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Mehr Bio auf Stadtfest & Co?

Während Kitas und Kantinen längst auf Bio umstellen, bleibt das Potenzial bei kommunalen Veranstaltungen oft ungenutzt. Eine neue Praxis-Info von Bio Komm'mit zeigt: Bio ist rechtssicher umsetzbar – und gezielt steuerbar.
Mehr Bio auf kommunalen Veranstaltungen
Immer mehr Städte, Gemeinden und Landkreise in Deutschland setzen auf Bio in Kitas, Schulen und Kantinen – und verbinden diese Umstellung erfolgreich mit regionaler Wertschöpfung. Doch ein Bereich hinkt bislang hinterher: kommunale Veranstaltungen. Ob Stadtfest, Empfang oder Weihnachtsmarkt – hier wird zwar oft viel aufgetischt, aber Bio und Regionalität spielen noch zu selten eine Rolle.
Was sind die Gründe für die Zurückhaltung beim Thema Bio auf Veranstaltungen? Viele Kommunen sind unsicher:
- Was ist rechtlich überhaupt möglich?
- Wie lassen sich Bio-Vorgaben umsetzen?
- Wer ist eigentlich verantwortlich?
Genau hier setzt die neue Praxis-Info "Mehr Bio auf kommunalen Veranstaltungen" an, die 2025 von einer Bio Komm‘ mit Arbeitsgruppe entwickelt wurde. Sie schafft Klarheit – und zeigt ganz konkret, wie das Angebot von Bio-Lebensmitteln auch auf Veranstaltungen seinen Platz findet.
Fünf Veranstaltungstypen – fünf Wege zu mehr Bio
Kommunale Veranstaltungen sind rechtlich sehr unterschiedlich geregelt. Entscheidend ist dabei immer: Wer organisiert, wer bezahlt, wer bewirtet und welches Recht gilt?
Daraus ergeben sich fünf typische Formate:
- Kommune organisiert – Catering wird beauftragt
zum Beispiel: Empfänge, Kongresse, Kultur-Events
→ Bio kann direkt als Kriterium in der Ausschreibung festgelegt werden. - Kommune bewirtet selbst
zum Beispiel: Sitzungen, interne Veranstaltungen
→ Bio kann als Kriterium in der internen Beschaffung gesetzt werden. - Hauscaterer oder Pächter (Konzession)
zum Beispiel: Stadthallen, Theater, Museen
→ Bio kann als Anforderung im Vertrag verankert werden. - Märkte und Volksfeste
zum Beispiel: Wochen- oder Weihnachtsmärkte
→ Das Angebot von Bio kann bei der Standvergabe priorisiert werden. - Vermietete Flächen
zum Beispiel: Bürgerhäuser, Open-Air-Flächen
→ Die Forderung von Bio ist über Mietverträge oder Empfehlungen nur eingeschränkt möglich.
Fazit: Bio ist in allen Formaten möglich – aber der Weg dorthin unterscheidet sich je nach rechtlichem Rahmen.
Wichtig: Sobald Bio aktiv beworben wird ("Bio-Fest", "Bio-Menü"), greifen klare Regeln.
Bio muss glaubwürdig, nachvollziehbar und sichtbar sein.
Dafür benötigen Caterer, Foodtrucks, etc. eine Bio-AHV-Zertifizierung.
Hier genügt auch eine zeitlich begrenzte Veranstaltungs-Zertifizierung.
Tipp aus der Praxis
Kommunen können Prozesse erleichtern, indem sie
- den Kontakt mit Öko-Kontrollstellen koordinieren,
- Kontakte vermitteln
- oder sogar Zertifizierungskosten übernehmen.
Neben den Pflichten gibt es für Kommunen viele Möglichkeiten, aktiv zu steuern:
- Klare Vorgaben machen
Je nach Veranstaltungstyp über Ausschreibungen, Marktregeln oder Verträge. - Bio sichtbar machen
Kennzeichnung im Programm und auf Speiseplänen, Kommunikation zu Bio ('Was macht Bio aus?") und Regionalität, Transparente Darstellung der Anbieter. - Netzwerke stärken
Schulungen für Caterer, Vereine und Küchen, Kooperation mit regionalen Bio-Erzeugern, Aufbau stabiler Lieferketten.
Wenn Kommunen ihren Bio-Anteil erhöhen wollen, müssen sie aktiv steuern – über:
- Vergaben,
- Konzessionen,
- Marktregeln,
- und Verträge.
Die zentrale Botschaft: Die rechtlichen Möglichkeiten sind da. Mehr Bio auf Veranstaltungen ist machbar. Der Schlüssel liegt im richtigen Rechtsrahmen. Kommunen haben mehr Einfluss als oft gedacht.
Zum Nachlesen
Die Praxisinfo zu Bio auf Veranstaltungen steht in einer Kurzversion für einen ersten Überblick und in einer ausführlichen Version als Leitfaden zur Verfügung.
Letzte Aktualisierung 19.05.2026