Referentinnen und Referenten der "Bio Komm‘ mit"-Veranstaltung auf der BioFach in Nürnberg zeigten vielfältige Handlungsmöglichkeiten auf, die Kommunen nutzen, um mit Bio regionale Wertschöpfung zu erzeugen. Ein interessantes Beispiel für Großstädte kommt aktuell von der Stadt Dortmund.
Entwicklung des Handlungsfelds Ernährung in Dortmund
Laura Heiduk aus der Koordinierungsstelle Klimaschutz & Klimafolgenanpassung des Umweltamts Dortmund, erläuterte die dortigen Aktivitäten:
- Verstärkte Impulse für das "Ernährungssystem-Denken" seit 2019
- Aufbau eines verwaltungsinternen Arbeitskreises „Ernährungswende“ seit 2021
- Begleitung des Aufbaus des Ernährungsrates Dortmund und Region e.V. seit 2019
Gezielter Personalaufbau sowie politische Beschlüsse zur stärkeren Verankerung des Handlungsfeldes brachten positive Ergebnisse. Im Jahr 2021 wurde beispielsweise das Handlungsprogramm "Klima-Luft 2030" mit Themenbereich „Landwirtschaft und Ernährung“ beschlossen sowie ein „Masterplan Ernährung“ durch einen Haushaltsbegleitbeschluss beauftragt.
Drittmittelprojekte im Umweltamt Dortmund für mehr Bio
Seit 2024 begleitet das Umweltamt darüber hinaus Drittmittelprojekte wie
- FoodConnectRuhr
- Aufbau Bio-regionaler Wertschöpfungsketten und Verknüpfung mit der lokalen Außer-Haus-Verpflegung
- Umweltamt als Konsortialpartner mit Schwerpunkt auf Ernährungsarmut
- Turn the Tables: Towards just, green and innovative food procurement!
- Nachhaltige Lebensmittelbeschaffung und Ernährungsbildung
- Schwerpunkt Kita- und Schulverpflegung, Ernährungsbildung sowie Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Kampagnenarbeit.
Nachhaltige Grund- und Förderschulverpflegung in Dortmund
2026 wird ein Qualitätsrahmen "Ganztägige Förderung für Kinder im Grundschulalter" mit dem Modul Gemeinschaftsverpflegung im Rahmen des Rechtsanspruchs auf Ganztag entwickelt. Er enthält Ziele und Maßnahmen zur Förderung einer gesunden und nachhaltigen Schulverpflegung. Die Entwicklung erfolgt gemeinsam mit Trägern, Küchenleitungen/-personal, Schuleinrichtungen, Caterer, Stadtverwaltung, Experten und Expertinnen zum Thema Bio.
Derzeit wird ein Bericht erstellt, der den aktuellen Stand der Kita- und Schulverpflegung in Dortmund aufzeigt. Städtische Qualitätskriterien für die Mittagsverpflegung in Grund- und Förderschulen (bio, fair, pflanzenbasiert, saisonal) sollen daraufhin als Zielwerte vorgegeben werden. Die Erreichung und Umsetzung sichert ein Unterstützungsangebote, das durch Drittmittelprojekte (u.a. Coachings für Produktionsküchen "Dortmund tischt auf") ermöglicht wird.
Spannende Formate für "Mehr regionales Bio" aus Dortmund
Laura Haduk stellte noch weitere erprobte Formate vor, mit denen große Kommunen die jeweilige regionale Wertschöpfungskette fördern können:
- Bio-Regio Stammtisch (Online oder Präsenz)
Er richtet sich an alle Engagierten im Agrar- und Ernährungssystem der Dortmunder Region, also Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Bündelung und Logistik, Gemeinschaftsverpflegung, Verwaltung und Verbänden. Anfang Februar gab es beispielsweise einen Austausch zum Thema "Regionales Wertschöpfungszentrum — Bedarfe & Gestaltungsideen aus der Praxis" in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Dortmund. - Kantinentreff (Online)
Dieses Format richtet sich an Interessierte aus der Gemeinschaftsverpflegung: Küchenleitungen, Mitarbeitende in der Küche, Verpflegungsverantwortliche, Speiseplaner, Hauswirtschaftskräfte und Leitungen von Einrichtungen. Hier werden verschiedene für die Teilnehmenden relevante Themen diskutiert und Best-Practice-Beispiele geteilt. Ein Beispielthema war im Januar: "Mehr Regio, mehr Bio in der Küche — Warum und wie kann es kostenneutral umgesetzt werden?"
Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten oder sich mit Frau Haduk austauschen wollen, dann kontaktieren Sie Werner Ebert von den Bio-Städten:
Mail: werner.ebert@biostaedte.de
Telefon: 0911 94 00 99 45