Kommunen als Beschleuniger für heimische Bio-Produktion

Kommunen als Beschleuniger für heimische Bio-Produktion

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln stieg 2025 auf ein neues Rekordhoch. Die Produktion auf Feldern und in Ställen in ganz Deutschland kann jedoch nicht Schritt halten. Gefragt ist mehr regionales Bio. Genau hier können die Kommunen mit ihren vielfältigen Möglichkeiten und Maßnahmen ansetzen.

Regionale Bio-Produktion bleibt hinter Nachfrage zurück

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wächst, die Erzeugung in Deutschland stagniert – damit ist das Dilemma umrissen, in dem die Biobranche aktuell steckt. Statt nun auf Bio-Importe mit oft weiten Transportwegen zurückzugreifen, wäre es für das Marktwachstum sinnvoller, die Bio-Landwirtschaft und Verarbeitung regional auszubauen. Hierbei kann eine aktive kommunale Wirtschaftsförderung sowie Stadt- und Regionalplanung unterstützen. Auch eine Erhöhung der Nachfrage nach Bio-Produkten beispielsweise durch Vorgaben bei der kommunalen Gemeinschaftsverpflegung fördert die regionale Bio-Produktion.

Es bestehen erhebliche wirtschaftliche Chancen für Landwirtschaft, Verarbeitung und ländliche Räume, die gezielt genutzt werden sollten:

  • Wird die Weiterverarbeitung regional gestärkt, bleibt mehr Wertschöpfung im Inland, bestehende Arbeitsplätze werden gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen.
  • Zugleich sinkt die Abhängigkeit von Importen, was die Versorgungssicherheit erhöht.

Kommunen als Schlüsselakteure: Wie Städte, Gemeinden und Landkreise den heimischen Ökolandbau stärken können

Ein zentraler Ansatzpunkt ist die öffentliche Beschaffung. Kommunen können den Anteil regionaler Bio-Lebensmittel in Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kantinen deutlich erhöhen. Langfristige und verlässliche Abnahmeverträge geben Bio-Betrieben Planungssicherheit, fördern Umstellungen auf Ökolandbau und stärken regionale Wertschöpfungsketten.

Darüber hinaus können Kommunen die regionale Verarbeitung und Vermarktung aktiv unterstützen – etwa durch Bio-Wochenmärkte, durch die Unterstützung von regionalen Verarbeitungsstrukturen, wie Bio-Molkereien, Schlachtstätten, Mühlen oder Vermarktungsinitiativen. Die Bereitstellung von Flächen, die Vermittlung von Investitionszuschüssen oder die Unterstützung von Erzeuger-Verbraucher-Netzwerken helfen, Wertschöpfung vor Ort zu halten und Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen.

Auch die kommunale Flächenpolitik bietet große Potenziale: Die ökologische Bewirtschaftung von kommunalen Pachtflächen, die Vergabe von Land an Bio-Betriebe oder Umstellungsinteressierte sowie angepasste Pachtmodelle setzen klare Signale für nachhaltige Landwirtschaft.

Ergänzend können Städte und Landkreise Beratung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit fördern. Regionale Bio-Aktionspläne, Netzwerke zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Gastronomie sowie Informationskampagnen stärken das Bewusstsein für den Mehrwert regionaler Bio-Produkte bei Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Fazit: Kommunen sind entscheidende Treiber für den Ausbau des heimischen Ökolandbaus, sowie wichtige Multiplikatoren und Motivatoren für informierte Kaufentscheidungen der Bevölkerung. Durch:

  • gezielte Beschaffung,
  • kluge Flächenpolitik
  • Förderung regionaler Vermarktungsstrukturen
  • sowie gezielte Bildungs- und Informationsarbeit

können Städte, Gemeinden und Landkreise nicht nur die lokale Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze sichern und schaffen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz leisten.


Letzte Aktualisierung 25.02.2026

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