Mit Verpachtung kommunaler Flächen den Ökolandbau fördern

Mit Verpachtung kommunaler Flächen den Ökolandbau fördern

Es gibt eine Reihe von Kommunen, die bei der Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen gezielt darauf achten, dass die Nutzung nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch ausgerichtet ist. Der Ökolandbau spielt dabei eine wichtige Rolle.

Test eines Kriterienkatalogs für die Verpachtung

So testet die Bio-Stadt Bonn derzeit den neuen Pachtkriterienkatalog für stadteigene Agrarflächen. Dieser Katalog basiert auf dem Positionspapier "Gemeinwohlorientierte Verpachtung" der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Die Bio-Stadt Bonn arbeitet beratend dazu. 

Umstellung der Pachtverträge in Münster

Ein weiteres Beispiel bietet die Stadt Münster. Die Verwaltung hat die Pachtverträge für städtische Ackerflächen umgestellt, so dass ab dem Pachtjahr 2026 kein Glyphosat mehr eingesetzt werden darf. Außerdem müssen 20 Prozent der verpachteten Fläche als Brache verbleiben. Weiterhin gibt es einen politischen Beschluss, dass zukünftig auch langjährige Verpachtungen (länger als 7 Jahre) umgesetzt werden sollen, um eine ökologische Verpachtung zu ermöglichen. Diese längere Pachtzeit ist notwendig, da im Ökolandbau die Flächenbewirtschaftung meist mit längeren Fruchtfolgen stattfindet, als es im konventionellen Anbau der Fall ist.

Konkret sollen ab 2026 mindestens 10 Hektar zusätzlich für ökologische Landwirtschaft ausgeschrieben werden. Das aus der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2023 im Jahr 2019 beschlossene Ziel, fünf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Münster ökologisch zu bewirtschaften, wird nun dahingehend ergänzt, dass diese Quote für städtische landwirtschaftliche Flächen bis 2030 auf zehn Prozent anwachsen soll. Der Rat der Stadt Münster hat zudem beschlossen, dass die temporär eingerichtete Arbeitsgruppe mit Verwaltung, Naturschutz und Landwirtschaft verstetigt wird.

Das Netzwerk Bio-Städte ist auch Kooperationspartner bei einem Förderprojekt, dessen Start – Zusage vorausgesetzt – im Frühjahr 2026 geplant ist. Gemeinsam mit der AbL Mitteldeutschland wurde ein Förderantrag mit dem Titel "Boden gut machen! - Flächenverpachtung ökologisieren" beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit eingereicht. 

"Bio Komm' mit" greift das Thema Verpachtung kommunaler landwirtschaftlicher Flächen in naher Zukunft auf, und konkretisiert es weiter. Kommunen als Verpächter landwirtschaftlicher Flächen können dann über entsprechende Verpachtungskriterien die Pächter gezielt auswählen und so die Weichen in Richtung einer ökologischen regionalen Lebensmittelproduktion stellen. Im Fokus ist damit eine Gemeinwohlverpachtung. Mit der Auswahl, an wen das Land verpachtet wird, fällt auch die Entscheidung darüber, ob eine Landwirtschaft mit resilienten Betriebsstrukturen gefördert wird.

Es gibt auf kommunaler Ebene bereits Beschlüsse dazu, sowie Erfahrungen bei der Umsetzung. "Bio Komm' mit" bündelt dies mit Veranstaltungen und der Zusammenstellung von Informationsmaterialien, die für die kommunale Praxis wichtig sind.


Letzte Aktualisierung 02.02.2026

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