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Dossier: Mulchen für einen fruchtbaren Boden

Humus wirkt sich auf alle wichtigen Bodeneigenschaften wie Bodendichte, Struktur, Porenvolumen, biologische Aktivität, Nährstoffumsetzung und -verfügbarkeit, Nährstoff- und Wasserspeichervermögen positiv aus. Probleme von Böden mit relativ einseitiger Korngrößenzusammensetzung werden mit einer guten Humusversorgung entschärft. In kritischen Jahren mit Witterungsextremen ist dieser Ausgleich besonders wichtig. Kein landwirtschaftlicher Betrieb kann deshalb zu viel bezüglich der Humusversorgung tun.
Um Humus im Boden zu erhalten und weiter anzureichern, kann Mulchen in Kombination mit einer schonenden Bodenbearbeitung helfen. In unserem Dossier "Mulchen für einen fruchtbaren Boden" stellen wir Ihnen zwei Mulch-Systeme vor: Transfermulch und Mulch-Direktpflanzung. Mit dem Mulch-Check können Landwirtinnen und Landwirte außerdem testen, ob sich Mulchen für ihren Betrieb eignet.
Der Mulch-Check: Eignet sich Mulchen für Ihren Bio-Betrieb?
Mulchen eignet sich insbesondere für viehlose Betriebe, die nicht mit Mist düngen wollen oder können. Aber auch Betriebe mit Viehhaltung können mulchen und verfügen oftmals bereits über Maschinen wie Miststreuer oder Ladewagen, die zur Ausbringung des Mulchmaterials genutzt werden können.
Die Düngeverordnung gilt auch beim Einsatz von Mulchmaterial, daher ist Mulchen als Alternative zur Düngung mit Mist gedacht.
Vorsicht ist geboten bei ausgeprägter Frühjahrstrockenheit, da diese den Aufwuchs des späteren Mulchmaterials verhindert. Außerdem werden Beikräuter nicht ausreichend unterdrückt, was ertragsrelevant werden kann. Die Anwendung von Mulchsystemen in feuchtem Klima ist hingegen bereits gut erforscht. Hier wächst das Mulchmaterial gut auf und die Beikrautregulierung ist erfolgreich.
Der Mulch-Experte Stephan Junge von der Universität Kassel empfiehlt, beim Mulchen auf kleiner Fläche zu beginnen. Bei Frischmulch reichen etwa 50 bis 75 Tonnen je Hektar, abhängig vom C/N-Gehalt des Bodens.
Transfermulch-Systeme sind insbesondere auf kleineren Anbauflächen von bis zu zwei Hektar sehr rentabel: Je nach Schlaggröße, Mulch-Verfahrenskette und betrieblichem Management können die Hektarerlöse im Schnitt 1.200 bis 1.800 Euro höher sein als bei den üblichen Anbauverfahren.
Wenn Ihr Betrieb weniger als zwei bis drei Hektar, die zum Anbau des Mulchmaterials für Transfermulch benötigt werden, zur Verfügung hat, können Sie trotzdem mulchen. Der Flächenbedarf für Insitu- und Kombi-Mulch ist kleiner, da das Mulchmaterial beispielsweise von Oktober bis Mai auf denselben Flächen angebaut wird, auf denen später die Hauptfrucht wächst. Flächen mit vielen Wurzelunkräutern sollten dabei vermieden oder die Unkräuter im Vorfeld bekämpft werden, da der Mulch sie begünstigt.
Für den Gemüseanbau sowie für Kartoffeln und Mais haben sich Mulchsysteme bereits bewährt. Im Obstanbau hingegen muss noch weiter zum Einsatz von Mulch geforscht werden.
Durch die Mulchauflage erwärmt sich der Boden im Frühjahr langsamer, was das Frostrisiko für frühe Saaten erhöht.
Mulchen ist ein systematischer Ansatz, der sich in der Praxis oftmals nur in Kombination mit einer weiten Fruchtfolge bewährt. Die Fruchtfolge sollte zudem immer flexibel an die Wetterbedingungen im Anbaujahr angepasst werden.
Kleegras und Luzerne eignen sich sehr gut als frisches oder siliertes Mulchmaterial. Bei Kleegrassilage verbessert sich das Verhältnis von Geber- zu Nehmerfläche des Transfermulchs, da bis zu drei Aufwüchse im Jahr möglich sind. Zudem hat Silage eine höhere Nährstoffkonzentration und unterdrückt Beikräuter besonders gut.
Auch Wicke und Roggen beziehungsweise Triticale als Gemisch, optional mit Erbse, eignen sich sehr gut als Frischmulch und als Silage. Im Vergleich zu Kleegras hat Wick-Triticale mehr Lignin und damit einen höheren Strukturanteil, der den Erosionsschutz verbessert.
Grünlandschnitt und Sudangras sind ebenfalls passende Mulchpflanzen, die frisch oder siliert als Heu ausgebracht werden können.
Wenn Sie Getreide anbauen, eignet sich das produzierte Stroh zwar als Bodenabdeckung, allerdings sind andere Mulchmaterialien sinnvoller für den Humusaufbau und -erhalt.
Wenn Sie den Boden konventionell mit Pflug bearbeiten, eignet sich für Ihren Betrieb Transfermulch am besten. Hier wird die Nehmerfläche gepflügt, die Hauptfrucht ausgebracht und dann mit einer Mulchschicht vom Geberfeld bedeckt.
Für Betriebe, die pfluglos arbeiten, kommen sowohl Transfermulch als auch Insitu- und Kombi-Mulch infrage. Der Vorteil einer pfluglosen Bodenbearbeitung ist der Erhalt des Bodenlebens, was zu einem vermehrten Humusaufbau führt. Bei Insitu-Mulch wird die Hauptfrucht direkt in die gewalzte Zwischenfrucht gepflanzt.
Sind meine Humusgehalte standorttypisch? Machen Sie den HumusCheck!
Mit dem vom Thünen-Institut entwickelten HumusCheck können Sie eigene Humusmesswerte einordnen. Humus bezeichnet die gesamte abgestorbene organische Substanz des Bodens. Er besteht zu rund 58% aus Kohlenstoff. Der Humusgehalt wird anhand der Bestimmung des Gehalts an organischem Kohlenstoff in Böden ermittelt.
HumusCheck wurde basierend auf Daten der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft entwickelt. Die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft hat deutschlandweit an über 3000 Standorten landwirtschaftliche Böden untersucht und Humusgehalte bestimmt.

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Letzte Aktualisierung 16.11.2023

