Die BioFach bildete, fast auf den Tag genau, einen würdigen Feier-Rahmen. Denn vor 10 Jahren, am 04. Februar 2016, wurde das Bio-Städte Netzwerk im Augsburger Rathaus offiziell gegründet. Die (Ober)Bürgermeister der Städte Augsburg, Bremen, Darmstadt, Freiburg, München und Nürnberg unterschrieben die Gründungsurkunde und vereinbarten eine feste Zusammenarbeit.
Rückblick auf 10 Jahre erfolgreiches kommunales Netzwerk
Aus den sechs Gründungsstädten sind mittlerweile 27 Städte, 3 Gemeinden, ein Landkreis und ein Regierungsbezirk geworden. Das Netzwerk hat eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte hinter sich, wie Michael Kolmer, Dezernent für Klimaschutz, Stadtplanung, Grünflächen und Umwelt der Stadt Darmstadt (stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, Sprecher des Netzwerks und Unterzeichner der Gründungsurkunde) deutlich machte.
Die einzelnen Kommunen leisteten Pionierarbeit und schafften es, die Bedeutung und Akzeptanz von Bio-Lebensmitteln und der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft regional kontinuierlich zu erhöhen. Wie in den Würdigungen auf der BioFach 2026 deutlich wurde, ist das Netzwerk eng mit wichtigen Akteuren, wie dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, der NürnbergMesse oder auch dem Organic Cities Network Europe vernetzt. So wurde das BioStädte-Netzwerk in 10 Jahren zu einem Vorreiter für "Bio in Kommunen" und baute großes Knowhow sowie viel Praxiserfahrung auf. Davon profitiert die Maßnahme "Bio Komm' mit", die Kommunen in ganz Deutschland dabei unterstützt, Bio und regionale Wertschöpfung erfolgreich vor Ort zu etablieren.
Kommunale Wirkkraft bewusst machen
"Gerade in diesen Zeiten, in denen die öffentlichen Gelder knapper werden, brauchen wir jede und jeden und insbesondere die Ebene der kommunalen Selbstverwaltung, um bio-regionale Wertschöpfungsketten und damit Bio insgesamt in der Fläche voranzubringen."
Claudia Striffler, zu diesem Zeitpunkt für den Ökolandbau zuständige Referatsleiterin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), fuhr dann in ihrem Grußwort fort, dass die Maßnahme "Bio Komm‘ mit" ein wichtiger Meilenstein für die bereits aktiven Kommunen darstellt.
Die bereits bio-aktiven Kommunen setzen dies alles erfolgreich um:
- Kommunale Ernährungsstrategien mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeiten.
- Den Bio-Anteil in der Gemeinschafts-Gastronomie, v.a. bei Kitas und Schulen, und bei Veranstaltungen steigern.
- Die regionale Wertschöpfung erhöhen und landwirtschaftliche Fläche sichern.
- Bildungsprojekte durchführen und Betriebe, Verbände, Initiativen beraten.
- PR-Kampagnen für mehr Bio und vielfältige Bio-Veranstaltungen und Bio-Märkte durchführen.
Mit der Arbeit für die jeweilige Region und der Vernetzung von Stadt und Land leisten die Kommunen einen wichtigen Beitrag. Sie stärken die regionale Vielfalt unseres Landes und fördern regionale (Bio-)Wertschöpfungsketten. Damit unterstützen sie die Heimatpolitik des BMLEH. Dieses wiederum fördert mit Bio Komm’ mit über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) mit einer halben Million Euro eine Maßnahme, die die Aktivitäten vor Ort in den Kommunen weiter ausbauen will.