Die Kräuselkrankheit führt zu Wölbungen, Verfärbungen und Kräuselung von Pfirsichblättern. Foto: S. Preißel, JKI
Schadbild der Kräuselkrankheit
Die ersten Schadsymptome der Kräuselkrankheit zeigen sich ab dem Knospenaufbruch. Zu diesem Zeitpunkt beginnen sich die Blätter charakteristisch zu verformen. Sie entwickeln blasige Aufwölbungen, die zunächst weiß-grün erscheinen und sich später deutlich in einen auffälligen Rot-Ton verfärben.
Auf der Unterseite der betroffenen Blätter ist oft ein samtiger, dunkler Pilzrasen sichtbar, der die Infektion anzeigt. Die Blätter werden durch die Kräuselkrankheit stark verformt, verdrehen sich und werden brüchig, was zu einem frühzeitigen Blattabfall führt. Ab Juni ist häufig ein neuer Austrieb sichtbar, der jedoch oft weniger kräftig und anfälliger für weitere Infektionen ist. In schwerwiegenden Fällen kann die Kräuselkrankheit auch die Blüten und Früchte betreffen.
Schadwirkung und Biologie der Kräuselkrankheit
Durch den Blattverlust werden die Pflanzen deutlich geschwächt, da die Photosynthese stark eingeschränkt wird. Dies führt zu einer verringerten Nährstoffproduktion und beeinträchtigt das Wachstum sowie die generative Leistung der Pflanze. Die Kräuselkrankheit kann den Blüten- und Fruchtansatz mindern, was zu einem geringeren Ernteertrag führt. In fortgeschrittenen Fällen können auch einzelne Zweige absterben, was zu ungleichmäßigem Wuchs und weiteren Schwächungen führt. Wiederholte und schwere Befälle über mehrere Jahre hinweg können langfristig die Lebensfähigkeit des Baumes gefährden und im schlimmsten Fall zum Absterben des Baumes führen.
Weitere Hintergründe zur Kräuselkrankheit liefert ein Artikel im Hortipendium.
Kräuselkrankheit bei Obstbäumen
Die Kräuselkrankheit betrifft vor allem Obstbäume aus der Familie der Rosaceae, wobei einige Obstsorten anfälliger sind als andere. Besonders Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen leiden häufig unter den Symptomen der Krankheit. Die Anfälligkeit der Obstbäume ist auch sortenabhängig.
Der Kräuselkrankheit vorbeugen
Im ökologischen Obstbau gibt es verschiedene vorbeugende Maßnahmen, um der Kräuselkrankheit vorzubeugen:
Robuste Sorten wählen: Die Wahl robuster Sorten verringert das Risiko eines schweren Befalls mit der Kräuselkrankheit. Bei Pfirsichen sind beispielsweise weißfleischige und rotfleischige Pfirsichsorten widerstandsfähiger gegen die Kräuselkrankheit als gelbfleischige. Als robust gelten die Sorten Alexander, Benedicte, Früher Roter Ingelheimer, Kernechter vom Vorgebirge, Rekord von Alfter. Eine relativ robuste gelfleischige Sorte ist Dixired.
Standortwahl: Ein sonniger, gut belüfteter Standort mit durchlässigem Boden fördert die Trocknung der Blätter und verringert das Risiko einer Infektion.
Kontrolle und Entfernen befallener Pflanzentele: Frühzeitige und regelmäßige Kontrollen der Obstbäume auf Symptome der Krankheit (wie Blätter mit Blasenbildung) und das Entfernen befallener Pflanzenteile verhindern die Ausbreitung.
Optimale Pflege: Eine ausgewogene Nährstoffversorgung und das Vermeiden von Staunässe sind wichtig, um die Pflanze stressfrei und widerstandsfähig zu halten.
Kräuselkrankheit bekämpfen – Welche Mittel werden im ökologischen Obstbau eingesetzt?
Ackerschachtelhalm und Lecithin: Aus den Grundstoffen Ackerschachtelhalm und Lecithin lassen sich vorbeugende Spritzmittel herstellen. Diese Mittel stärken die pflanzeneigenen Abwehrkräfte und können dabei helfen, die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten wie die Kräuselkrankheit zu verringern. Zur genauen Wirksamkeit dieser Mittel liegen bislang jedoch noch keine umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen vor.
Kupferhydroxid wird vorbeugend gegen die Kräuselkrankheit eingesetzt. Es hat eine befallsmindernde Wirkung, die jedoch geringer ist als die des früher zugelassenen Kupferoxychlorids. Im ökologischen Obstbau ist die Höchstaufwandmenge von 3 kg Reinkupfer pro Hektar und Jahr zu beachten. Kupferhaltige Mittel wirken schützend, indem sie die Bildung von Pilzsporen auf den Blättern verhindern, jedoch sollten sie aufgrund ihrer Anreicherung im Boden nur gezielt eingesetzt werden.
Die Anwendung von Kupferpräparaten erfolgt ab dem Knospenschwellen bis zum Austrieb der Pflanzen und kann bis zu drei Mal durchgeführt werden, insbesondere bei feuchtem Wetter und Temperaturen zwischen 10 und 16 °C. Dies hilft, die Kräuselkrankheit zu bekämpfen, indem der Pilzbefall in den frühen Phasen der Vegetation reduziert wird.
Behandlungstermine berechnen: Die besten Zeitpunkte für die Anwendung können mit dem Modell TapDef berechnet werden. Dieses Modell berücksichtigt klimatische Bedingungen und hilft, die Spritzungen optimal auf den tatsächlichen Bedarf der Pflanzen abzustimmen.
Auf unserer Webseite verwenden wir Cookies, die unter „Cookie-Einstellungen anpassen“ näher beschrieben werden. Notwendige Cookies werden für grundlegende Funktionen der Webseite benötigt, um eine optimale Nutzung zu ermöglichen. Dadurch ist gewährleistet, dass die Webseite einwandfrei funktioniert. Darüber hinaus können Sie Cookies für Statistikzwecke zulassen. Diese ermöglichen es uns, die Webseite stetig zu verbessern und Ihr Nutzererlebnis zu optimieren. Ihre Einwilligung zur Nutzung der Statistik-Cookies ist freiwillig und kann in der Datenschutzerklärung dieser Webseite unter „Cookie-Einstellungen“ jederzeit widerrufen werden. Datenschutzerklärung Impressum