Tiere auf dem Biobauernhof

Tiere auf dem Bio-Bauernhof

Die Unterrichtseinheit soll die Schülerinnen und Schüler an das Thema Nutztiere heranführen und für die artgerechte und ökologische Nutztierhaltung sensibilisieren. Kinder haben ein spontanes, sensibles Gefühl für Tiere und sind zumeist sehr am Thema interessiert.

Eine Grundlage des ökologischen Landbaus ist der Respekt vor den Tieren. Der natürliche Umgang mit Nutztieren und das Wissen über ihre Bedürfnisse sind längst nicht mehr selbstverständlich. Die Bedeutung der Nutztiere für unsere Lebensmittelproduktion und das Wissen um ihre artgerechte Aufzucht und Pflege soll den Schülerinnen und Schülern nahe gebracht werden. Hierdurch wird der Bezug zu den Grundlagen und Verfahren des ökologischen Landbaus deutlich. Zur Vertiefung des Erlernten sollte die Klasse möglichst eine Exkursion zu einem Biobauernhof durchführen, um selbst zu sehen, wie die Tiere gehalten werden. Tipps und Anregungen für einen Besuch finden Sie im Projektvorschlag der Grundschule "Expedition Bio-Bauernhof".

Hier finden Sie Informationen zur artgerechten Tierhaltung und zur Tierhaltung im ökologischen Landbau.

Empfohlene Fächer

Sachunterricht, fächerübergreifende Ausweitung möglich

Unterrichtsskizze

Einstieg

Als Einstieg erläutert die Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern den Hintergrund der Unterrichtseinheit: Der Biolandwirt Herr Fink möchte mit seiner Familie in den Urlaub fahren. Er hat die Kinder der Klasse gebeten während dieser Zeit auf seine Tiere aufzupassen. Dazu wollte er zu jedem Tier aufschreiben, worauf die Schülerinnen und Schüler achten müssen. Allerdings war er sehr in Eile, das einzige, was er noch notiert hat, sind die Zettel F 1 "Anweisungen von Bauer Fink".

Nach dem Lesen der Zettel wird im Erzählkreis über die Fragen der Folie F 1 diskutiert. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei zu weiterführenden Fragen hingeleitet:

  • Welches Futter brauchen die Tiere?
  • Woher kommt das Futter?
  • Wie viel Platz brauchen sie im Stall und im Auslauf?
  • Was brauchen sie sonst noch um sich wohlzufühlen?
  • Was ist, wenn die Tiere krankwerden?

Die Fragen werden an der Tafel gesammelt. Vielleicht können manche Kinder schon antworten auf eine oder mehrere der Fragen der Mitschülerinnen und Mitschüler geben.

Erarbeitung

Um die Tiere wirklich gut versorgen zu können bis Bauer Fink aus dem Urlaub zurück ist, müssen die Schülerinnen und Schüler sich über die Bedürfnisse der verschiedenen Tiere informieren. Da Herr Fink Kühe, Schweine, Schafe und Hühner auf seinem Hof hält, teilen sich die Schülerinnen und Schüler in Gruppen auf und sammeln mit den Arbeitsaufträgen A 1 bis A 4 Informationen zu einem der Tiere.

Im zweiten Teil des Arbeitsauftrags sollen die Schülerinnen und Schüler selbstständig weitere Informationen beschaffen. Die Kinder sollen hier durch eine Quellenangabe dokumentieren, wie und wo sie die Ergebnisse ihrer Recherche erhalten haben und was ihnen aufgefallen ist. Interessant ist es, bei diesem Thema zu vermitteln, dass auch ein "ganz einfacher Anru" bei einem Experten oder einer Expertin wirkungsvoll ist, beispielsweise bei einem Biobauernhof (der besucht wurde oder werden soll, siehe auch Projektvorschlag "Expedition Biobauernhof").

Sicherung

Zur Sicherung des Gelernten erarbeiten die verschiedenen Expertengruppen mit dem Arbeitsauftrag A 6 "Tier-Quiz" fragen zu ihren Tieren. Die Fragen werden dann reihum gestellt und von den Mitschülerinnen und Mitschülern beantwortet.

Ergänzend können die Schülerinnen und Schüler eine Expertin/einen Experten einladen, zum Beispiel die Landwirtin bzw. den Landwirt, den sie bei einer Bauernhofexkursion kennengelernt haben. Zusammen können sie die Ergebnisse vorstellen und mit der Expertin bzw. dem Experten besprechen. Hierfür bietet es sich an, die Tier-Ausweise zu vergrößern und als Plakate in den Klassenraum zu hängen.

Die Unterrichtseinheit "Tiere auf dem Bio-Bauernhof" sowie weitere Informationen können Sie hier als Word-Datei und als PDF-Datei herunterladen.

Zeitaufwand für die Unterrichtsdurchführung

In Abhängigkeit von den gewählten Sozialformen und dem Wissensstand der Schülerinnen und Schüler etwa zwei bis drei Unterrichtseinheiten (bei 45-Minuten-Takt).

Ideen und Anregungen

IdeeMaterialien und Hilfsmittel
Mit Bildern von Tieren können die Schülerinnen und Schüler leicht selbst ein Memo-Spiel basteln. Bilder finden sie entweder in Zeitschriften und Zeitungen oder in unserem Bildarchiv. Die Bilder werden ausgeschnitten und auf festen Karton geklebt.Tierbilder, Pappkarton, Schere und Kleber

Die Kinder können mit Kreide auf dem Schulhof darstellen, wie viel Platz die Tiere brauchen. Hierfür muss zunächst ermittelt werden, wie groß eine Kuh, ein Schwein, ein Schaf, ein Huhn ist. Alle Kinder der Klasse geben ihren "Tipp" über die Größe der Tiere ab. Anschließend überprüfen sie dies anhand ihrer Rechercheergebnisse oder durch weitere Recherchen.

Wenn die ungefähren Größen und Längen bestimmt sind, können einige Kinder das Tier "darstellen" und die anderen Kinder einen Kreis um sie herum zeichnen, damit eine räumliche Vorstellung besteht, welchen Platz das Tier auf dem Biohof tatsächlich hat.

Kreide
Zur Veranschaulichung des Erlernten kann zum Abschluss der Unterrichtseinheit ein Biobauernhof gebastelt werden. Auf einer besonderen Fläche (Brett oder große Pappfläche, circa 80 x 60 Zentimeter) entsteht ein Öko-Hof mit Stallungen, Freiläufen, Bauerhaus, Hofladen usw. Die Vorlagen zum Ausschneiden werden angemalt, ausgeschnitten und dann zur Versteifung auf Tonpapier geklebt. An den vorgezeichneten Laschen werden die Gebäude zusammen geklebt. Jede Arbeitsgruppe gestaltet den Bereich für "ihr" Tier anhand der "Forschungsergebnisse". Ergänzend können Tiere aus Salzteig oder ähnlichem modelliert werden oder Tierfiguren von den Kindern mitgebracht werden.

Bastelanleitung für den Biobauernhof (PDF-Datei)

Pappe, Kleber, Scheren, Buntstifte

Lehrplanbezug

Aufgrund der Vielzahl der länderspezifischen Lehrpläne für die Grundschule werden in diesem Material exemplarisch die Pläne von Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Bayern zugrunde gelegt:

  • Hamburg: Kompetenzbereich Orientierung in unserer Welt (Naturphänomene); Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung (Naturphänomene untersuchen); Kompetenzbereich Urteilsbildung (Mit der Natur verantwortlich umgehen)
  • Mecklenburg-Vorpommern: Themenfeld: Naturphänomene erschließen; Themenfeld: Medien nutzen
  • Nordrhein-Westfalen: Bereich: Natur und Leben; Bereich: Zeit und Kultur
  • Bayern: Themenbereich: Leben mit der Natur; Themenbereich: Zusammenleben

Dieses Unterrichtsprojekt ist so konzipiert, dass die Schülerinnen und Schüler bereits über Lesefähigkeiten und der Fähigkeit in einem vorgegebenen Rahmen eigenständig zu arbeiten, verfügen sollten.

Für die Umsetzung der Einheit in der Sekundarstufe I bietet sich die Anknüpfung an die Themenkomplexe "Tiere und Pflanzen in ihren Lebensräumen" im Fach Biologie und "Landwirtschaft in Deutschland" im Fach Erdkunde an.

Kompetenzziele

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • benennen verschiedene Nutztiere und entwickeln Fragen zu deren Haltung auf dem Bauernhof.
  • beschreiben und vergleichen Ansprüche und Verhaltensweisen von Tieren auf dem Biobauernhof.
  • bereiten einfache Recherchen vor und führen diese durch.
  • bereiten Daten und Ergebnisse aus ihren Recherchen auf und fassen sie entsprechend der Vorgaben zusammen.
  • vergleichen ihre Ergebnisse mit ihren Fragestellungen und Vermutungen.
  • beurteilen den Umgang mit Tieren auf dem Biobauernhof im Sinne ethischen Verhaltens.
Nach oben