt und den Ackerfuchsschwanz eindeutig von anderen Beikräutern unterscheidet.

Schadwirkung des Grases

Der Ackerfuchsschwanz kommt in vielen Kulturen im Ackerbau vor, insbesondere bei hohem Wintergetreideanteil. Da er schon im Herbst keimt und besonders auf schweren Böden auftritt, wird er durch das im Wintergetreide übliche Striegeln im Frühjahr nicht erfasst. Bei massenhaftem Auftreten ist er ein starker Konkurrent.

Das Gras kann von Feldrainen her ins Feld einwandern. Als Wirt des Mutterkorns kann er diese Pilzinfektionen in Weizen begünstigen.

Vermehrung und Verbreitung vom Ackerfuchsschwanz

Der Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides) ist ein besonders konkurrenzstarkes Beikraut, das sich in Getreidefeldern hartnäckig hält. Seine Blütezeit reicht meist von Mai bis in den Sommer, kann aber teilweise auch noch im Herbst erfolgen. In den dichten Ährenrispen bildet jedes Ährchen in der Regel nur eine Blüte aus, aus der zahlreiche feine Samen entstehen.

Die Keimung erfolgt überwiegend im Herbst, teilweise auch bis ins Frühjahr hinein. Besonders problematisch ist, dass die Samen bereits aus sehr geringen Bodentiefen von 0 bis 10 cm zuverlässig keimen und damit frühzeitig mit den Kulturpflanzen in Konkurrenz treten.

Ein entscheidender Faktor für die starke Verbreitung ist die Samenpersistenz: Während die meisten Samen innerhalb von vier Jahren keimen oder ihre Keimfähigkeit verlieren, können tief im Boden vergrabene Samen über zehn Jahre und länger überdauern. Dadurch entstehen über Jahre hinweg lokale Bestände, die sich nur schwer vollständig beseitigen lassen.

Die Verbreitung erfolgt vor allem über den Bodenvorrat an Samen und über Saatgutverunreinigungen. Eine Ausbreitung durch Tiere oder Wind spielt nur eine untergeordnete Rolle. Besonders Fruchtfolgen mit hohem Anteil an Wintergetreide fördern den Besatz und begünstigen die Ausbreitung des Ackerfuchsschwanzes. Außerdem bevorzugt der Ackerfuchsschwanz mittlere bis schwere, kalkhaltige Böden, auf denen er besonders erfolgreich gedeiht.

Ackerfuchsschwanz bekämpfen im ökologischen Landbau

Vorbeugende Maßnahmen zur Ackerfuchsschwanz Bekämpfung

  • Anteil Wintergetreide in der Fruchfolge verringern
  • Getreideanteil in der Fruchtfolge auf 40% reduzieren
  • Bodenverdichtungen vermeiden
  • Bei reduzierter Bodenbearbeitung mindestens alle 5 Jahre pflügen
  • Wintergetreide spät und mit engem Reihenabstand sähen Sommergetreide eher später sähen

Wie lässt sich der Ackerfuchsschwanz mechanisch bekämpfen?

Die Hauptquelle des Befalls sind Unkrautsamen des direkt vorangegangenen Anbaujahres!

  • Bei relativ neuem Befall des Feldes mit Ackerfuchsschwanz (wenig Samen im Boden vorhanden): tief pflügen und in Folgejahren den Boden flacher bearbeiten. Dies ist besonders nach einem feuchten Sommer ratsam, da dieser die Keimung der Fuchsschwanzsamen verlangsamt und zu langfristiger Keimfähigkeit führt. Bei langfristigem Befall werden durch Pflügen nur früher vergrabene Samen an die Oberfläche gebracht.
  • Nach heißen Sommern keimen Fuchsschwanzsamen großteils sofort, und werden durch intensive Stoppelbearbeitung gut bekämpft.
  • Flaches Pflügen und andere mechanische Regulierungsmaßnahmen wiederholt durchführen, Getreide bei Trockenheit Striegeln
  • Getreide in weiter Reihe anbauen und hacken. Erst nach dem Hacken Gülle oder Jauche düngen.
  • Felder für die Produktion von Grassaatgut im ersten Anbaujahr mähen oder beweiden 

Mehr Infos im Web:

Merkblatt: Ackerfuchschwanz in Wintergetreide durch Hacken regulieren

Letzte Aktualisierung 28.11.2025

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