Crowdbutching

Was bedeutet Crowdbutching?

Crowdbutching kombiniert Crowdfunding – eine Beteiligung an einem Unternehmen – und Butching – englisch für Schlachtung. Dabei beteiligen sich Verbraucherinnen und Verbraucher statt an einem jungen Unternehmen an einem Tier. Meistens geht es dabei um Kühe oder Schweine. Aber auch Hühner sind im Angebot sowie Specials wie Gänse im Winter oder sogar Wasserbüffel.

Das Prinzip: Ein Betrieb bietet ein bestimmtes Tier auf einer Internetplattform oder seiner eigenen Webseite an. Zu erkennen ist das Tier an der Nummer auf seiner Ohrmarke. Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen dann Anteile an diesem Tier. Zum Beispiel Fleischpakete mit vier oder mehr Kilogramm. Erst wenn das komplette Fleisch in Form von Paketen verkauft ist, wird das Tier geschlachtet – vorher nicht! Von der Bestellung bis zur Lieferung dauert es mindestens zwei Wochen.

Totalverkauf von Kopf bis Schwanz

Beim Crowdbutching wird kein Fleisch unnötig im Voraus produziert und am Ende gar weggeworfen. Außerdem verwerten die meist kleinen Schlachtereien noch das ganze Tier. Die Häute gehen an Gerbereien. Innereien landen im Hundefutter. Übrig gebliebene Knochen lassen sich zu Leim verarbeiten…

Zu den Pionieren in Deutschland gehören MeinBiorind.de in Sachsen-Anhalt und die bayerische Crowdbutchting.com GmbH. Deren Gründer Berend te Voortwis stammt aus einer Bauernfamilie, die noch einmal jährlich gemeinsam eine Kuh geschlachtet und das Fleisch dann übers Jahr hinweg verwertet hat. Die gemeinschaftliche Tiernutzung erfolgte zunächst über die Website www.kaufnekuh.de. Nachdem aber auch Schweine, Wild und Hühner dazugekommen sind, vermarkten sie jetzt über www.grutto.com. Achtung: Hühner gibt es nur in Bio-Qualität, Rindfleisch, Schweine und Puten bio und konventionell. Wild und Fisch sind ebenfalls zu bekommen.

Das digitale Dorf

Der Onlin-Shop besserfleisch.de bietet ausschließlich Bio-Fleisch aus Weidehaltung an: Rindfleisch, Schweinefleisch und Lammfleisch. Die Tiere stammen aus Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekten von insgesamt neun Höfen in Norddeutschland. Außerdem engagiert sich besserfleisch, dafür, Wertschöpfungsketten für männliche Milchviehkälber (Bruderkälber) aufzubauen. "Wir sind ein digitales Dorf. Früher haben sich die Menschen im Dorf ein Tier geteilt, heute machen wir das im Netz", erläutert May-Britt Wilkens. Die Firmengründerin möchte artgerechte Tierhaltung mit Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher verknüpfen. Sie selbst hatte es als Kundin satt, im Supermarkt vor einheitlich eingeschweißten Fleischpaketen ohne genaue Herkunftsangaben des Tieres zu stehen. "Hier geht es schließlich nicht um eine Möhre, ich entscheide mit meinem Kauf, was für ein Leben ein Tier vor der Schlachtung führen darf."

Damit die Kundschaft treu bleibt, wird nur hochwertiges, drei Wochen trocken gereiftes Fleisch von Färsen und Ochsen angeboten, kein Bullenfleisch. „Dieses Fleisch so anbieten zu können, ist ein echter Luxus, denn vielerorts gibt es keine Schlachterei mehr, die noch selbst schlachtet und echtes Fleischerhandwerk betreibt,“ erklärt May-Britt Wilkens.

Bio und regional fürs Münchner Umland

Einen bewusst regionalen Ansatz verfolgt das Start-Up Stadt Land Stall im Münchner Umland. Hier werden ausschließlich Bio-Weiderinder aus der Region für Kundinnen und Kunden aus der Region vermarktet. "Bei uns sollen die Verbraucherinen und Verbraucher genau wissen, woher ihr Fleisch stammt und wer die Tiere aufzieht. Wir laden sie dazu ein, unsere Landwirte auf dem Hof zu besuchen", erläutert Gründerin Shireen StengelDie Nachfrage sei groß und bei jeder Bestellrunde kämen Neukunden dazu.


Crowdbutcher-Webseiten:

(Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Biohöfe oder Online-Plattformen mit Crowdbutching können sich gerne melden unter info@oekolandbau.de.)

Letzte Aktualisierung 12.11.2025

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